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Obwaldens erste Gemeindeweibelin hat Respekt vor ihrem Amt

Die erste Gemeindeweibelin Obwaldens heisst Esther Windlin-Berchtold. Die Gemeindeversammlung von Giswil wählte sie und verabschiedete Gemeinderätin Doris Ming.
Marion Wannemacher
Gemeindepräsident Beat von Wyl (links) mit der neuen Gemeindeweibelin Esther Windlin-Berchtold und ihrem Vorgänger Hanspeter Schnider. (Bild: Marion Wannemacher, Giswil, 15. Mai 2018)

Gemeindepräsident Beat von Wyl (links) mit der neuen Gemeindeweibelin Esther Windlin-Berchtold und ihrem Vorgänger Hanspeter Schnider. (Bild: Marion Wannemacher, Giswil, 15. Mai 2018)

«Das ist schon der erste offizielle Auftritt», witzelt eine Giswilerin über Esther Windlin-Berchtolds Gespräch nach der Gemeindeversammlung vom Dienstag. An das Rampenlicht muss sich die neue Gemeindeweibelin noch gewöhnen. «Ich bin gespannt, was auf mich zukommt», verrät sie. Zwar gibt es bereits eine Landweibelin (Hanna Mäder), was die Gemeinden im Kanton Obwalden betrifft, ist die gebürtige Giswilerin die allererste Gemeindeweibelin. Dessen ist sie sich bewusst. «Es ist manchmal ein Unterschied, ob etwas ein Mann oder eine Frau sagt», hält sie fest und bekennt: «Ich war mir zunächst nicht so sicher, ob die Giswiler akzeptieren würden, was ich sage.» Umso erfreuter nimmt sie die vielen positiven Reaktionen und Glückwünsche nach der Wahl entgegen.

Ob es schwierig ist, in die Fussstapfen ihres Vorgängers zu treten? Immerhin war Hanspeter Schnider mehr als 25 Jahre Gemeindeweibel. «Es ist schon schwierig, vor allem, wenn jemand sein Amt so lange und so gut gemacht hat», findet sie. «Ein Weibel ist für mich eine Respektsperson. Aus diesem Grund hatte ich auch schlaflose Nächte. Allerdings habe sie mit ihrem Mann und den drei Kindern darüber gesprochen, ob sie das Amt annehmen solle. Vorgenommen hat sich Esther Windlin, die in Teilzeitarbeit bei der Post tätig ist, sich auf ihre Aufgaben vorzubereiten: Repräsentieren, Tatbestandsaufnahmen bei Wohnungsabnahmen, in seltenen Fällen amtliche Zustellungen und ausserdem, dass sie sich selbst bleibt. Ende Juni wird die Stabsübergabe feierlich vollzogen – dann in traditionellem Gewand.

Immer Doris Ming geblieben

Es sei für sie das letzte Mal, dass sie Stimmenzähler vorschlage, kündigte Gemeindepräsident Beat von Wyl an und meinte die Gemeindevizepräsidentin Doris Ming, die Ende Juni aus dem Amt scheidet. Sie habe gedacht, sich zu verabschieden, falle ihr leicht, sagte Doris Ming. Feuchte Augen gab es dann aber doch. 2008 war sie in den Gemeinderat gewählt worden, 2011 wurde sie in stiller Wahl Gemeindevizepräsidentin. In 480 Sitzungen habe sie rund 3000 Geschäfte gemeinsam mit dem Gemeinderat bewältigt, rechnete Beat von Wyl vor.

Gemeinderätin Doris Ming unterstützt einen Buben am Tag der Einsegnung des neuen Tanklöschfahrzeugs tatkräftig an der Handpumpe. (Bild Markus von Rotz, Giswil, 16. April 2016)

Gemeinderätin Doris Ming unterstützt einen Buben am Tag der Einsegnung des neuen Tanklöschfahrzeugs tatkräftig an der Handpumpe. (Bild Markus von Rotz, Giswil, 16. April 2016)

Neben ihrer Funktion als Sozialvorsteherin war sie Stiftungsrätin in der Betagtensiedlung D’r Heimä. Eines ihrer Kernanliegen im Zusammenhang mit Organisation und Finanzen sei immer gewesen, dass der betagte Mensch eine gute Pflege erfahre und im Zentrum stehe. Sie habe mehrere funktionelle Umbauprojekte begleitet wie auch eine Umstrukturierung. Als wichtige Stationen nannte der Gemeindepräsident die Federführung beim Alterskonzept, auch in der Arbeitsgruppe fürs neue Leitbild 2018 ist sie beteiligt. Ganz persönlich sagte von Wyl zu seiner Kollegin im Gemeinderat: «Doris, du strafst das Klischee von einer typischen Politikerin Lügen. Du hast kein Interesse an abgehobenen Strategien, an formalistischem Getue, du bist keine Person, die linientreu hinter einer Partei lebt. Du bist in den zehn Jahren immer Doris Ming geblieben.»

Es seien zehn Jahre gewesen, die reich beladen waren. «Diese Arbeit ist ein ganz wichtiger und bedeutender Teil von meinem Leben geworden», sagte Ming und dankte ihren Ratskollegen mit den Worten: «Wir sind ein guter Gemeinderat.» Auch dankte sie den Giswilern für Vertrauen und Wohlwollen und allen Mitarbeitern der Verwaltung. «Danke, ich habe wirklich gern für Giswil gearbeitet», betonte Doris Ming.

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