OB-/NIDWALDEN: Hereinspaziert in Burgen und historische Häuser

An den diesjährigen europäischen Tagen des Denkmals gibt es Prunkvolles und Prächtiges zu entdecken – so auch die mittelalterlichen Wehranlagen in Giswil oder das sanierte Wolfenschiesser Pfarrhelferhaus.

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Auch das Sarner Rathaus kann morgen Samstag besichtigt werden. (Bild: Corinne Glanzmann (26. April 2016))

Auch das Sarner Rathaus kann morgen Samstag besichtigt werden. (Bild: Corinne Glanzmann (26. April 2016))

Unter dem Titel «Macht und Pracht» präsentieren dieses Wochenende die europäischen Tage des Denkmals «Manifestation und Repräsentation von Macht und Pracht im Kulturerbe». An Hunderten Orten gibt es laut der nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe Prunkvolles und Prächtiges zu entdecken.

Auch das Rathaus am Dorfplatz in Sarnen öffnet morgen Samstag um 10 und 11 Uhr für eine je 45-minütige Führung die Tore, geleitet vom kantonalen Denkmalpfleger Peter Omachen und vom Gebietsdenkmalpfleger Frank Bürgi. Das Rathaus ist der bedeutendste Profanbau des Kantons Obwalden, hier tagen der Regierungs- und Kantonsrat, hier arbeitet die Staatskanzlei. Von besonderer Qualität sind der barocke Kantonsratssaal und der Regierungsratssaal im Empirestil. Nach der Hochwasserkatastrophe 2005 wurde das Gebäude umfassend restauriert und umgebaut.

Führung durch die Burgruine Rudenz

In Giswil bieten Mitglieder der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil rund 20-minütige Führungen durch die Burgruine Rudenz an – morgen und am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr. Alternativ kann man die drei mittelalterlichen Wehranlagen Zwingel, ­Rudenz und Rosenberg, beziehungsweise was davon übrig blieb, individuell besichtigen. Die Überreste der Burgstelle Hunwil wurden 1629 beim Bau der Pfarrkirche entfernt. Die Herren von Hunwil und Rudenz sowie die Meier des Klosters Murbach-Luzern, als vermeintliche Erbauer und Bewohner der Burganlagen, haben die politische Entwicklung von Giswil und Obwalden wesentlich beeinflusst. Nach einer umfassenden Restaurierung kann auch das 1806 erstellte Pfarrhelferhaus in Wolfenschiessen morgen Samstag zwischen 10 und 12 Uhr besichtigt werden. Im Blockbau erhalten blieb die getäfelte Stube im Obergeschoss. Der Dachraum wurde zum Veranstaltungsraum ausgebaut. Zwischen Gebäude und Kirche wurde ein Lift errichtet, der den hindernisfreien Zugang sicherstellt. Architekt Peter Mathis führt durch das Gebäude. Dabei werden Spuren der Vergangenheit und die Herausforderungen ans Heute sichtbar gemacht, wie es im Programm heisst. Das Pfarrhelferhaus trage mit seiner Lage am Fusse des Kirchhügels massgebend zum Ortsbild von Wolfenschiessen bei. Mit der Restaurierung hätten das Gebäude und das Ortsbild eine Aufwertung erfahren. Zum vierten Mal lädt die Denkmalpflege Nidwalden auch zum Stammtisch im Pfarrhelferhaus ein. Experten der Holzwirtschaft diskutieren morgen um 11 Uhr während rund einer Stunde mit dem Publikum, ob ein Haus in Holz denselben symbolischen Wert wie ein Haus in Massivbauweise hat.

 

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Weitere Veranstaltungen in Ob- und Nidwalden und in anderen Kantonen zum Tag des Denkmals: www.hereinspaziert.ch.