Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Neuanfang für Luzerner und Obwaldner Klosterschwestern als Chance

Im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen entsteht mit dem Benediktinischen Zentrum ein neuer Ort der Gemeinschaft. Am Sonntag diskutieren die Direktbetroffenen in Engelberg über den bevorstehenden Umzug.
Interview: Beat Christen
Die Umbauarbeiten im Benediktinerinnen-Kloster in Sarnen laufen auf Hochtouren. (Bilder: Corinne Glanzmann (Sarnen, 2. Oktober 2018))

Die Umbauarbeiten im Benediktinerinnen-Kloster in Sarnen laufen auf Hochtouren. (Bilder: Corinne Glanzmann (Sarnen, 2. Oktober 2018))

Zahlreiche Klostergemeinschaften leiden an denselben Zeiterscheinungen: Sie werden immer kleiner und immer älter. Zudem übersteigt die Betreuung der zunehmend betagteren Schwestern die Kräfte in den eigenen Reihen. Lösungen und Visionen sind gefragt, damit die bestehenden Klostergemeinschaften für die kommenden Jahrzehnte weitergeführt werden können. Im Frauenkloster St. Andreas in Sarnen entsteht mit dem Benediktinischen Zentrum ein Ort der Gemeinschaft, wo Klostergemeinschaften ein neues Zuhause finden und sich gegenseitig unterstützen. Am Sonntag um 14.30 Uhr empfängt Martin Spieler im Barocksaal des Klosters Engelberg die direktbetroffenen Hanspeter Kiser (Präsident Stiftung Ora et Labora), Schwester Hedi Kälin (Generaloberin der Schwesterngemeinschaft St. Anna Luzern) und Schwester Rut Maria Buschor vom Frauenkloster Sarnen zum öffentlichen Gespräch. Wir sprachen mit Hanspeter Kiser über den aktuellen Stand des Projekts.

Hanspeter Kiser, seit gut einem Jahr sind die Bauarbeiten zur Realisierung vom Benediktinischen Zentrum in Sarnen im Gange. Wie ist der Stand der Arbeiten?

Wir sind absolut im Bauprogramm und sind zuversichtlich, die Bauarbeiten bis Ende Jahr abzuschliessen. Aktuell werden etwa verschiedene Installationsarbeiten und die Montage der Küchen vorgenommen. Es ist das erklärte Ziel, dass die Schwesterngemeinschaften von Melchtal und Wikon auf Ende Februar des kommenden Jahres nach Sarnen umziehen können.

Als Präsident der Stiftung Ora et Labora müssen sie 8,5 Millionen Franken der total vorgesehenen Umbaukosten von 13,5 Millionen Franken selber aufbringen. Ist die Finanzierung ebenfalls auf Kurs?

Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser.

Stiftungsratspräsident Hanspeter Kiser.

Was für das Bauprogramm gilt, können wir auch in Sachen Finanzierung festhalten: Wir sind auf Kurs. Wir dürfen mit Stolz erwähnen, dass uns Spenden in der Höhe von 1,5 Millionen zugeflossen sind. Um den Betrieb garantieren zu können, wurden uns Überbrückungsdarlehen zugesichert. Selbstverständlich führen wir das Spendenprojekt fort und sind weiteren Zuwendungen gegenüber nicht abgeneigt.

Im Februar des nächsten Jahres steht der Umzug der Schwesterngemeinschaften von Wikon und Melchtal nach Sarnen bevor. Ist dieser Umzug für die Schwestern nicht ein Kulturschock?

Natürlich war die erste Ankündigung des geplanten Umzugs so etwas wie ein Kulturschock. Seither hat bei den drei betroffenen Schwestergemeinschaften eine Entwicklung stattgefunden. Heute dürfen wir die Feststellung machen, dass bei ihnen eher eine freudige Erwartung vorherrscht. Der Kulturschock trifft eher auf die Klostergemeinschaft St. Andreas in Sarnen zu. Dadurch, dass zwei neue Gemeinschaften auf ihrem Gelände Einzug halten, ist die Veränderung bei ihnen um einiges grösser.

Werden die aus ihrer Umgebung gerissenen Schwesterngemeinschaften auf dem nun eingeschlagenen Weg und der damit verbundenen neuen Form des Zusammenlebens von Fachleuten begleitet?

Die Schwestergemeinschaften werden sehr eng von Fachleuten begleitet. Eine Delegation von allen drei Gemeinschaften hat sich in der Vergangenheit jeden Monat einmal getroffen und sich über das alltägliche Leben unterhalten, wie es sich nach dem Umzug in Sarnen abwickeln wird. Dabei wurden verschiedenste Probleme ausdiskutiert. Die Schwestern von Wikon beispielsweise haben jede eine St. Anna-Schwester zugeteilt erhalten. Gemeinsam werden sie den Umzug vorbereiten und am Umzugstermin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine ähnliche Vorgehensweise haben die Freunde vom Kloster Melchtal mit den dort wohnhaften Schwestern vorgesehen.

Bild Äbtissin Pia Habermacher auf einem Rundgang.

Bild Äbtissin Pia Habermacher auf einem Rundgang.

Die Stiftung Ora et Labora organisiert nicht nur den Umbau, sie wird auch für den Betrieb des neuen Benediktinischen Zentrums verantwortlich sein. Wie muss man sich als Aussenstehende diesen Betrieb vorstellen?

Auch wenn der Vergleich etwas hinkt: Der Betrieb ist ähnlich einer Betreuungsinstitutionen für ältere Menschen. Die Schwestern haben Anrecht auf eine Grundbetreuung und natürlich wird auch für das leibliche Wohl der Bewohnerinnen vom Benediktinischen Zentrum gesorgt sein. Nicht von der Stiftung organisiert wird das klösterliche Leben und den damit verbundenen Ritualen wie Gottesdienste oder auch die gemeinsamen Gebete.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.