Kolumne

Neustart ohne alles Schlechte

Redaktor Philipp Unterschütz schreibt in seinem «Blitzlicht »über eine thailändische Tradition.

Philipp Unterschütz
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Philipp Unterschütz

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«Loy Krathong», das Lichterfest, das traditionellerweise in einer Vollmondnacht im November stattfindet, ist definitiv eines der schönsten und beeindruckendsten Feste in Thailand. Am vergangenen Montag wurde es wieder zelebriert. Die Thais lassen wunderbar mit Blumen geschmückte kleine Körbchen, häufig aus Brotteig, mit Räucherstäbchen und Kerzchen in den Gewässern davon schwimmen. Tausende beleuchtete Blumengestecke im Wasser – ein fantastisches Bild.

Noch ergreifender aber, wenn man den Sinn dahinter bedenkt. Die Flosse sollen nämlich alles Schlechte, Ärger, Zorn, Sorgen und sogar Krankheiten forttragen, damit man sein Leben wieder neu und unbeschwerter weiterführen kann. Und das wird dann in friedlicher Gemeinschaft mit Essen und Trinken gefeiert.

Ich finde den Gedanken, dass man sich so von Ballast befreien und Kraft schöpfen kann, toll, auch wenn mir meine westlich geprägte Denkweise es nicht immer einfach macht, zu glauben, dass es so einfach sein könnte. Und doch, Glaube kann Berge versetzen!

Es war jedenfalls schön, am Montag mit meiner Frau ihr selbst gebautes und hübsch geschmücktes Brotkörbchen hier im See zu wassern. Wir standen zwar mutterseelenallein gedankenverloren am Ufer, aber das hat den magischen Moment eher noch verstärkt. Und plötzlich war es da, dieses tröstliche Gefühl, um das ich öfters kämpfen muss: «Es kommt schon gut!»