Nun können sie beim OKB-Spatenstich endlich strahlen

Eine jahrelange Leidensgeschichte geht zu Ende: Nach einem Hin und Her bis vor Bundesgericht fand gestern der Spatenstich für den neuen OKB-Hauptsitz im Feld in Sarnen statt. Mit fünf speziellen Besuchern.

Markus von Rotz
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CEO Bruno Thürig (Dritter von rechts) schreitet mit Regierungsrat Christoph Amstad und Bankratspräsident Daniel Dillier (beide links von ihm) und weiteren Beteiligten zur Tat. (Bilder: Markus von Rotz, Sarnen, 25. Juni 2019)

CEO Bruno Thürig (Dritter von rechts) schreitet mit Regierungsrat Christoph Amstad und Bankratspräsident Daniel Dillier (beide links von ihm) und weiteren Beteiligten zur Tat. (Bilder: Markus von Rotz, Sarnen, 25. Juni 2019)

Die Obwaldner Regierung war beim Anlass trotz Sitzungstag gestern in corpore anwesend. Landammann Christoph Amstad liess die letzte Sitzung unter seiner Leitung für eine Stippvisite im Feld unterbrechen. Sie hätten zwar noch einiges zu erledigen vor den Sommerferien, seien dafür aber schon um 8 Uhr morgens zusammengesessen, betonte er am Rande des Anlasses.

Der hohe Besuch kam nicht von ungefähr. Zum einen ist die Obwaldner Kantonalbank im Eigentum des Kantons. Zum andern betonte Amstad in seiner kurzen Ansprache: «Gerade ich als ehemaliger Banker weiss, dass eine gute Bank einen grossen Beitrag für die Wirtschaft leistet.» Die Obwaldner dürften auf die Kantonalbank stolz sein. Sie nehme ihr Jahresmotto «Begeistert zum Ziel» Ernst und gehe wie ihre neue Botschafterin, die Spitzenruderin Jeannine Gmelin, den Weg Schritt für Schritt. Auch das aktuelle Bauprojekt habe «nur mit Freude, Leidenschaft und harter Arbeit» so weit gebracht werden können.

Umweg über Gerichte und Ersatzpavillon

Es lief längere Zeit nicht nach dem Willen der Bank-Verantwortlichen. Gerichtliche Auseinandersetzungen seit 2011 hatten den am alten Standort an der Brünigstrasse geplanten und bereits bewilligten Neubau immer wieder verzögert, bis das Bundesgericht 2017 diese Bewilligung letztlich aufhob. Die Bankverantwortlichen entschieden daraufhin, einen anderen Standort für den neuen Hauptsitz zu suchen. Den fanden sie auf der grünen Wiese im Feld nahe der Industriezone und dem Bahnhof Sarnen Nord. Bankratspräsident Daniel Dillier sagte gestern: «Das ist ein sehr freudiger Tag, er wird als extrem denkwürdig in die über 130-jährige Geschichte der Bank eingehen.» Nicht jede Generation habe die Möglichkeit, einen Neubau zu erstellen.

Handshake zwischen Bankratspräsident Daniel Dillier (links) und CEO Bruno Thürig.

Handshake zwischen Bankratspräsident Daniel Dillier (links) und CEO Bruno Thürig.

CEO Bruno Thürig erinnerte daran, dass die Folgen des Hochwassers 2005 am Anfang der Überlegungen gestanden seien, einen Neubau in Erwägung zu ziehen. Dass man jetzt damit beginnen könne, sei auch für die rund 200 Mitarbeiter denkwürdig. «Wir werden wo immer möglich einheimische Unternehmer berücksichtigen», betonte Thürig. Der Neubau wird zudem aus Holz gebaut, das zu hundert Prozent in Obwaldner Wäldern geschlagen wird.

«Ich finde das grossartig, weil der Wald in der Obwaldner Geschichte immer eine wichtige Bedeutung gehabt hat und sogar verantwortlich ist für die Namensgebung unseres Kantons», sagte Landammann Christoph Amstad. Nach den drei kurzen Reden wurde zur Tat geschritten: Symbolisch hoben CEO Bruno Thürig und verschiedene Gäste die ersten Teile des Baugrunds mit ihren Schaufeln aus.

Ende Oktober soll nach den nun anlaufenden Tiefbauarbeiten die Baugrube fertiggestellt sein. Im Spätsommer werden Fundament und Treppenhaus stehen. Als Letztes wird das Holz verbaut, so dass die Kantonalbank im Herbst 2021 den 39-Millionen-Franken-Neubau beziehen kann. Das Projekt Quadrum der Seiler Linhart Architekten in Luzern und Sarnen wird als fünfstöckiger Systembau erstellt.