Ob-/Nidwalden
Auch die diesjährige Powerwoche findet unter speziellen Vorzeichen statt

Nachdem die Powerwoche im vergangenen Jahr nur über Social Media stattfand, gibt's dieses Jahr wieder reale Workshops – aber nur in einigen Gemeinden.

Matthias Piazza
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Eine Bootstour machen, auf dem Sarner See fischen, sich als Schriftsteller versuchen, Pralinen zubereiten oder einen Ausflug mit Pferden unternehmen: In der zweiten Osterferienwoche vom 12. bis 16. April können Nid- und Obwaldner Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren verschiedene kreative und sportliche Angebote ausprobieren. Dies nach einem zweijährigen Unterbruch. Denn wegen Corona fand die Aktionswoche zwischenzeitlich nur digital statt. Sie wird seit 2010 jeweils während der Osterferien von den Kantonen Ob-/Nidwalden in Zusammenarbeit mit den Jugendarbeitsstellen der Gemeinden angeboten.

Jugendliche lassen sich an der Powerwoche in die Kunst der Selbstverteidigung einweihen.

Jugendliche lassen sich an der Powerwoche in die Kunst der Selbstverteidigung einweihen.

Bild: Nidwaldner Zeitung (Stans, 5. April 2016)

Doch auch die diesjährige Ausgabe steht unter dem Zeichen von Corona. Nahmen in «normalen» Jahren gut 160 Jugendliche an einem oder mehreren der gegen 20 Angebote teil – egal aus welcher Gemeinde sie stammten –, ist das Angebot heuer limitiert. Die Jugendlichen können nur Angebote wahrnehmen, welche die Jugendarbeitsstelle ihrer Gemeinde auf die Beine gestellt hat – was nicht in sämtlichen elf Nid- und sieben Obwaldner Gemeinden der Fall ist. Damit kommen dieses Jahr nur Stanser, Stansstader, Buochser, Hergiswiler, Sarner, Sachsler, Alpnacher und Kernser Jugendliche in den Genuss der Powerwoche.

Sorge vor zu grosser Durchmischung

«Wir wollen auf eine zu grosse Durchmischung unter den Gemeinden verzichten», begründet Melanie Näf von der Jugendarbeit Sarnen die spezielle Regelung. Mit Maskenpflicht und den übrigen üblichen Regeln wie Abstandhalten, Händedesinfizieren und Contact-Tracing soll die Teilnahme an der Powerwoche sicher sein.

Wie viele Jugendliche an den Angeboten in Sarnen teilnehmen werden, ist gemäss Melanie Näf schwierig abzuschätzen. «Wir verzichten dieses Jahr auf eine Anmeldung, um die Teilnahme unter diesen speziellen Vorzeichen möglichst niederschwellig und unkompliziert zu gestalten.» Es hänge auch davon ab, wie hoch die Reiselust während der Osterferien sei. «Grundsätzlich bin ich aber überzeugt, dass die Jugendlichen gerade während der Pandemie besonders dankbar für solche Angebote sind. Sie bieten Abwechslung zum Alltag.»

Austausch ist wichtig

Lea Hofmann von der Fachstelle Gesundheitsförderung und Integration Nidwalden koordiniert die Powerwoche für Nidwalden. Auch sie findet es unter diesen besonderen Umständen vertretbar, die Angebote den Jugendlichen der eigenen Gemeinde vorzubehalten. «Wir haben trotz Corona versucht, das Möglichste auf die Beine zu stellen. Dies ist wegen der Planungsunsicherheit gar nicht so einfach, wenn man schon im Herbst mit den Planungen beginnen muss. Die Alternative wäre gewesen, wieder ganz auf eine ‹reale› Powerwoche zu verzichten.»

Das habe man aber nicht gewollt. Denn aktuelle Befunde zeigten, dass Kinder und Jugendliche von der Pandemie und ihren Begleitumständen stärker betroffen seien als andere Altersgruppen. «Gerade für Jugendliche ist es besonders wichtig, dass sie sich mit Gleichaltrigen austauschen können. Die Powerwoche mit den animierten Angeboten und dem sozialen Austausch ist dafür ideal.» Mit der Delegierung an kommunale Jugendarbeitsstellen, die bereit gewesen seien, mitzumachen, habe man eine vertretbare Lösung gefunden. «Diese Jugendarbeitsstellen sind auch personell in der Lage, Anlässe unter Einhaltung sämtlicher Schutzvorkehrungen durchzuführen.»

Hinweis: Weitere Informationen und Anmeldung unter www.power-woche.ch.