NID-/OBWADEN: Zunftmeister und Fasnachtsoberhäupter: Für sie naht der grosse Tag

Wie ist es, Oberhaupt der Fasnacht zu sein? Wie werden sie sich von der fünften Jahreszeit erholen? Wir haben uns kurz vor dem Schmutzigen Donnerstag bei den Fasnachtsherrschern umgehört.
Franz Burch alias Franz II. (54), Lälli-Zunftmeister, Sarnen (Bild: PD)

Franz Burch alias Franz II. (54), Lälli-Zunftmeister, Sarnen (Bild: PD)

Franz Burch alias Lälli-Zunftmeister, Sarnen

Wie fühlt es sich als Fasnachts-Oberhaupt an?

Sehr gut. Es ist eine riesige Ehre für mich, Lälli-Zunftmeister zu sein. Interessant wird es ab Mittwoch, wenn ich von der Gemeinde Sarnen den Schlüssel für das Gemeindehaus bekomme und ich allen ab diesem Tag für eine Woche bezahlten Urlaub gebe.

Was gefällt Ihnen an der närrischen Zeit?

Guggenmusig, viele wunderbare Sujets und Begegnungen mit befreundeten Zünften.

Sie stellen Ihre Regentschaft unters Motto «Wild Wild West». Was hat es damit auf sich?

Ich habe als kleiner Junge alle Westernfilme geschaut und war mit Pfeil und Bogen im Wald unterwegs. Ich wollte immer mal Winnetou sein mit langen schwarzen Haaren. Ein Indianer bin ich jetzt aber mit kurzen weissen Haaren!

Wie werden Sie sich von der anstrengenden fünften Jahreszeit erholen?

In dem ich mit der Familie in ein Flugzeug steige und an einem Strand im Süden die Seele «la bambälä la».

André Albrecht alias André I. (48), Tschyfärä-Zunftmeister, Alpnach

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Es ist der absolute Knaller zu erleben, was da alles auf einen zukommt. Freude herrscht – Ogi hat’s voll getroffen … genau so und nicht anders.

Was gefällt Ihnen an der närrischen Zeit?

Kann ich so nicht beantworten, denn die Fasnacht ist ein Gesamtpaket, das es in allen Facetten zu geniessen und mit Vollgas mitzumachen gilt.

Sie stellen Ihre Regentschaft unters Motto «Orient Express». Was hat es damit auf sich?

In Bangkok geboren und nun in Alpnach zu Hause. Diverse Stationen und Zwischenhalte prägen mein Leben, daher fühlt es sich an wie ein Zug auf seiner Reise vom Fernen Osten bis hin zum Zunftmeister.

Wie werden Sie sich anschliessend erholen?

Ich habe eigentlich nichts Spezielles vorgenommen. Für mich ist nach der Fasnacht bereits vor der Fasnacht. Daher freue ich mich jeweils bereits auf die nächsten närrischen Tage.

Hans Meier alias Hans II. (53), Zunftmeister Ennetbürgen

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Es ist für mich eine grosse Ehre, dieses Amt zu bekleiden. Es fühlt sich genial an, und an der Reaktion der Bevölkerung sehe ich, dass die Fasnacht in der Zentralschweiz sehr geschätzt wird, und das macht mich stolz.

Was gefällt Ihnen am besten an der närrischen Zeit?

Die Geselligkeit und das gemütliche Zusammensein mit Gleichgesinnten. Den Guggenklängen zu lauschen und den Alltag zu vergessen.

Sie stellen Ihre Regentschaft unters Motto «Helden der Zukunft». Was hat es damit auf sich?

Da ich das Vergnügen habe, zwei Jahre zu herrschen und im Vorjahr das Motto «Ei Wehli i dä Rockerhehli» hatte, wollte ich für die Kinderfasnacht etwas Passendes finden. Unsere Kinder haben das Zeug, Helden zu werden, und damit sie schon früh üben können, habe ich dieses Motto ausgesucht.

Wie werden Sie sich von der anstrengenden fünften Jahreszeit erholen?

Im zweiten Jahr nehme ich es etwas ruhiger und muss mich sicher nicht erholen, oder doch? Meine Frau und ich werden nach der Fasnachtswoche Skiferien machen und dort am Abend sicher früh ins Bett gehen.

Christian Lang alias Christian I. (54), Beggo- Zunftmeister, Beckenried

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Schlicht grossartig und ehrenvoll. Viele Augen sind auf einen gerichtet, und man repräsentiert in einer kurzen, wilden Zeit eine grosse Tradition. Alles Seite an Seite mit einer souveränen Entourage, dem Präsidenten und dem Zunftrat.

Was gefällt Ihnen am besten an der närrischen Zeit?

Eine Vielzahl von tollen Sachen: zahlreiche Begegnungen und Gespräche im Dorf, lustige Sujets, Guggenklänge mit Power, Beizentouren, Weisswein schon
am Morgen ... Fröhlichkeit mit Freunden.

Sie stellen Ihre Regentschaft unters Motto «Kunnt Euch das spanisch vor ?». Was hat es damit auf sich?

Als gebürtiger Basler ist es doch etwas speziell, das ehrenvolle Meisteramt in Beckenried auszuüben. Bei der GV im November wussten zunächst nur sehr wenige, wer da zum Meister ernannt werden sollte. Und da habe ich diese heikle Frage gleich zum Motto erklärt, natürlich in unvermeidbarem Baseldytsch ...

Wie werden Sie sich von der anstrengenden fünften Jahreszeit erholen?

Warum erholen? Spass beiseite: Auf der Skipiste und im Hotel in Zürs in Vorarlberg, wo meine Frau herkommt.

