Nid-/Obwalden
Der Kauf der neuen Zentralbahn-Züge ist besiegelt

Für 114 Millionen Franken beschafft die Zentralbahn neun neue Züge. Das bedeutet vor allem für die Strecke Luzern–Engelberg eine markante Verbesserung.

Matthias Piazza
Merken
Drucken
Teilen
Eine «Adler»-Komposition der Zentralbahn auf der Brünigstrecke. Solche Züge sollen künftig auch zwischen Luzern und Engelberg verkehren.

Eine «Adler»-Komposition der Zentralbahn auf der Brünigstrecke. Solche Züge sollen künftig auch zwischen Luzern und Engelberg verkehren.

Bild: PD (Lungern, 22. Mai 2018)

Nachdem der Verwaltungsrat im Dezember 2019 grünes Licht gegeben hatte, wurde am Dienstag der Vertrag besiegelt. Für 114 Millionen Franken kann die Stadler Rail AG aus Bussnang für die Zentralbahn neue Züge bauen. Es sind zwei siebenteilige «Adler»-Kompositionen, wie sie schon seit gut zehn Jahren auf der Brünigachse (Luzern–Interlaken Ost) unterwegs sind. Zudem werden sieben dreiteilige «Fink»-Züge bestellt. Diese werden im S-Bahn-Betrieb auf dem ganzen Zentralbahn-Netz (ausgenommen Meiringen–Innertkirchen) und auch als Verstärkung für den Interregio auf der Brünigachse eingesetzt. Alle neun Züge sind mit Zahnrad ausgerüstet, eine Bedingung, dass sie über den Brünig und nach Engelberg eingesetzt werden können.

Die alten Züge nach Engelberg entsprechen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen

Die Rollmaterialbeschaffung, früher als ursprünglich geplant, entstand auch aus einem gewissen Leidensdruck. Denn mehrere Wagen der Kompositionen, die für den Luzern-Engelberg-Express eingesetzt werden, sind gegen 50 Jahre alt. In den Wagen haben sich Risse gebildet, einige mussten notsaniert werden. Die Instandhaltung der Loks, die auch schon gut 30 Jahre auf dem Buckel haben, wurde aufwendiger. Sie blieben wegen technischer Probleme immer wieder stehen und erlangten so in der Öffentlichkeit einen schlechten Ruf. Ab 2025 sollen diese durch die neuen Kompositionen abgelöst werden. Die alten werden künftig nur noch als saisonale Entlastungs- und Reservezüge eingesetzt.

Erstmals in der sechzehnjährigen Geschichte der Zentralbahn wird damit auch die Flotte vergrössert. Das ist gemäss Michael Schürch, Geschäftsführer der Zentralbahn, auch gerechtfertigt. «Damit schaffen wir die Kapazitäten für die gesteigerte Nachfrage auf unserem Netz. Neben den Pendlern und den nationalen Reisenden profitieren auch die internationalen Gäste vom neuen Rollmaterial.»

Einfachere Instandhaltung dank einheitlichem Rollmaterial

Wenn dereinst im Regelverkehr nur noch moderne klimatisierte «Adler»-, «Fink» und «Spatz»-Züge mit Panoramafenstern, Kundeninformationssystem und Niederflureinstieg verkehren, erhöht sich laut Michael Schürch nicht nur der Fahrkomfort. Wegen der Flottenstandardisierung könnten auch Synergien in der Instandhaltung besser genutzt werden.

Es ist damit nach 2009 die zweitgrösste Beschaffung der ZB. Damals hatte sie für 140 Millionen Franken vier «Adler»- und sechs «Fink»-Kompositionen gekauft.

Das alte Rollmaterial wird voraussichtlich per 2030 ausrangiert. Auf diesen Zeitpunkt hin ist auch die Einführung des Halbstundentakts (heute Stundentakt) nach Engelberg geplant. Somit kündigt sich bereits die nächste grosse Beschaffung an. Die ZB geht davon aus, dass sie dann 14 weitere «Fink»-Kompositionen benötigt.