Nid-/Obwalden
Die Beizen machen ihre Terrassen auf – und werden auch gleich gut besucht

Bei angenehmem Frühlingswetter durften Restaurants am Montag wieder Gäste empfangen. Die Wirte konnten es kaum erwarten. Die Gäste wiederum liessen sich gerne wieder mal in einer Beiz bedienen.

Florian Pfister
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Die Sonne scheint am Montagmittag, als würde sie für die Wirte strahlen. Gläser klirren, der Geruch von Pommes frites steigt den Gästen in die Nase, fröhliches Gelächter ist zu hören. Die Restaurants konnten am Montag ihre Aussenbereiche wieder öffnen und empfingen viele Gäste.

Walti Brun, Wirt des Allemendhuisli in Stans, konnte seine Tore nach vier Monaten wieder öffnen. Sein Team servierte rund 80 Mittagessen. Finanziell lohne sich die Öffnung kaum. Brun hat seinen Angestellten auch während der Schliessung immer den vollen Lohn bezahlt. Hinzu kommen weitere Ausgaben wie der Unterhalt und Versicherungen. Er gibt jeden Monat rund 50'000 Franken aus. Er habe zwar Geld vom Kanton «dankend erhalten», dennoch decke das nur einen kleinen Teil der Ausgaben.

Die Gäste des Allmendhuisli in Stans geniessen das Wetter und ihr Mittagessen.

Die Gäste des Allmendhuisli in Stans geniessen das Wetter und ihr Mittagessen.

Bild: Florian Pfister (Stans, 19. April 2021)

Brun rechnet damit, dass er nun monatlich etwa 15'000 Franken Umsatz machen kann. Er öffnet aber nicht deswegen. «Bevor ich auf das Geld schaue, kümmere ich mich um unsere Gäste und das Personal», sagt er. «Dem Personal ist die Freude an der Arbeit anzusehen.» Auch die Gäste freuten sich, wieder im Allemendhuisli essen zu können.

Besucher reservierten schnell ihre Plätze

Ruth Gilli wohnt in der Stadt Luzern und ist öfter im Allmendhuisli zu Gast. Als der Bundesrat bekanntgab, dass Restaurants ihre Terrassen wieder öffnen, griff sie sofort zum Telefon und reservierte für ihren Mann und sie. «Das Essen ist fein und es ist heimelig hier», schwärmt sie. «Und das Allmendhuisli hat einen guten Wirt. Es geht ihm darum, für seine Gäste da zu sein.» Mit Peter Odermatt sitzt ein ehemaliger Wirt am Nebentisch. «Mich freut es natürlich für meine Berufskollegen. Es wurde Zeit, dass die Restaurants wieder öffnen können.»

Das Besteck ist bereit für die Gäste.

Das Besteck ist bereit für die Gäste.

Bild: Florian Pfister (Stans, 19. April 2021)

Trotz Freude, seine Gäste wieder sehen zu können, bedauert Walti Brun, dass nicht alle Restaurants öffnen konnten. «Wer keine Terrasse hat, wird ausgeschlossen.» Das Allmendhuisli hat den Vorteil, dass es über eine gedeckte Terrasse verfügt und somit bei jeder Witterung offen haben kann. Für etwas kühlere Tage verfügt Brun bereits über Decken, welche sonst an Anlässen im Winter gebraucht werden.

«Die Leute wollten sich wieder bedienen lassen»

Auch das Restaurant Adler in Kägiswil hat wieder für Privatpersonen geöffnet. Bisher durften nur Arbeiter zu Mittag essen. Die ersten Gäste standen schon um 8.30 Uhr bereit, obwohl das Wirtepaar sie erst ab 9 Uhr empfing. «Um diese Zeit war es noch nicht einmal warm», schmunzelt Pius Kränzlin, der zusammen mit seiner Frau Conny noch bis Ende Juli hier wirten wird. «Man hat deutlich gesehen, dass die Leute sich wieder einmal bewirten lassen wollten. Und wir hatten richtig Freude, unsere Gäste wieder bedienen zu dürfen.»

Viele Tische sind besetzt: Das Team des Restaurants Adler freut sich über ihre Gäste.

Viele Tische sind besetzt: Das Team des Restaurants Adler freut sich über ihre Gäste.

Bild: Florian Pfister (Kägiswil, 19. April 2021)

Auch Conny und Pius Kränzlin haben Decken besorgt, damit die Leute nicht frieren müssen. «Wir haben Glück, dass unsere Terrasse von morgens bis abends besonnt ist. Wenn sie im Schatten liegen würde, wäre es zu kalt in dieser Jahreszeit», sagt Pius Kränzlin.

Eine kleinere Karte, um wenig Essen zu verschwenden

Die Terrasse hat nur offen, wenn es das Wetter erlaubt. Das Personal hält sich bei schlechter Witterung auf Abruf bereit. Das macht die Planung nicht einfach. Auch auf die Nahrungsmittel muss das Wirtepaar achten. «Wenn das Wetter vier Tage nacheinander schlecht ist, geht viel Essen kaputt», so Kränzlin. Um dieses Risiko gering zu halten, hat das Wirtepaar die Speisekarte verkleinert und bietet Tagesmenüs an.

Die Gäste geniessen ihr erstes Mittagessen in einem Restaurant nach langer Zeit.

Die Gäste geniessen ihr erstes Mittagessen in einem Restaurant nach langer Zeit.

Bild: Florian Pfister (Kägiswil, 19. April 2021)

Auch das Team um Pius Kränzlin wird mit der Öffnung der Terrasse keinen Gewinn erzielen können. Zusammen mit der «Beiz für Büezer» könne das Restaurant Adler im Idealfall höchstens eine schwarze Null schreiben. Damit man rentabel wirten könnte, müsste auch der Innenraum wieder für all ihre Gäste zugänglich sein.

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