Nid- und Obwaldner Ständeräte in stiller Wahl wiedergewählt

Der Obwaldner Ständerat Erich Ettlin (CVP) und der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki (FDP) sind in stiller Wahl wiedergewählt. Bei den Nationalratswahlen kommt es in Nidwalden zu einem Zweikampf. In Obwalden kandidieren fünf Personen um den frei werdenden Sitz.

Philipp Unterschütz und Martin Uebelhart
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Hans Wicki (zweiter von rechts) und Erich Ettlin (dritter von rechts) sind als Ständeräte in stiller Wahl wiedergewählt. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Hans Wicki (zweiter von rechts) und Erich Ettlin (dritter von rechts) sind als Ständeräte in stiller Wahl wiedergewählt. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Gestern Mittag um 12 Uhr war die Situation für die eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober klar: Die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen lief ab, eine zweite Kandidatur für die Obwaldner Ständeratswahlen war keine eingegangen. Damit wird Erich Ettlin (57, CVP, Kerns) Obwalden auch künftig im Ständerat vertreten. Der Regierungsrat werde Ettlin an seiner nächsten Sitzung als in stiller Wahl gewählt erklären, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

«Es hat sich zwar abgezeichnet, aber man weiss bis im letzten Moment nie. Ich freue mich sehr», sagte Erich Ettlin unmittelbar nach Fristablauf auf Anfrage. «Es ist ja auch eine indirekte Bestätigung für meine bisherige Arbeit.» Den Wahlkampf «Erich on Tour», den er sich vorgenommen hat, und in dem er mit der Vespa alle Gemeinden besucht, wird er trotzdem durchziehen. Nun einfach unter etwas anderen Vorzeichen. Anstatt die Wählerinnen und Wähler von seinen Anliegen, seiner Arbeit und seiner Person zu überzeugen, will Erich Ettlin nun einfach mit den Obwaldnerinnen und Obwaldnern ins Gespräch kommen. «Einerseits will ich damit Dankbarkeit für das Vertrauen ausdrücken. Ich möchte aber vor allem auch die Anliegen der Bevölkerung hören und mit nach Bern nehmen.»

Es seien weniger obwaldenspezifische Themen, die in nächster Zukunft anstehen würden, sondern nationale Themen, die auch Obwalden stark betreffen. Insbesondere die Gesundheitskosten, die Vorsorgedebatte um die Sozialwerke oder auch das Thema Verkehrszunahme und Infrastruktur würden das Parlament beschäftigen. «Ein ganz grosses Anliegen ist mir, dass auch in nächster Zeit die Diskussionen mit Anstand geführt werden und dass wir es schaffen, dass sich unser Land nicht spaltet, wie es momentan in anderen Ländern geschieht.

Fünf Kandidaten für den Nationalrat in Obwalden

Während die Wahl für den Ständerat vom Tisch ist, bleibt die Ausgangslage für die Ersatzwahl in den Nationalrat in Obwalden dagegen spannend. Nicht nur, weil sich den Wählerinnen und Wählern mit fünf Kandidaten eine so grosse Auswahl präsentiert wie seit 20 Jahren nicht mehr. Möglich sein könnte auch, dass erstmals eine Frau für Obwalden nach Bern zieht.

Für die Nachfolge des CSP-Nationalrats Karl Vogler, der altershalber nicht mehr antritt, schickt die SVP Kantonalpräsidentin Monika Rüegger (51) aus Engelberg ins Rennen. Der Berufsfachlehrer Marco De Col (53) soll den Sitz für die FDP erobern. Für die CVP tritt der Kägiswiler Peter Krummenacher (54) an. Er war von einem überparteilichen Komitee nominiert worden und erhielt vergangene Woche auch die offizielle Unterstützung der Partei. Den Mittepolitikern den Platz im Nationalrat streitig machen will der parteilose Kunstschaffende Luke Gasser (53), der bereits 2007 mit einem Achtungserfolg kandidiert hatte. Die zweite Frau auf dem Kandidatenkarussell ist die Gymnasiastin Mirjam Hostetmann (19), die für die JUSO antritt.

Alois Bissig fordert Peter Keller heraus

Für den Nidwaldner Nationalratssitz steigen der Hergiswiler Peter Keller (SVP, bisher) und sein Herausforderer Alois Bissig aus Ennetbürgen ins Rennen. Keller ist seit 2011 Mitglied der Grossen Kammer. Damals holte die SVP den Sitz, den zuvor die FDP innehatte. Der CVP-Politiker Bissig kandidiert wild, er wird von seiner Partei nicht unterstützt.

Ebenfalls still gewählt wird Erich Ettlins Nidwaldner Amtskollege Hans Wicki, wie die Staatskanzlei mitteilte. «Das ist jetzt nach 20 Jahren in der Politik das erste Mal, dass ich still gewählt werde», sagte der FDP-Politiker in einer ersten Stellungnahme. Dennoch freue er sich darüber und habe jetzt die Gewissheit, sich voll den anstehenden Themen widmen zu können und nicht einen Wahlkampf absolvieren zu müssen, der auch zeitraubend sein könne.

Wichtig aus Nidwaldner Sicht sei, die Problematik rund um die Pilatus Flugzeugwerke auf eine gute Schiene bringen. «Dazu wird es in der Herbstsession eine Debatte im Nationalrat geben und im Dezember kommt das Thema in den Ständerat», sagt Wicki.

Als weitere wichtige Themen für die Schweiz in der kommenden Legislatur ortet Wicki die Altersvorsorge. Er hofft, hier auch seinen Beitrag zu einer guten Lösung leisten zu können. Die Beziehung zu Europa gelte es mit einem breit abgestützten Rahmenabkommen zu stärken.

Weiter müssten verschiedene verkehrspolitische Dossiers weitergebracht werden. Hans Wicki denkt dabei beim öffentlichen Verkehr etwa an den Durchgangsbahnhof Luzern oder für einen späteren Zeitpunkt an einen Tunnel für Hergiswil. Einen Tunnel für das Lopperdorf gelte es auch beim Strassenverkehr aufzugleisen, so Wicki. «Und allenfalls können wir noch schauen, was man für Stans tun kann.»