NID-/OBWALDEN: Ohne Umwege zum Bruder Klaus

Der Bruderklausenweg von Stans nach Flüeli-Ranft ist auf Vordermann gebracht worden – pünktlich auf das Jubiläumsjahr und die gestrige Nidwaldner Landeswallfahrt.

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Die Statue von Bruder Klaus, gefolgt von der Nidwaldner Regierung beim Einzug in die Kirche. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 3. Mai 2017))

Die Statue von Bruder Klaus, gefolgt von der Nidwaldner Regierung beim Einzug in die Kirche. (Bild: Christoph Riebli (Sachseln, 3. Mai 2017))

Christoph Riebli/Matthias Piazza

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

 

Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern die Sachsler Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Theodul: Die Statue von Bruder Klaus, auf den Schultern von zwei starken Männern getragen, empfing die Nidwaldner Regierung auf dem Vorplatz und geleitete sie ins Innere zum Pilgergottesdienst mit Generalvikar Martin Kopp.

Die Landeswallfahrt Nidwaldens zum Grab von Bruder Klaus ist eine jahrhundertealte Tradition, welche gemäss Protokollen der Nidwaldner Landsgemeinde mindestens seit 1545 besteht. Jeweils 100 Männer seien auserwählt worden, die mit dem Kreuz gehen sollten – und noch mehr Freiwillige sollen es damals gewesen sein, wie aus alten Akten und einer Zeugenaussage von Ritter Kaspar Löw, Alt-Landammann und Landeshauptmann in Stans, hervorgeht.

«Weg hatte ein paar richtige Fallen»

Auch gestern dürften wohl einige zu Fuss den Weg von Stans nach Flüeli-Ranft unter die Füsse genommen haben. Dieser ist wieder in hervorragendem Zustand. Das war auch nötig. «Man kann sich leicht verirren», soll die «Neue Zürcher Zeitung» über den Bruderklausenweg geschrieben haben, der von Stans via St. Jakob und St. Niklausen zum Flüeli-Ranft führt.

«Der Weg hatte tatsächlich ein paar richtige ‹Fallen›, man konnte leicht vom Weg abkommen. Statt im Flüeli landete man im Gotthardli oder im Ächerli, wenn man sich nicht achtete», weiss Max Stengele. Der pensionierte Lehrer gehörte 1981 zu den treibenden Kräften hinter dem Bruderklausenweg. Auf diesem Weg soll der Stanser Pfarrer Heimo Amgrund in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 1481 in den Ranft geritten und der Tagsatzung in Stans den friedenstiftenden Rat von Bruder Klaus überbracht haben.

Wanderer und Pilger können nun seit 36 Jahren in seine Fussstapfen treten – und dabei das Winkelried-Denkmal, die Kniri-Kapelle oder die zahlreichen Aussichtspunkte bestaunen. Als damaliger Delegierter für die Aktivierung der Schuljugend hatte Max Stengele mit weiteren Leuten die Initiative für einen solchen Weg ergriffen. «Mit Farbkübeln ausgerüstet markierten wir an den Wegweisern und Bäumen den Weg», erinnert er sich. «Der Weg erlebte einen ungeheuren Aufschwung. Auch die Jakobspilger benutzen ihn.»

Beschilderung ist jetzt vorbildlich

Rechtzeitig zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus wurde nun der Weg mit Hilfe des Vereins Nidwaldner Wanderwege auf Vordermann gebracht. «Die Beschilderung ist jetzt vorbildlich, sodass sich niemand mehr verirrt», freut sich Stengele. Dafür sorgen die gelben Wegweiser, die lückenlos aufgestellt sind. «Ich habe genau gesagt, wo es welche Beschilderung braucht.» Ein grosses Augenmerk wurde auch auf die Sicherheit gelegt, indem gefährlichere Passagen gemieden werden. Zudem hat die Nidwaldner Bildungsdirektion zusammen mit Max Stengele die Wegbeschreibung – samt geografischen und historischen Hinweisen – überarbeitet. «Als ehemaliger Lehrer dachte ich natürlich auch an die Schüler, denn ursprünglich entwickelten wir die Unterlagen ja für die Lehrer, welche sie im Heimatkundeunterricht benutzen konnten.»

Bei dieser Erneuerung wurde auch auf spezielle Anliegen Rücksicht genommen. «Als wir damals die Bauern anfragten, ob wir den Weg durch ihr Grundstück führen lassen dürfen, sagten sie ohne zu zögern zu.» Doch leider habe es auch Wanderer gegeben, die sich nicht zu benehmen wussten – sich beispielsweise ins Heu legten oder Bierflaschen liegen liessen. Entsprechend zurück ging auch der Goodwill der Bauern. «So mussten wir den Weg an gewissen Stellen verlegen.» Hingegen habe man bei einigen Generationenwechseln erfreulicherweise auch das Gegenteil erlebt.

Hinweis

Internet: www.nw.ch (Stichwort: Bruderklausenweg)