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Neuer Anlauf für Überbauung in Alpnach

Zum wiederholten Mal gibt es in Schoried ein Projekt zur Überbauung der «Tell»-Liegenschaft. Diesmal ist Investor Walter Odermatt zuversichtlicher, denn Kanton und Gemeinde hätten wesentlich daran mitgearbeitet.
Markus von Rotz
Ein Modell für die Überbauung des Areals in Schoried. (Visualisierung: PD)

Ein Modell für die Überbauung des Areals in Schoried. (Visualisierung: PD)

Über Jahre herrschte Funkstille auf dem Areal des früheren Restaurants Tell in Schoried. 1997 hatte das Obwaldner Verwaltungsgericht eine von Kanton und Gemeinde erteilte Baubewilligung für Landbesitzer Walter Odermatt aufgehoben. Damals waren zwei Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohnungen geplant gewesen. Anwohner wehrten sich, weil ihnen der Ortsbildschutz verletzt und die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet schien.

Die Erschliessung in eine Tiefgarage direkt ab der Schoriederstrasse hatte selbst die Polizei 1993 noch als «nicht unproblematisch» bezeichnet, 1995 dann aber gebilligt. Doch das Verwaltungsgericht verlangte ein unabhängiges Gutachten eines Verkehrsplaners. Zu reden gab damals ferner die Wuchtigkeit des geplanten, wie ein Riegel wirkenden grossen Bauvolumens.

Unterdessen hörte man nichts mehr, in der Zwischenzeit wurde der frühere «Tell» als Asylunterkunft benützt. Im Mai 2017 fiel diese Nutzung weg, seither stand das Haus leer. Der Vertrag wurde wegen der Überbauungspläne gekündigt, wie es beim Kanton heisst. Zu Spitzenzeiten lebten in dieser Unterkunft bis zu 20 Leute. Seit Inbetriebnahme des Bundeszentrums auf dem Glaubenberg werden dem Kanton selber keine neuen Asylsuchenden mehr zugewiesen.

Landverkauf des Kantons gibt neue Möglichkeit

Neue Dynamik gab es dann mit dem Amtsantritt des neuen Baudirektors Josef Hess, wie es in den Unterlagen heisst, die noch bis am Montag auf der Gemeinde aufliegen. Nun wurde es möglich, 619 Quadratmeter ab einer dem Kanton gehörenden Parzelle zu kaufen. Ein Vorprojekt der Firma Renovita AG, dessen einziger Verwaltungsrat Walter Odermatt ist, hatte die kantonale Denkmalpflegekommission als «noch nicht bewilligungsfähig» bezeichnet, weil die geplanten Gebäude zu eng zueinander gestanden wären.

Anstelle des früheren Restaurant Tell in Schoried ist eine Überbauung mit vier Mehrfamilienhäusern geplant. (Bild: Markus von Rotz, Alpnach, 29. Juni 2018)

Anstelle des früheren Restaurant Tell in Schoried ist eine Überbauung mit vier Mehrfamilienhäusern geplant. (Bild: Markus von Rotz, Alpnach, 29. Juni 2018)

Die zusätzliche Teilparzelle ermögliche eine bessere Verteilung der vier aufgelockerten Häuser, welche von der Kommission «sehr positiv aufgenommen worden» sei, heisst es in den Unterlagen weiter.

Erschliessung weiterhin am gleichen Ort

Walter Odermatt ist nach einer Information für die Anwohner optimistisch, dass es diesmal klappt. Er spricht etwas salopp von einem «Behördenprojekt». Die Bauherrschaft holte Kanton und Gemeinden ins Boot mit einem Ziel, wie in den Unterlagen steht: «Aufgrund der langen Vorgeschichte sollte das Bauprojekt möglichst ohne Ausnahmebewilligung ins Bewilligungsverfahren gehen.» Eine kleine Ausnahme bleibt: ein Unterabstand zum Sagenbach, den der Kanton allerdings als unproblematisch erachtet.

Das Bauprojekt mit vier Mehrfamilienhäusern, 24 Wohnungen, 62 Park- und 85 Veloab­stellplätzen soll 10 Millionen Franken kosten. Zur Erschliessung steht in den Unterlagen sehr wenig. Wie die Nachbarn kürzlich erfuhren, ist diese weiterhin via Einfahrt in eine Tiefgarage direkt ab Schoriederstrasse geplant. Dies sei idealer als über die Obere Gründlistrasse (oberhalb der Überbauung), sagt Odermatt. Zu dieser Lösung hätten nicht allein ortsbildschützerische Gesichtspunkte geführt, «sondern eine sorgfältige Interessenabwägung mit Vertretern von Gemeinde und Kanton.» Auch die Polizei stimme heute «vorbehaltlos zu».

Odermatt erwähnt zudem zwei für ihn wichtige Faktoren: «Zum einen haben wir heute Tempo 50 auf der Schorieder­strasse, beim letzten Projekt war es noch 60.» Zum anderen sei die Zufahrt um entscheidende Meter talwärts verschoben worden. «Die obliegenden Nachbarn hätten wohl nicht Freude, wenn ihnen nachts die Scheinwerfer durchs Fenster zünden». Für ihn ist darum klar: «Aus Sicherheits- und Ortsbildschutzgründen muss die Einfahrt an der gewählten Stelle sein». Die Obere Gründli­strasse muss bereits heute mehr Verkehr wegen anderer im Quartier erstellter Neubauten aufnehmen. Schliesslich verlange die heutige Gesetzgebung eine «Siedlungsentwicklung nach innen», zudem gelte für die Parzelle Tell neu auch der Ortsbildschutz, sagt Odermatt überdies.

Im Nachgang zum seinerzeit gerichtlich gestoppten Projekt war 2008 eine Initiative für kleinere Häuser und «eine angemessene Überbauungsziffer» eingereicht worden. Diese wurde noch im gleichen Jahr zurückgezogen, nachdem der Gemeinderat Entgegenkommen gezeigt hatte.

Das aktuelle Bauvorhaben ist «ganz oder teilweise in der blauen oder roten Gefahrenzone». Die Bauherrschaft musste explizit unterschreiben, dass für sie «kein Anspruch auf Schutzmassnahmen besteht, welche durch die öffentliche Hand finanziert werden.»

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