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Neustart auf dem Sarner Hofmatt-Areal

Eine neue Eigentümerin und neue Planer wollen neue Ideen für eine Überbauung entwickeln.
Martin Uebelhart
Dieses Baugespann für die umstrittene Überbauung Hofmatt soll demnächst wieder entfernt werden. Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 11. September 2019)

Dieses Baugespann für die umstrittene Überbauung Hofmatt soll demnächst wieder entfernt werden. Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 11. September 2019)

Seit fünf Jahren stehen die Profilstangen für das Bauprojekt im Hofmattgebiet. Nächstens kommen sie weg. Die Stadtbauentwicklungs AG aus Volketswil hat das 26000 Quadratmeter grosse Areal zwischen Sarneraa und der Pfarrkirche St. Peter und Paul dem bisherigen Besitzer Elmar von Holzen im vergangenen Frühling abgekauft. Es soll ein neues Projekt entstehen, das von der Zürcher Firma Odinga Picenoni Hagen als Projektentwicklerin betreut wird. Deren Partner Beat Odinga sitzt als Vizepräsident auch im Verwaltungsrat der Stadtbauentwicklungs AG.

Wie das Unternehmen mitteilt, wird das bisherige Verfahren für einen Quartierplan bis auf weiteres sistiert. «Nach umfangreichen Abklärungen sind wir zum Schluss gekommen, auf dem Grundstück etwas Neues zu planen», sagt Architektin und Raumplanerin Jutta Romberg, die das Projekt unter sich hat. «Wir hatten uns die ganzen schriftlichen Unterlagen genau angeschaut, vor allem auch die Opposition gegen das ursprüngliche Projekt», sagt sie weiter. Sie seien auch mit den Nachbarn in Kontakt gewesen, um die Knackpunkte zu erfahren. Für eine Studie habe man zusätzlich das Zürcher Städtebaubüro Salewski & Kretz ins Team geholt.

Projekt mit einem Mehrwert für das Dorf

«Das Hofmatt-Areal ist ein fantastisches Grundstück, das uns viel Freude macht, in der Vergangenheit aber auch zu vielen Schlagzeilen geführt hat», so Jutta Romberg. «Unser Wunsch ist es, die ganzen Dinge, die zu unguten Gefühlen geführt haben, auf den Tisch zu legen und zu lösen.» Dazu gehörten auch die Sorgen der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) um das umliegende Kirchhofen-Quartier, das zum Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz gehört und die Einwände der Rekurrenten.

«Viele hatten sich an den zum Teil siebengeschossigen Wohnhäusern gestört», weiss Jutta Romberg. Mit der neuen Planung strebe man flächigere Strukturen an und wolle weniger Geschosse bauen. «Wir streben ein Projekt an, das dem Dorf einen Mehrwert gibt und nicht zu Streitigkeiten führt», hält sie fest. Zur geplanten Investitionssumme könne man noch nicht viel sagen. «Wir sind noch in der Entwicklungsphase», sagt die Projektleiterin. Anfang 2020 soll laut Mitteilung der Firma Odinga Picenoni Hagen ein Studienauftrag mit etwa fünf teilnehmenden Architekturbüros lanciert werden.

Hofmatt-Projekt hat eine lange Geschichte

Die Stadtbauentwicklungs AG habe schon sehr grosse und auch viele kleinere Projekte begleitet. «Unser Fokus liegt dabei darauf, dass es um die Menschen gehen soll»m betont Jutta Romberg. Als Beispiele nennt sie das Areal Glasi in Wauwil, das Hobelwerk Winterthur oder die Töpferei Embrach.

Das ursprüngliche Bauvorhaben auf dem Hofmatt-Grundstück war seit der ersten Präsentation des Projekts umstritten. Nach einer Testplanung im Jahr 2012 hatte das Zürcher Architekturbüro Huggenberger Fries einen Projektwettbewerb gewonnen. Ende April 2017 wurde ein angepasster Quartierplan öffentlich aufgelegt, der Einsprachen auslöste.

Der Sarner Gemeinderat und Bauchef Marcus Wälti bestätigt auf Anfrage, dass das aktuelle Projekt sistiert ist. «Fakt ist, dass die Einsprachen nicht bereinigt werden konnten», hält er im Gespräch mit unserer Zeitung fest. Als nächster Schritt hätte wohl der Rechtsweg beschritten werden müssen. Wälti geht davon aus, dass die neue Eigentümerin und die Planer nun eine ortsbauliche Studie erstellen.

Im weiteren sei es sicher sinnvoll diese Studie durch die ENHK begutachten zu lassen. Auf dem Weg zu einem rechtsgültigen Quartierplan und später einer Baubewilligung gelte es unter anderem auch die Anregungen aus dem Gutachten der ENHK einfliessen zu lassen. «So besteht die Chance, dass ein Projekt auf eine bessere Akzeptanz stösst und auch in einem eventuellen Verfahren eine Chance hätte», ist Wälti überzeugt.

Vorbesitzer Elmar von Holzen wollte sich auf Anfrage nicht zum Verkauf des Grundstücks äussern.

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