Corona-Krise: Nidwalden lanciert Plattform für Lieferservices

Viele Nidwaldner Unternehmen bieten angesichts der Corona-Krise trotz geschlossenem Geschäft einen Lieferservice an. Nun haben der Kanton und heimische Wirtschaftsverbände eine Online-Plattform für solche Angebote geschaffen.

Franziska Herger
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Der Stanser Buchhändler Martin von Matt liefert Bücher mit seinem Velo aus.

Der Stanser Buchhändler Martin von Matt liefert Bücher mit seinem Velo aus. 

Bild: Adrian Venetz (Stans, 18. März 2020)

«Auch in schwierigen Zeiten für Sie da», «Kostenloser Hol- und Bringservice», «Wir finden einen Weg» – so werben Nidwaldner Unternehmen zu Zeiten von Corona auf einer neuen Internetplattform um ihre Kunden. Praktisch von einer auf die andere Woche hätten zahlreiche Dienstleister und Produzenten ihre Existenzgrundlage verloren und bangten um ihre Zukunft, schreibt die Volkswirtschaftsdirektion in einer Mitteilung. Derweil zeigten sich zahlreiche Betriebe – von Restaurants über Buchhandlungen bis Blumenläden – in dieser Notsituation kreativ. Viele bieten unter anderem einen Lieferservice auf Bestellung an.

Die kantonale Wirtschaftsförderung hat daher in Zusammenarbeit mit Pro Wirtschaft Nidwalden/Engelberg, den Jungunternehmern Nidwalden (Novum) und dem Gewerbeverband Nidwalden eine Online-Plattform unter dem Motto «Bliibid dihei – Wir kommen vorbei» erstellt, auf der Unternehmen kostenlos über ihr Angebot informieren können.

Website bündelt alle Angebote

Die am Montag lancierte Website habe schon über 100 Einträge, freut sich Diana Hartz, Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung. «Ich bin beeindruckt, wie die Unternehmer in Nidwalden einen grossen Effort leisten, um zumindest einen Teil der üblichen Einnahmen zu generieren.»  Auf Social Media, in Inseraten, Newslettern und auf den jeweiligen Websites waren schnell verschiedenste Angebote aus den unterschiedlichen Branchen zu finden. «Da kam die Idee auf, diese Angebote zu bündeln und den Betroffenen in Nidwalden eine gemeinsame Plattform zu bieten, auf der Kundinnen und Kunden eine möglichst umfassende Übersicht erhalten», erzählt Diana Hartz. Die heimischen Wirtschaftsverbände hätten im Rekordtempo ihre Unterstützung erklärt. 

Angebot funktioniert nur, «wenn sich die Nidwaldner Bevölkerung solidarisch zeigt»

Nun hofften der Kanton und die beteiligten Wirtschaftsverbände, dass sich viele betroffene Betriebe registrieren und davon profitieren. «Dies funktioniert aber nur», so Diana Hartz, «wenn sich die Nidwaldner Bevölkerung mit den lokalen Unternehmen solidarisch zeigt, trotz Online-Shopping-Zeitalter direkt bei ihnen eine Dienstleistung oder Produkte bezieht und bereit ist, dafür ein paar Franken mehr auszugeben. Sie helfen mit dieser einfachen Geste mit, dass Betriebe den Überlebenskampf gewinnen werden.»

Ob sich die Alternativangebote für die Unternehmen auszahlen, werde sich zeigen, so Hartz. «Die Erfahrung der letzten Woche zeigt, dass gerade ein mittäglicher Lieferdienst von Restaurants gut genutzt wird. Dies nicht nur von Arbeitern, sondern auch von in der Nähe wohnenden Senioren, was angesichts der Weisungen des BAG ideal ist.» Die Angebote seien zudem eine sinnvolle Schadensbegrenzung: «Bei vielen Restaurants war der Kühlraum am Tag der Schliessung voll. Mit einem Lieferservice können sie diese Vorräte abarbeiten und gleichzeitig eine gewisse Beschäftigung aufrechterhalten. Tun sie das sieben Tage die Woche, können einige gar Kurzarbeit vermeiden.» Die Website bleibe so lange aufgeschaltet, wie es sie brauche, sagt Diana Hartz.

Mittlerweile hat der Bundesrat der Wirtschaft Hilfe von über 40 Milliarden Franken zugesichert und auch auf kantonaler Ebene wird ein Unterstützungsprogramm erarbeitet, über das demnächst informiert werde, so die Volkswirtschaftsdirektion.

Online-Plattform «Bliibid dihei – Wir kommen vorbei»: www.nw-gewerbe.ch. Bei Fragen und Anliegen ist die kantonale Wirtschaftsförderung während Bürozeiten unter wirtschaftsfoerderung@nw.ch oder Telefon 041 618 76 54 erreichbar.

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