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Noch ein Frutt-Bartgeier ist tot

Die Überreste von Bartgeier Alois sind nahe Engelberg in einem Lawinenkegel gefunden worden. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Dieses Jahr sollen auf der Frutt wieder junge Bartgeier ausgewildert werden.
Franziska Herger
Der inzwischen verstorbene Bartgeier Alois. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD)

Der inzwischen verstorbene Bartgeier Alois. (Bild: Hansruedi Weyrich/PD)

Bartgeier Alois ist tot. Dies vermeldet die Stiftung Pro Bartgeier auf ihrer Webseite. Die Überreste des Junggeiers, der 2016 auf der Frutt ausgewildert wurde, seien von einem Wildhüter in einem abschmelzenden Lawinenkegel im Gebiet Arni-Halten nahe Engelberg gefunden worden. Bereits im Januar habe man aufgrund eines Temperaturabfalls am Sender des Vogels sowie fehlender Signale das Schlimmste befürchtet, sagt Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier. «Wir haben Alois dann sofort versucht zu orten, aber das Gebiet war wegen Lawinengefahr nicht zugänglich.» Die Schneeschmelze brachte nun Gewissheit.

Die Ursache für den Tod des Bartgeiers sei noch unklar, sagt Hegglin. «Die Untersuchungen laufen noch. Wir haben schon Vögel durch eine Kollision mit Strom- oder Leitungskabeln verloren, die es in diesem Gebiet auch gibt. Möglich ist ebenfalls, dass er von der Lawine mitgerissen wurde.» Auch Vergiftungen würden bei Bartgeiern zuweilen festgestellt, so Hegglin, «etwa wenn die Tiere von Kadavern fressen, die Reste bleihaltiger Munition enthalten. Glücklicherweise nimmt dieses Risiko jedoch ab, da die Thematik in Jagdkreisen aktiv angegangen wird.»

Der Verlust von Alois sei sehr schade für das Auswilderungs-Projekt, meint Daniel Hegglin. «Junge Bartgeier fliegen sehr weit umher, bevor sie mit etwa fünf Jahren paarungsfähig werden. Doch Alois war schon relativ treu an die Zentralschweiz gebunden und war viel im Raum Engelberg unterwegs. Wir hatten besonders Freude an ihm.»

Von Rückschlägen nicht entmutigen lassen

Es ist nicht der erste Dämpfer für das Projekt. Letzten Sommer verstarb das erst kurz zuvor auf der Frutt ausgewilderte Weibchen Senza, als es bei seinen ersten Flugversuchen von einer Windböe erfasst wurde und in die Tiefe stürzte. Man dürfe sich von solchen Rückschlägen nicht entmutigen lassen, meint Daniel Hegglin. «Insgesamt haben Bartgeier in der Schweiz eine sehr tiefe Sterblichkeit.» Konkret hat ein Junggeier in seinem ersten Lebensjahr eine durchschnittliche Überlebensrate von rund 88 Prozent und von 96 Prozent in den Folgejahren. Trotzdem – allzu viele Verluste verträgt die Bartgeierpopulation nicht. «Die Art pflanzt sich nur sehr langsam fort», erklärt Daniel Hegglin.

Doch es gibt auch gute Neuigkeiten. Dem letztes Jahr ausgewilderten Bartgeier Johannes geht es blendend. Er hält sich momentan oft in der Zentralschweiz auf, nachdem er den Winter in den französischen Südalpen verbrachte. Der zusammen mit Alois ausgewilderte Cierzo zieht derweil im Berner Oberland seine Kreise. Trudi, Ewolina und Sempach II, die 2015 als erste drei Bartgeier in Obwalden ausgewildert wurden, sind dagegen häufig im französisch-italienischen Grenzgebiet unterwegs.

Und bereits steht eine neue «Obwaldner Generation» in den Startlöchern: «Wir werden auch dieses Jahr wieder Bartgeier auf Melchsee-Frutt auswildern», kündigt Daniel Hegglin an. Wann genau wieder junge Bartgeier auf der Frutt das Fliegen lernen, darüber werde die Stiftung in den nächsten Wochen informieren.

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