Niklaus Minder alias Niklaus II. (60), Frohsinnvater Stans

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Es erfüllt mich und meine Familie mit Stolz, für dieses Amt angefragt worden zu sein. Riesig freue ich mich auf meinen Umzug am Schmudo-Nachmittag in Stans und die darauffolgenden Anlässe im übrigen Kantonsteil.

Was gefällt Ihnen am besten an der närrischen Zeit?

Das Zusammenspiel von diversen Gruppierungen wie Einzelmasken, Familienfasnächtlern, Frohsinn-Mitgliedern, Kleinformationen, Wagenbauern und natürlich den Guuggen. Alle bringen sich ein und gehen offen aufeinander zu. Das ist die Würze der Fasnachtstage!

Was hat es mit dem Motto «Alpenrock» auf sich?

Wir wohnen auf über 800 Metern über Hergiswil mit traumhaftem Blick auf den Vierwaldstättersee – also ein bisschen Alpenstimmung. Und die gute Stimmung an den Fasnachtstagen möchten wir mit rockiger und ausgelassener Musik untermauern können.

Wie werden Sie sich anschliessend erholen?

Meine Frau Christine und ich geniessen die frische Luft bei unseren Spaziergängen. Wir sind jeden Mittwochabend mit unseren Walker-Gspändli im Raum Oberdorf, Stans und Dallenwil unterwegs. Speziell erholen wir uns aber beim Wellnessen.

Christa Meyer, Chriesimuetter (50), Chriesizunft Kehrsiten
(2017 war Chriesivater Beat Meyer an der Reihe)

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Es ist mir eine grosse Ehre, zusammen mit meinem Mann Beat als gleichberechtigte Zunftmeisterin und Chriesimutter zu amten. Ich habe grossen Respekt für unsere Chriesizunft, dass sie im eher männlich geprägten Zunftleben die Gleichberechtigung eingeführt haben.

Was gefällt Ihnen am besten an der närrischen Zeit?

Ich bin begeistert über die gewaltige und vielfältige Kreativität der Fastnachtsgruppen und Einzelmasken. Dahinter stecken Tausende Arbeitsstunden und grosse Passion. Die Belohnung dafür sind die Begegnungen und das fröhliche Beisammensein mit Freuden, Unbekannten und neuen Bekannten.

Was hat es mit dem Motto «Schneewittchen und die 7 Zwerge» auf sich?

Kehrsiten ist ein märchenhaftes Dörfli. Unter dem Bürgenstock etwas verschlafen wirkend, ist es ein wahres Paradisli. Ab und zu taucht einer der sieben Zwerge in der idyllischen Dorfbeiz auf!

Wie werden Sie sich von der Fasnacht erholen?

Mit viel Schlaf, Joggen an der Kehrsitenstrasse, mit Suppenabenden und Alkoholpause bis Ostern, und bei schönem Wetter werden wir die verpassten Skitage in Engelberg nachholen.

Roger Burch alias Roger I. (35), Ehrengugger Kerns

Wie fühlt es sich an, Oberhaupt der Fasnacht zu sein?

Es fühlt sich super an, einmal die Fasnacht unter seinem Motto zu erleben und zu sehen, was die Leute alles aus deinem Motto machen.

Was gefällt Ihnen am besten an der närrischen Zeit?

Die gemeinsamen Erlebnisse mit Freunden, sei es während meiner aktiven Guggenzeit wie auch jetzt in der Fasnachtsgesellschaft Kerns. Ich kann es nur jedem empfehlen, die Fasnacht einmal so zu erleben.

Sie stellen Ihre Regentschaft unters Motto «Rund um Bruichtum». Was hat es
damit auf sich?

Mir ist es sehr wichtig, dass das Brauchtum nicht verloren geht und ein Teil unserer Kultur bleibt. Ich selber bin in mehreren Vereinen tätig, die das Brauchtum jedes Jahr wieder pflegen. Deshalb habe ich dieses Motto gewählt.

Wie werden Sie sich von der anstrengenden fünften Jahreszeit erholen?

Bestimmt werde ich die Stunden Schlaf nachholen, die ich während der Fasnacht irgendwo verloren habe. Danach vielleicht mit meiner Freundin ein bisschen wellnessen und die Stunden zu zweit geniessen.

Umfrage: Oliver Mattmann

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

André Albrecht alias André I. (48), Tschyfärä-Zunftmeister, Alpnach (Bild: PD)

André Albrecht alias André I. (48), Tschyfärä-Zunftmeister, Alpnach (Bild: PD)

Hans Meier alias Hans II. (53), Zunftmeister Ennetbürgen. (Bild: PD)

Hans Meier alias Hans II. (53), Zunftmeister Ennetbürgen. (Bild: PD)

Christian Lang alias Christian I. (54), Beggo- Zunftmeister, Beckenried. (Bild: Richard Greuter / NZ (Beckenried, 6. Jnauar 2018))

Christian Lang alias Christian I. (54), Beggo- Zunftmeister, Beckenried. (Bild: Richard Greuter / NZ (Beckenried, 6. Jnauar 2018))

Niklaus Minder alias Niklaus II. (60), Frohsinnvater Stans (Bild: Fischlin Robert/PD)

Niklaus Minder alias Niklaus II. (60), Frohsinnvater Stans (Bild: Fischlin Robert/PD)

Christa Meyer, Chriesimuetter (50), Chriesizunft Kehrsiten (Bild: PD)

Christa Meyer, Chriesimuetter (50), Chriesizunft Kehrsiten (Bild: PD)

Roger Burch alias Roger I. (35), Ehrengugger Kerns

Roger Burch alias Roger I. (35), Ehrengugger Kerns

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