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OB-/NIDWALDEN: Der Badisommer ist historisch

Die Badi­saison 2015 geht in die Geschichte ein. Sie stellt teilweise auch den bisherigen Spitzensommer 2003 in den Schatten.
Matthias Piazza
Leander Walker, Badmeister in Hergiswil, bei den Aufräumarbeiten nach einer intensiven Badesaison. (Bild Corinne Glanzmann)

Leander Walker, Badmeister in Hergiswil, bei den Aufräumarbeiten nach einer intensiven Badesaison. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Es war ein Bilderbuchsommer – zumindest für die Wasserraten und die Badibetreiber. Ein Hitzetag reihte sich an den nächsten. «Es war ein wirklich guter Sommer, der beste seit der Neueröffnung der Badi vor vier Jahren», bestätigt auch Franziska Portmann, Betriebsleiterin des Sarner Seefeld-Parks, der wie viele Badis traditionsgemäss am vergangenen Sonntag, dem Bettag, seine Baditore geschlossen hat. Noch nie habe man so viele Einzeleintritte verkauft. Habe man im Vorjahr vielleicht einen oder zwei Spitzentage mit bis 2500 Gästen gezählt, seien es heuer gleich ein Dutzend gewesen – so etwa am Fronleichnam-Wochenende von Anfang Juni und am ersten Schulferien-Wochenende. «Selbst am letzten August-Wochenende durften wir zahlreiche Gäste begrüssen, das ist aussergewöhnlich», so Franziska Portmann.

Personell sei die Rekordsaison gut zu bewältigen gewesen, da man die Personalplanung immer auf die Spitze auslege. Zudem erlebte die Saison 2015 auch eine erfolgreiche Premiere. Als Neuerung konnte man diesen Sommer Bücher in der Badi ausleihen. Das Angebot sei auf grosse Nachfrage gestossen.

Fürs Personal ist die Arbeit mit dem Saisonschluss aber nicht zu Ende. Jetzt gehts ans Aufräumen. Die Anlagen werden gereinigt, die Technik eingewintert, die Notrufsäulen abmontiert.

So viele Eintritte wie noch nie

«Wir sind an die Grenze der Aufnahmekapazität gekommen», sagt Leander Walker, Badmeister der Badi Hergiswil, die am Sonntag die Saison beendete. Zeitweise hätten sich bis 900 Gäste in der Seebadi aufgehalten. «Das ist wirklich sehr viel für unsere kleine Badi, vielen war es zu eng. Sie gingen wieder nach Hause.» Ausgelegt sei die Anlage auf etwa 600 Leute. Während gleich viele Abos wie im Vorjahr verkauft wurden, wurden so viele Einzeleintritte wie schon lange nicht mehr verkauft. Der Sommer 2015 sei mit dem Mega-Sommer 2003 vergleichbar.

Ähnlich euphorisch tönt es auch vom Strandbad Buochs-Ennetbürgen, das seine Saison bereits am 13. September beendete. Gemäss dem neuen Badmeister Max Strohbach wurden die Zahlen aus dem Hitzesommer 2003 gar übertroffen. Besonders freut ihn, dass kein Unfall zu beklagen gewesen war.

«Wir hatten eine sensationelle Badisaison. Alles in allem durften wir gut und gerne 20 000 badefreudige Besucher mehr als im Vorjahr begrüssen», meint Petra Zoller, Betriebsleiterin des Strandbades Stansstad.«Es war eine grosse Herausforderung, doch zusammen waren wir stark und konnten täglich unsere Gäste zufriedenstellen.» Sie spricht von einem gelungenen Sommer ohne unangenehme Zwischenfälle.

Warmer Vierwaldstättersee

Einen Sommer mit extrem langen Arbeitsstunden haben Hans Ambauen, Betriebsleiter der Badi Beckenried, und seine Mitarbeiter hinter sich. «Die Gäste genossen die schönen, langen Sommertage, die lauen, gewitterfreien Abende und den Vierwaldstättersee, der mit 24 Grad aussergewöhnlich warm war.» Vor allem der diesjährige Juli sei mit dem Juli 2003 vergleichbar gewesen. Das wirkt sich auch auf den Umsatz aus, der etwa 40 Prozent höher liege als im regnerischen Sommer 2014. Am 13. September war Saisonschluss. Seine Arbeit ist für dieses Jahr beendet. «Der Pool ist gedeckt, die Badi abgeschlossen, jetzt reise ich ab nach Australien.» Auf Mitte April im nächsten Jahr kehrt er zurück, um die Saison pünktlich auf den 14. Mai im kommenden Jahr wieder zu eröffnen.

«2015 und 2003 waren die zwei besten Saisons in meinen 20 Jahren als Badmeister», meint Bahri Tahiri vom Schwimmbad Engelberg. Er spricht von einem Umsatz, der 30 Prozent über dem Durchschnitt liegt. Nicht nur Einheimische, auch Touristen und Besucher vom Flachland lockte das 26 Grad warme Wasser im Bassin an. Der grosse Ansturm bedeutete für Bahri Tahiri und seine Truppe Hochbetrieb: «Mehr Badigäste hiess auch mehr Dreck und einen höheren Bedarf an Chlor.»

Nur 2003 war heisser

Zumindest in Engelberg war der Sommer 2015 mit 575 Sonnenstunden der zweitsonnigste seit 1981. Die Sonne schien rund einen Fünftel länger als im langjährigen Schnitt. Rekordhalter ist immer noch der Spitzensommer 2003 mit 635 Stunden, wie das Bundesamt für Meteorologie mitteilt. Entsprechend gering fiel die Niederschlagsmenge aus. Diese betrug gerade mal 404 Millimeter pro Quadratmeter, was einen Viertel weniger ist als sonst. Mit 16,8 Grad war die Temperatur 2,5 Grad wärmer als üblich.

Gesamtschweizerisch geht der Schweizer Sommer 2015 als zweitwärmster in die 152-jährige Messgeschichte ein. Er war rund 2,4 Grad wärmer als im langjährigen Vergleich 1981–2010. Nur der legendäre Hitzesommer 2003 war noch wärmer. Dieser lag nochmals rund ein Grad über dem aktuellen Sommer.

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