Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

NID-/OBWALDEN: Schwäne: Eierstechen erst nächstes Jahr

Die Brutzeit ist zu weit fortgeschritten, um dieses Jahr Schwaneneier zu stechen. Einsprachen dagegen hat es keine gegeben.
Schwäne auf der Allmend in Buochs. (Bild Corinne Glanzmann)

Schwäne auf der Allmend in Buochs. (Bild Corinne Glanzmann)

Philipp Unterschütz

Die vom Bund bewilligte Regulierung der Schwanenbestände in Nid- und Obwalden könnte beginnen. Gegen die Verfügungen, die vor 20 Tagen in den Amtsblättern publiziert worden waren, sind bis gestern Abend keine Einsprachen eingegangen, es gilt zur Fristenwahrung allerdings der Poststempel.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/Bird life Schweiz bestätigt auf Anfrage, dass man keine Beschwerde gegen die Verfügungen erhoben habe. «Wir erwarten von den Behörden, dass sie die Abklärungen, die zu einer Verfügung führen, fachlich korrekt durchführen, dass sie Massnahmen auf ihre Gesetzmässigkeit und Verhältnismässigkeit überprüfen, dass sie, bevor sie über Eingriffe diskutieren, weniger gravierende Alternativen detailliert prüfen und nur Massnahmen verfügen, die zur Zielsetzung Wirkung erzielen und möglichst wenig Nebenwirkungen», schreibt Werner Müller, Geschäftsführer des SVS. «Auf Grund dieser Fakten und auch aufgrund anderer Prioritäten hat der SVS auf eine vertiefte Prüfung der erwähnten Verfügungen verzichtet.» Müller betont aber, das heisse nicht, dass der SVS grundsätzlich der Meinung sei, dass die Verfügungen rechtmässig und sinnvoll seien.

Natur kam zu Hilfe

In Nidwalden rechnet Justizdirektorin Karin Kayser nach dem Abwinken des Vogelschutzes nicht mit Einsprachen aus anderen Kreisen. «Die Bevölkerung hat verstanden, dass wir etwas machen müssen, um die Population der Schwäne und die dadurch angerichteten Schäden vermindern zu können.»

Obwohl die Kantone nun Eingriffe in die Brut vornehmen könnten und Eier stechen dürften, verzichtet man für dieses Jahr auf die Massnahme. «Es ist zu spät. Die Brut ist schon zu weit fortgeschritten», erklärt Cyrill Kesseli, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Amt für Wald und Landschaft Obwalden. «Aufgrund der Beobachtungen der Wildhüter wissen wir, dass die Schwäne kurz vor dem Ausschlüpfen sind, die Jungtiere in den Eiern haben sich schon zu weit entwickelt.» Zudem hat die Natur selber für Abhilfe gesorgt. «Am Mittwoch waren unsere Wildhüter unterwegs und haben die Nester kontrolliert», sagt Karin Kayser. «Durch das Hochwasser Mitte Mai sind 80 Prozent der Brut der Schwäne zerstört worden. Nur schon deshalb erübrigt es sich, dieses Jahr Eingriffe an den Gelegen vorzunehmen.» Cyrill Kesseli bestätigt, dass auch in Obwalden durch das Hochwasser einige Gelege zerstört worden seien, wenn auch nicht im gleichen Mass wie in Nidwalden am Vierwaldstättersee.

Weg über Verfügung war richtig

Dass Ob- und Nidwalden die Verfügungen zur Regulation der Schwanenbestände am 29. respektive am 30. April in den Amtsblättern öffentlich publiziert haben, obwohl das Bundesamt für Umwelt (Bafu) das weitere Vorgehen bezüglich seiner Bewilligung offen liess, hat sich als richtiger Entscheid herausgestellt. Mitten in der laufenden, 20-tägigen Einsprachefrist gegen die Verfügungen, hat das Bundesgericht nämlich im Mai entschieden, dass alle geplanten Eingriffe gegen geschützte Vogelarten als begründete Bewilligungen mit der Möglichkeit einer gerichtlichen Überprüfung veröffentlicht werden müssen. Der Entscheid kam nach einer Beschwerde des SVS/Bird life gegen Abschüsse von Graureihern und Gänsesägern in einzelnen Kantonen zu Stande. Den Kantonen Nid- und Obwalden kann nach diesem Entscheid kein Vorwurf eines Formfehlers gemacht werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.