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In Nid- und Obwalden werden die Hirsche erneut zweimal gejagt

Obwaldner Jäger haben nicht genug Rotwild erlegt. Auch dieses Jahr wird daher im Winter nochmals gejagt, gleich wie im Nachbarkanton. Dies ist nicht unumstritten.
Franziska Herger
Männliche Hirsche wie dieser können aufatmen. Auf Hirschkühe aber findet eine Nachjagd statt. (Bild: Romano Cuonz, 11. Juni 2018)

Männliche Hirsche wie dieser können aufatmen. Auf Hirschkühe aber findet eine Nachjagd statt. (Bild: Romano Cuonz, 11. Juni 2018)

Die Obwaldner Hochjagd ist vorbei, und sie war erfolgreicher als auch schon. Von 210 Stück Kahlwild, also Hirschkühen und -kälbern, die zum Abschuss freigegeben waren, wurden 125 erlegt. Letztes Jahr waren es bei gleichem Kontingent noch 109. «Vielleicht hatten die Jäger einfach mehr Jagdglück», sagt der Obwaldner Jagdverwalter Cyrill Kesseli auf Anfrage. «Nach unserer Einschätzung hielt sich das Rotwild heuer in besser zugänglichen tiefen Lagen auf.»

Bei den Hirschen, dem männlichen Rotwild, wurden bei einem Kontingent von 50 Tieren 51 erlegt. «Das kann passieren, denn ist das Kontingent nicht erreicht, bleibt die Jagd am nächsten Jagdtag offen, auch wenn das Kontingent dann überschritten werden könnte», erklärt Kesseli.

In den letzten Jahren ist der Hirschbestand in Obwalden stark angestiegen, was zu beträchtlichen Wildschäden auf Weideland und im Wald geführt hat. Einen Höchststand erreichte die Population 2018, als 866 Hirsche gezählt wurden. Diesen März waren es noch 837. «Das ist eine geringe Abnahme, die auch auf Ungenauigkeiten bei der Zählung zurückgeführt werden kann. Aussagekräftiger ist der Trend über mehrere Jahre», sagt der Jagdverwalter.

Die Tiere brauchen im Winter Ruhe

Hirsche fühlen sich in Obwalden anscheinend sehr wohl. Besonders in Giswil finden sie an südöstlich exponierten Hängen ein ideales Winterquartier. Dies zieht auch Hirsche aus Nachbarkantonen an. «Wie viele das sind, ist unklar, sie tragen leider keine Autonummer», meint Kesseli mit einem Schmunzeln. Die Wildschäden seien dieses Jahr gegenüber dem aussergewöhnlich nassen Ausnahmejahr 2018 weniger gravierend ausgefallen. Denn Trittschäden entstünden vor allem dann, wenn die Böden durchnässt und aufgeweicht sind. Dies sei heuer nicht der Fall gewesen.

Trotzdem soll der Bestand weiterhin reduziert werden. Zum Vergleich: Vor elf Jahren zählte man im ganzen Kanton 374 Hirsche. Im November und Dezember wird daher erneut an vier Wochenenden eine Regulationsjagd stattfinden.

Diese ist nicht unumstritten. Eine Initiative, welche die Nachjagd zugunsten einer längeren Jagd im September abschaffen wollte, wurde im Kanton Graubünden kontrovers diskutiert, im Mai aber schliesslich abgelehnt. Ein Hauptargument gegen die Nachjagd ist die Tatsache, dass die Tiere im Winter Ruhe benötigen, um mit ihren Energiereserven haushälterisch umgehen zu können. «Auch bei uns wird das Thema immer wieder diskutiert», meint Cyrill Kesseli. «Aber die Tiere haben sich im September noch gar nicht alle in ihren Winterquartieren eingefunden. Auch bei einer Verlängerung der Jagd im September würde man daher das Abschussziel kaum erreichen. Daher muss die Regulationsjagd nachgelagert ab November stattfinden.»

Doch nicht nur Hirsche wurden im September gejagt: 72 Gämsböcke erlegten die Jäger, bei einem Kontingent von 70. Auch bei den Gämsgeissen waren 70 freigegeben, wovon 49 erlegt wurden. Zur Schonung des Gämsbestandes wurde heuer erstmals der Abschuss kontingentiert.

72 Murmeltiere in Obwalden erlegt

Auch Murmeltiere dürfen bei der Hochjagd geschossen werden. «Die Murmeltierbestände sind auf gutem Niveau stabil», sagt Cyrill Kesseli. Murmeltiere sind nicht kontingentiert. Jeder Jäger darf eines erlegen, was aber nicht von allen wahrgenommen wird. Heuer wurden 72 Murmeltiere geschossen. «Auf vielen Alpen sind die Bewirtschafter froh, wenn Bestände kontrolliert werden», sagt der Jagdverwalter.

Am Damm des Tannalpsees auf Melchsee-Frutt seien die Abschüsse zudem zu Gunsten der Sicherheit wichtig. «Zu viele Murmeltierbauten könnten zu einem Sicherheitsproblem werden», so Kesseli. «Natürlich geht es aber bei der Murmeltierjagd auch um den Nutzungsaspekt.» Begehrt sei das Murmeltierfett, welches ausgelassen und beispielsweise für Salben verwendet werde. «Das Fleisch wird als ‹Muiggenpfeffer› von Liebhabern geschätzt», erzählt der Jagdverwalter.

Die Niederjagd, unter anderem auf Rehwild, ist noch im Gange.

Nachjagd auch in Nidwalden

(fhe) In Nidwalden ist das Rotwild ein kleineres Problem als im Nachbarkanton, wie Jagdverwalter Fabian Bieri auf Anfrage ausführt. Von 291 im Frühling gezählten Stück Rotwild wurden bei den Hirschen 21 erlegt und damit die sogenannte Abgangsplanung genau erreicht. Beim Kahlwild waren es ebenfalls 21 Tiere bei einem Kontingent von 60. Auch in Nidwalden wird im November aber eine Nachjagd stattfinden. Wildschäden hätten auch hier vereinzelt zugenommen, sagt Fabian Bieri. «Das Rotwild ist aber gut über den ganzen Kanton verteilt und hält sich vor allem in den schneereichen Wintermonaten in den 14 Wildruhegebieten auf.» Bei einem Gämsenbestand von 757 Tieren wurden in der zum Bestandsschutz verkürzten zehntägigen Jagd rund 100 Tiere erlegt. Zudem werden jährlich rund zwei Dutzend Murmeltiere erlegt, dies zur Populationskontrolle. «Sie können mit ihren Bauten vereinzelt beträchtlichen Schaden am Alpland verursachen», erklärt der Jagdverwalter.

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