Nun startet die Sarner Ortsplanungsrevision

Die Gemeinde Sarnen überarbeitet die Ortsplanung. Der Gemeinderat hat die Ausschreibung der Planerarbeiten für die Ortsplanungsrevision gestartet. Mit der Ortsplanungsrevision werde zugleich das Bau- und Zonenreglement angepasst.

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(sez) Der Sarner Gemeinderat muss die Ortsplanung überarbeiten. Das ist nötig, weil das kantonale Baugesetz vom Kantonsrat geändert wurde. Der Kantonsrat gibt den Gemeinden fünf Jahre Zeit. Der Gemeinderat Sarnen hat nun die Ausschreibung der Planerarbeiten gestartet, wie er in einer Mitteilung schreibt. Unmittelbar nach der Wahl des Planungsteams sollen die Arbeiten im April nächsten Jahres starten.

Die Anpassung des Bau- und Zonenreglements an das kantonale Baugesetz führt dazu, dass die Bauzonen zukünftig ohne Nutzungsziffer das Mass und die Art der Bebauung definieren müssen. Mit der Umsetzung der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der Baubegriffe (IVHB) wurde die Definition der Nutzungsziffer aus dem kantonalen Baugesetz gelöscht. Zu erarbeiten, wie die Ziele der Raumplanung und der Gemeindeentwicklung ohne das Steuerungsinstrument der Nutzungsziffer am besten erreicht werden, wird eine zentrale Aufgabe der Ortsplanungsrevision sein.

Über 60 Sarner Quartierpläne sollen überprüft werden

Mit der Abschaffung der Nutzungsziffer bietet sich die Gelegenheit, die Bau- und Zonenvorschriften so auszugestalten, dass die Siedlungserneuerung und landschaftsschonende Entwicklung nach innen gefördert werden können, schreibt der Gemeinderat. Dazu gehört auch eine Überprüfung der über 60 Quartierpläne in Sarnen, die teilweise noch aus den 1970er-Jahren stammen. Die Quartierpläne wurden für die Entwicklung einzelner Bebauungen aufgestellt und konservieren das damals geltende Recht. Oft stehen Quartierpläne einer Erneuerung und einer Erhöhung der Nutzflächen entgegen und sind nur mit grossem Aufwand anzupassen, heisst es in der Mitteilung weiter. Wo möglich und sinnvoll, sind die Quartierpläne aufzuheben. Notwendige Regelungen können in spezielle Zonenvorschriften im Bau- und Zonenreglement übertragen werden.

Der Einwohnergemeinderat misst der Ortsplanungsrevision nach eigenen Angaben hohe Bedeutung zu. Aus Sicht des Gemeindepräsidenten Jürg Berlinger ist insbesondere der Prozess mit der Bevölkerung, der schon früh mit dem Masterplan angestossen wird, wertvoll und wichtig. «In den Ortsteilen und den Quartieren sollen je eigene Strategien und Lösungen für die Entwicklung gefunden werden. Im Kleinen wie auch im Grossen geht es um Nachbarschaft und eine gemeinsame Zukunft. Mit dieser öffentlichen Bekanntmachung erfolgt der Start der Ortsplanungsrevision, die von vielen Seiten erwartet wird», schreibt die Gemeindekanzlei.