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OB-/NIDWALDEN: Funkloch in Zentralbahn-Zügen: Der Ärger ist bald vorbei

Der Mobilfunk auf dem Zentralbahn-Netz soll besser werden. Davon profitieren Angestellte und Fahrgäste – allerdings nur Kunden der Swisscom.
Zugbegleiter André Schumacher auf Billettkontrolle in der Zentralbahn. (Bild Corinne Glanzmann)

Zugbegleiter André Schumacher auf Billettkontrolle in der Zentralbahn. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Plötzlich ist Funkstille, das Gespräch weg, die Internetseite oder die Whats­App-Meldung hängt. Erst nach dem Haltiwaldtunnel in Horw baut sich die Mobilfunkverbindung langsam neu auf. Dass diese auf dem Bahnabschnitt Hergiswil–Horw schlecht ist, stellen Zugspassagiere wiederholt verärgert fest. «Zwischen Luzern und Stans gibt es mindestens zwei Unterbrüche, das ist extrem nervig», sagt Pendlerin Esther Burkard. Das sei bedauerlich. «Im Zug könnte man die Zeit gut nutzen», meint die 36-jährige Luzernerin. Ähnliche Erfahrungen macht Simon Rohrer (26) aus Alpnach. Vor allem in den Tunnels gehe gar nichts. Und Noemi Leuenberger (16) aus Luzern, die regelmässig von Stans nach Luzern pendelt, klagt, sie habe jeweils erst in Horw wieder ein Netz.

Vor allem Tunnels betroffen

Die Kurzumfrage in der morgendlichen S-Bahn ist zwar nicht repräsentativ. Der Unmut der Passagiere ist aber gut hörbar, wenn das plötzliche Telefongespräch unterbrochen wird. Vereinzelt haben sich jeweils auch Kunden deswegen bei der Bahn gemeldet.

«Die Messergebnisse mit externen Spezialisten zeigen, dass wir auf dem Netz der Zentralbahn nicht ein generelles Problem mit dem Telefonieren oder der Datenkommunikation haben. Der grösste Teil hat eine genügende bis gute Abdeckung», sagt Ivan Buck, Leiter Marketing und Verkauf der Zentralbahn auf Anfrage. «In Tunnels und auf Streckenabschnitten insbesondere in hügeligem Gebiet ist der Empfang aber schlecht.» Dies soll sich nun ändern: Die Zentralbahn rüstet auf und stopft in einem ersten Schritt bis kommenden Herbst für 1,2 Millionen Franken die Funklöcher – im Haltiwaldtunnel zwischen Hergiswil und Horw, in den Loppertunnels zwischen Hergiswil und Stansstad beziehungsweise Alpnach. In diesem Paket sind auch die Abschnitte zwischen dem südlichen Portal des Haltiwaldtunnels und Hergiswil und (bis 2020) die Strecke Lungern–Brünig. Während im Steilrampentunnel von Grafenort nach Engelberg zusätzlich die Datenkommunikation, also die Internetverbindung, eingerichtet werden muss, geht es auf anderen Abschnitten auch um den Aufbau eines stabilen Handyempfangs zum Telefonieren. Dafür werden mehrere kleine bewilligungsfreie Sendeanlagen an der Strecke platziert.

Bereits sind die fünf neusten Fink-Züge mit Signalverstärkern ausgerüstet. Auch die älteren ZB-Züge sollen nachgerüstet werden, sobald die Finanzierung durch das Bundesamt für Verkehr gesichert ist, was ab 2021 der Fall sein sollte. Auf einen Ausbau der Mobilfunkabdeckung in den Tunnels am Brienzersee will die Zentralbahn vorläufig jedoch verzichten, da die erforderliche Erschliessung mit Glasfaserkabeln erst im Zusammenhang mit den Tunnelsanierungen 2018 realisiert wird. «Die Installationen hätten bei der Sanierung wieder entfernt werden müssen», sagt Ivan Buck. Den Kostenrahmen dafür kennt man noch nicht.

Auch das Bahnpersonal freut sich

«Wir wollen unseren Kunden ein besseres Reiseerlebnis ermöglichen, dazu gehört auch die Mobilfunkversorgung», begründet Buck diese technische Aufrüstung. Doch nicht nur die Kunden profitieren davon, sondern auch das Bahnpersonal. «Wir können bei Verspätungen zuverlässiger unsere Kollegen informieren, dass Fahrgäste auf einen Anschlusszug umsteigen wollen. Auch die Online-Abfrage von Daten zur Gültigkeit von Fahrausweisen ist zukünftig rascher möglich», sagt Zugbegleiter André Schumacher.

Nur ein Netzanbieter beteiligt sich

Dass man das Ganze erst jetzt – bald zehn Jahre nach dem Aufkommen von Smartphones – in Angriff nimmt, hat damit zu tun, dass die Zentralbahn auf eine neue Mobilfunkantenne in Hergiswil setzte, die wegen wiederholter Einsprachen bis heute nicht gebaut werden konnte. «Auch wenn Mobilfunkanbieter für eine gute Abdeckung sorgen müssten, haben wir uns entschieden, das Projekt selber voranzutreiben», sagt Buck. Doch nicht alle Handybesitzer können nun aufatmen: «Es profitieren nur Swisscom-Kunden», sagt Ivan Buck weiter. Grund: «Die Swisscom trägt einen wesentlichen Teil der Kosten selbst. Sunrise und Salt waren nicht bereit, sich an den Mehrkosten zu beteiligen, die nötig wären, damit auch ihre Kunden von einer besseren Abdeckung profitieren könnten. Für die ZB stimmt es trotzdem: Ihre Betriebstelefonie läuft nämlich auf dem Swisscom-Netz.

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