Nur aus dem Swisslos-Fonds ist ein kantonaler Beitrag ans Hallenbad Obwalden möglich

Die Regierung bleibt dabei: mehr als 150'000 Franken kann der Kanton nicht an die Sanierung des Hallenbads zahlen.

Philipp Unterschütz
Drucken
Teilen
Die Regierung lehnt eine Motion für einen höheren Beitrag ans Hallenbad Kerns ab.

Die Regierung lehnt eine Motion für einen höheren Beitrag ans Hallenbad Kerns ab.

Bild: Corinne Glanzmann (Kerns, 17. Januar 2018)

Die Beliebtheit und der Nutzen des Hallenbads Obwalden in Kerns sind unbestritten. Doch einzelne Anlagenteile wie beispielsweise das knapp 17 Meter grosse Sportbecken und Garderoben müssen saniert werden. Und um den Ansprüchen des Schulschwimmens und Kurswesens, aber auch der Besucher gerecht zu werden, muss die Wasserfläche mit einem zusätzlichen Kursbecken erweitert werden. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 4,7 Millionen, wovon eine Million aus dem Betrieb generiert werden kann und für eine weitere Million eine Spendenzulage vorliegt. Für 2,7 Millionen Franken ist die Hallenbad Obwalden AG auf die Unterstützung der Öffentlichkeit angewiesen.

Hallenbad AG und Motionäre wollen mehr Geld vom Kanton

Den Antrag der Hallenbad Obwalden AG an den Kanton für einen Beitrag von 900'000 Franken (jährlich 90'000 Franken während 10 Jahren) hatte keinen Erfolg. Der Kanton gewährte im Juni stattdessen einen einmaligen Beitrag von 150'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. «Mit einem derart tiefen Betrag haben wir nicht gerechnet», machte der Verwaltungsrat der Hallenbad AG darauf seiner Enttäuschung im Jahresbericht Luft.

Schützenhilfe gab es von den beiden Kantonsrätinnen Veronika Wagner und Sonnie Burch (beide CVP, Kerns) und 17 Mitunterzeichnern. Sie forderten in einer Motion Ende Mai, dass der Regierungsrat eine Vorlage ausarbeite, damit er bis 520'000 Franken beisteuern könne. Das Hallenbad sei für die Standortattraktivität des Kantons wichtig und es sei als regionale Sportanlage nicht mehr wegzudenken, argumentierten die Motionärinnen. Auch der Nutzen für den Tourismus könne klar bejaht werden. Es würden eindeutig kantonale Interessen berührt.

Regierung bleibt bei 150'000 Franken

Am Donnerstag werden die Unterzeichner im Kantonsrat eine abschlägige Antwort von der Regierung erhalten. Diese beharrt auf ihrem Beitrag von einmalig 150'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds an die Baukosten. Die Regierung zeigt zwar Verständnis für das Anliegen, argumentiert aber mit fehlenden gesetzlichen Grundlagen. Eine Finanzhilfe im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) sei nicht möglich, weil die unterstützten Projekte Innovationscharakter haben müssten, was beim Hallenbad Kerns nicht gegeben sei. Zudem wurde die AG bereits 2006 mit einem Investitionshilfedarlehen von 1,8 Millionen Franken unterstützt. Eine Folgefinanzierung sei nicht möglich.

In ihrem Bericht weist die Regierung weiter darauf hin, dass für die Umsetzung des Lehrplans und des Schulschwimmens die Gemeinden zuständig seien. Sie müssten auch die Infrastruktur dafür stellen und finanzieren.

«Hingegen hat die Prüfung des Gesuchs ergeben, dass die Voraussetzungen für die Gewährung von Mitteln aus dem Swisslos-Fonds grundsätzlich gegeben sind, aber nicht in der beantragten Höhe», schreibt die Regierung weiter in ihrem Bericht. Es sei ein vernünftiger, finanziell tragbarer Ansatz für die Zukunft zu wählen.

Erweiterung des Wellness-Bereichs ohne kantonale Gelder

Die Regierung anerkennt die Notwendigkeit der Sanierung des Schwimmbeckens und der Garderobenanlage und spreche deshalb einen Beitrag aus dem Swisslos-Fonds, der angemessen sei. Für die Ausbau- und Erweiterungspläne, welche vorwiegend den Wellnessbereich betreffen, sieht die Regierung keine Möglichkeit für eine weitere finanzielle Beteiligung. Es fehle nicht nur an der gesetzlichen Grundlage. «Der Kanton Obwalden verfügt zudem auch nicht über die finanziellen Mittel, um sich via dem ordentlichen Budget zu beteiligen», hält die Regierung weiter fest. Entsprechend beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat, die Motion abzulehnen.

Als erste Gemeinde im Sarneraatal hat übrigens Kerns an der Gemeindeversammlung Mitte August einen Investitionsbeitrag von 1,37 Millionen Franken angenommen und auch dem Betriebskostenbeitrag von jährlich 39'700 Franken während 15 Jahren zugestimmt.

Mehr zum Thema

Kerns stimmt Beitrag für das Hallenbad Obwalden zu

Die Gemeinde Kerns hat am Dienstagabend auf einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung dem Investitionsbeitrag von maximal 1,37 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung des Hallenbades Obwalden zugestimmt.