NOMENKLATUR: Tendenz zu Mundart wird abgeschwächt

Die Obwaldner Gemeinden können gewichtig mitreden, wie ihre Ortsnamen zukünftig lauten. Die einstigen Wogen gegen die Namensrevision haben sich geglättet.

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Arnold Wagner, Gemeindepräsident von Kerns. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Arnold Wagner, Gemeindepräsident von Kerns. (Archivbild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Obwalden ist davon abgekehrt, seine Orts- und Flurnamen möglichst lautnah zum Dialekt auszurichten. Auf Anordnung des Bundes, alle Ortsnamen zu überprüfen und deren Schreibweise nach einem klaren Grundsatz auszurichten, hat die Obwaldner Nomenklaturkommission 2005 sprachliche Richtlinien für eine Überarbeitung aufgestellt. Bald darauf wurden den Gemeinden Verzeichnisse mit geänderten Orts- und Flurnamen vorgelegt.

Die Gemeinderäte von Kerns und Sachseln und später noch von weiteren Gemeinden brachten für die damals weit reichende Revision kein Verständnis auf. «Die Nomenklaturkommission drängte uns zu zahlreichen Namensänderungen mit teils extremen Dialektformen», erzählt der Kernser Gemeindepräsident Arnold Wagner. «Wir hingegen wollen Namen, die wir auch nachleben können.» Zudem sei beantragt worden, jedem Haus, selbst einem entlegenen Bauernhof, eine Nummer zu geben. Doch die Antwort der Gemeinden folgte prompt: zu teuer und unnötig, lautet ihr Tenor. Die Namen seien möglichst zu belassen, wie sie jetzt feststünden. Denn nach der Revision hätten Strassenschilder und Drucksachen an die neuen Schreibweisen angepasst werden müssen.

Rücksicht auf Gemeinden
Der Protest der Gemeinden verzeichnete Wirkung. «Wir haben an die Nomenklaturkommission den Wunsch gerichtet, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu erarbeiten», sagt der Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker. «Die eingebrachten Namensänderungen waren zu technisch.» Mittlerweile sind den Gemeinden bereits neue, in ihrer Tendenz zur Mundart abgeschwächte Verzeichnisse vorgelegt worden.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Obwaldner Zeitung.