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OB-/NIDWALDEN: Der Kultur-Tipp wird eingestellt

Der gedruckte Flyer des Kulturfensters erschien dieser Tage zum letzten Mal. Die beiden Kantone haben ein weiteres Gesuch der Herausgeberin abgelehnt. Sie will ihr Kulturfenster aber weiterhin offen halten.
Der Druck des Flyers «Kultufenster» wird eingestellt. (Bild: www.kulturfenster.ch)

Der Druck des Flyers «Kultufenster» wird eingestellt. (Bild: www.kulturfenster.ch)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

«Sie haben soeben den letzten Kultur-Tipp des Kulturfensters erhalten», schrieb Annalies Ohnsorg, Betreiberin des Kulturfensters in Sarnen, in diesen Tagen in einem E-Mail-Newsletter ihren rund 600 Abonnenten. Und weiter: «Durch die Sparmassnahmen der Kantone Obwalden und Nidwalden ist es dem Kulturfenster bedauerlicherweise nicht mehr möglich, weiterhin einen gedruckten Veranstaltungskalender zu publizieren.»

Tatsächlich haben die Ämter für Kultur der beiden Kantone im Oktober dem Kulturfenster schriftlich mitgeteilt, dass dem Gesuch für einen Unterstützungsbeitrag von je 6000 Franken nicht mehr entsprochen werden könne. Die 12000 Franken der Kantone hätten jeweils die Druckkosten des Kulturflyers gedeckt, der sechsmal jährlich mit einer Auflage von je 3000 Exemplaren herauskam, erklärt Annalies Ohnsorg. «Ich bin schon betroffen, dass sich die Kantone nach jahrelanger Unterstützung nun zurückziehen. Sie sind offenbar der Meinung, dass sich so etwas selber finanzieren sollte, was aber meiner Erfahrung nach nicht möglich ist.» Es sei aber auf jeden Fall ein Verlust für Veranstalter und Konsumenten, dass es den Kulturtipp (Mail) und den Kulturflyer nicht mehr gebe.

Spargründe, aber auch Kritik

«Die Kulturkommissionen der beiden Kantone sind tatsächlich der Meinung, dass die Finanzierung eines gedruckten Veranstaltungskalenders nur begrenzt Aufgabe der öffentlichen Hand sein kann», erklärt Marius Risi, Leiter des Obwaldners Amtes für Kultur und Sport, auf Anfrage. Er lässt aber auch durchblicken, dass der Entscheid nicht nur aus Spargründen gefallen sei, sondern dass die Kulturkommissionen mit dem Flyer und auch der Internetplattform des Kulturfensters nurmehr bedingt zufrieden waren. «Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Gesamtpakets stimmte für die Kommissionen nicht mehr.»

Insbesondere der Kanton Nidwalden fühlte sich offenbar zu wenig berücksichtigt. So heisst es im Schreiben an das Kulturfenster, das von Stefan Zollinger, Vorsteher des Nidwaldner Amtes für Kultur, unterzeichnet ist, man habe bereits in den vergangenen Jahren die Beitragsgesuche nur unter der Bedingung unterstützt, dass das Kulturfenster in Nid­walden besser wahrgenommen werde.

Vier Optionen respektive Alternativen zum Kulturfenster, welche von einer Arbeitsgruppe der Kulturkommissionen erarbeitet worden seien, hätten aber auch nicht überzeugt. «Die Kulturkommission Nidwalden hat entschieden, bis auf weiteres ­keine Veranstaltungsplattform zu unterstützen», heisst es abschliessend im Schreiben.

Für die Kulturkommissionen sei es aber schon ein Verlust, wenn solche Plattformen nicht mehr da seien, bestätigt auch Marius Risi. «Es besteht natürlich die Hoffnung, dass sich da wieder etwas tut. Zwar stehen dafür im ordentlichen Kulturbudget keine fixen Mittel mehr zur Verfügung, aber ein Projektgesuch im Bereich einer Online-Agenda würden wir selbstverständlich prüfen.»

Annalies Ohnsorg ihrerseits bekräftigt, dass das Kulturfenster offen bleibe. «Wie und in welcher Form eine Agenda und eine Veranstaltungsplattform weiter bestehen werden, ist noch offen. Ich werde sicher die Webseite überarbeiten.» Weiterhin werden über das Kulturfenster Projektorganisationen, Werbung, Medienarbeit und Vorverkäufe abgewickelt, betont Annalies Ohnsorg und schreibt dies auch so in ihrem Newsletter.

«Ich bin schon betroffen, dass sich die Kantone nach jahrelanger Unterstützung nun zurückziehen.» Annalies Ohnsorg, Kulturfenster (Bild: PD (Neue Obwaldner Zeitung))

«Ich bin schon betroffen, dass sich die Kantone nach jahrelanger Unterstützung nun zurückziehen.» Annalies Ohnsorg, Kulturfenster (Bild: PD (Neue Obwaldner Zeitung))

«Die Finanzierung eines gedruckten Veranstaltungskalenders kann nur begrenzt Aufgabe der öffentlichen Hand sein.» Marius Risi, Amt für Kultur und Sport OW (Bild: PD (Neue Obwaldner Zeitung))

«Die Finanzierung eines gedruckten Veranstaltungskalenders kann nur begrenzt Aufgabe der öffentlichen Hand sein.» Marius Risi, Amt für Kultur und Sport OW (Bild: PD (Neue Obwaldner Zeitung))

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