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Nur mit Effizienz geht im Dorfladen Lungern die Rechnung auf

Nach 40 Jahren ist im Dorfladen ein Generationenwechsel angesagt. Er soll nahtlos über die Bühne gehen.
Primus Camenzind
Raphael und Fabienne Wallimann-Halter mit Lilly und Matua und Beat und Maria Halter-Wicki (von links) im Dorfladen Volg. (Bild: Corinne Glanzmann (Lungern: 19. Dezember 2018))

Raphael und Fabienne Wallimann-Halter mit Lilly und Matua und Beat und Maria Halter-Wicki (von links) im Dorfladen Volg. (Bild: Corinne Glanzmann (Lungern: 19. Dezember 2018))

Es ist elf Uhr mittags. Im Volg-Lebensmittelgeschäft in Lungern ist reichlich Betrieb. Wer eintritt, ist der Inhaberfamilie Halter in der Regel bekannt und wird freundlich begrüsst. «Wir haben Kunden, die fast täglich bei uns einkaufen», erklärt Fabienne Wallimann-Halter. Sie hat ab 1. Januar 2019 im Geschäft das Sagen. Wobei: «Meine Mutter, mein Vater und mein Mann werden mir zur Seite stehen, denn wir betreiben unseren Laden auch weiterhin als Familienbetrieb», gibt uns die diplomierte Buchhalterin mit Management Ausbildung zu verstehen. «Ich habe Lust, einen Beitrag dazu leisten, damit in Lungern das Dorfleben weiterhin intakt bleibt. Wir haben im 2000-Seelen-Dorf so viele Familien und Kinder, dass es den Dorfladen als Mehrwert in der Gemeinde verträgt.»

Als Tante Emma-Laden gestartet

Ein Blick zurück in die Gründerzeit: Der Grossvater der neuen Geschäftsführerin kaufte 1969 das Geschäftshaus mit kleinem Laden an der Brünigstrasse 103. Vor knapp 40 Jahren, am 1. November 1979, übernahm dann sein Sohn Beat Halter mit Ehefrau Maria den kleinen «Tante Emma-Laden» mit integrierter Milchsammelstelle. Drei Jahre später wurde das Lokal in ein «Chäslädäli» umgebaut und weitere neun Jahre später entstand durch den Totalumbau der Dorfladen in der heutigen Grösse. Seit 2005 arbeitet die Familie Halter mit der Detailhandelsorganisation «Volg» zusammen. Auf die neue Umfahrung des Dorfes im Jahr 2012 reagierten Halters mit einem umfassenden Lifting: neue Technik im Laden, neues Erscheinungsbild und längere Öffnungszeiten. «Wir mussten uns etwas einfallen lassen und Massnahmen treffen, damit die Passanten nicht wegblieben», gibt Fabienne Wallimann zu verstehen. Seit einem Jahr ist im Dorfladen auch die Postagentur integriert.

Maria Halter-Wicki erzählt über die Veränderungen der letzten 40 Jahre im Geschäftsbetrieb: «Damals gab es in Lungern noch Partner, welche ebenfalls Lebensmittelläden betrieben. Die Bindung mit den Kunden war zu dieser Zeit etwas enger», meint die Mutter von Fabienne. Sie gibt zu bedenken, dass gewisse Preise in dieser Zeit – Milch, Butter etc. – fast genau gleich waren wie heute. «Die Personalkosten sind hingegen um das Doppelte gestiegen», fährt sie fort. «Effizienz» sei das Lösungswort, damit die Rechnung auch in der Gegenwart noch aufgehe. Der Einzug der verschiedenen Grossverteiler in Sarnen und Stans habe natürlich auch in Lungern Wirkung gezeigt, bekräftigt Beat Halter. «Wir überleben, weil wir unsere Frischprodukte für den täglichen Einkauf vorteilhaft präsentieren können», meint er. Es gebe Kunden, die praktisch alles im Dorfladen kaufen, und natürlich auch jene, die den Grosseinkauf «im Unterland» tätigen und bei ihnen nur noch das Vergessene holen würden, ergänzte Maria Halter.

Kunden kaufen zielgerichtet ein

Rund 90 Prozent des Angebots ist von Volg. «Wir haben aber auch zahlreiche Produkte des Labels ‹Feins vom Dorf› wie Käse, Honig, Eier, Joghurt. Die Kundschaft weiss also genau, woher die Ware stammt – man kennt die Lieferanten», betont Fabienne Wallimann. Sie hält es auch für möglich, dass die Kundschaft im Dorf etwas zielgerichtet einkauft und genau weiss, was sie will. «Wir probieren auch, viel Abwechslung in den Laden zu bringen, sei es mit Degustationen, thematischen Schwerpunkten, wechselnden Auslagen und anderem mehr», erklärt sie. «Wir propagieren den Einkauf für den täglichen Gebrauch.» In der engen Zusammenarbeit mit Volg könnte man nach Darstellung der neuen Geschäftsführerin ein «Klumpenrisiko» sehen. «Wir können das Ganze aber auch drehen und sagen: Wir haben einen starken Partner, der uns täglich beliefert.» Dieser schätze die Zusammenarbeit, weil der Lungerer Dorfladen etwas fernab der Grossverteiler sei.

Ab 1. Januar wird Maria Halter ihrer Tochter in einem reduzierten Pensum zur Seite stehen. Für die fünf Mitarbeitenden ausserhalb der Familie geht es trotz Wechsel nahtlos weiter. «Sie spüren, dass es harmoniert», sagt Fabienne Wallimann. Vater Beat Halter steht kurz vor der Pensionierung und zieht sich allmählich aus dem geschäftlichen Alltag zurück. Raphael Wallimann, Ehemann der Geschäftsführerin, steht anderweitig im Berufsleben und hilft seiner Frau in Personalfragen und im technischen Bereich.

Vom 10. bis 12. Januar wird der Generationenwechsel mit drei Überraschungstagen öffentlich vollzogen.

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