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OB-/NIDWALDEN: Hymne verzauberte Montreux

Gross­erfolg für die Musikkorps aus Ennetbürgen, Kerns und Sarnen am «Eidgenössischen» in Montreux. Alle drei wuchsen über sich hinaus.
Kurt Liembd
Dirigent Emil Wallimann hatte für seine Ennetbürger Musikanten originelle Figuren für die Parade einstudiert. (Bild Kurt Liembd)

Dirigent Emil Wallimann hatte für seine Ennetbürger Musikanten originelle Figuren für die Parade einstudiert. (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

«Wir sind rundum glücklich und zufrieden», sagte Emil Wallimann, seit 25 Jahren Dirigent der Musikgesellschaft Ennetbürgen, nach der Rückkehr aus Montreux. Entsprechend begeistert wurden die Musikanten am Sonntagabend von der Dorfbevölkerung empfangen. Mehrere hundert Leute säumten die Strassen, als das Musikkorps mit «Glanz und Gloria» einzog, begleitet von zahlreichen Fahnendelegationen und dem Musikverein Buochs. Für Ennetbürgen verlief der Auftritt am Genfersee perfekt. Mit 173,66 Punkten (maximal 200) für die beiden Konzertvorträge klassierten sie sich im Mittelfeld der 1. Stärkeklasse. Damit hat sich die Musikgesellschaft Ennetbürgen in der 1. Stärkeklasse voll etabliert und gehört zu den rund besten 70 Musikkorps der Schweiz. Bereits an den vergangenen Musikfesten 2011 in St. Gallen und 2006 in Luzern trat Ennetbürgen mit grossem Erfolg in der 1. Stärkeklasse an und konnte nun diese Leistung in Montreux mehr als bestätigen. Ennetbürgen ist damit zurzeit das beste Musikkorps in Nidwalden, kein anderer der übrigen acht Nidwaldner Vereine spielt in dieser Liga.

Nidwaldner Hymne in Montreux

Eine Sonderleistung gelang den Ennetbürgern zudem in der Disziplin Parademusik. So zeigten sie auf den Strassen von Montreux nicht nur traditionelle Marschmusik vom Feinsten, sondern sogar Evolutionen. Das Publikum am Strassenrand überschüttete sie mit viel Applaus. Emil Wallimann hat dafür nicht nur originelle Figuren einstudiert, sondern auch ein eigenes Musik-Arrangement geschaffen, das perfekt auf die Besetzung passte. Gross war das Erstaunen, als zwischen den schnellen Teilen plötzlich feierlich und pathetisch in den Strassen von Montreux die Nidwaldner Hymne erklang.

Dies hat auch die Herzen der Jury berührt, der 2. Rang mit 85 von 100 Punkten war der verdiente Lohn für diese Leistung. Nur die Evolutionen der Feldmusik Hochdorf wurden in dieser Kategorie höher bewertet. Diese Show-Einlage durfte auch beim Empfang in Ennetbürgen nicht fehlen zur Freude des Publikums. Ein Strahlen im Gesicht hatte am Sonntagabend auch Vereinspräsidentin Katja Durrer: «Die Stimmung ist extrem gut. Diese Reise wird in jeder Beziehung in die Vereinsgeschichte eingehen.» Zudem freute sie sich, dass so viele Fans der Ennetbürger Musik nach Montreux gereist waren – individuell, in Gruppen und einige gar mit dem Wohnmobil.

Wirkt motivierend und integrierend

Sehr erfolgreich waren auch die beiden Obwaldner Korps. Die Harmoniemusik Kerns unter Leitung von Beat Blättler konnte sich mit 177,66 Punkten in der ersten Hälfte der Kategorie 1. Stärkeklasse behaupten. In der Marschmusik erreichten sie gar den 6. Kategorienrang von 25 Klassierten. Dazu Präsident Roland Bucher: «Dieses Fest war für unseren Verein eine ganz tolle Erfahrung und wirkte vor allem für junge Musikanten sehr integrierend und motivierend auf die Probenarbeit.» Das Ziel sei sowohl musikalisch wie vereinsmässig mehr als erreicht. Bemerkenswert: Die Harmoniemusik Kerns nahm seit über 30 Jahren lückenlos an jedem Eidgenössischen Musikfest teil.

«Beste Dorfmusik» der Schweiz

Eine Ausnahmeleistung bot einmal mehr die Feldmusik Sarnen unter der Leitung von Rolf Schumacher. Seit Jahrzehnten gehört das Musikkorps zu den besten der Schweiz. Dies hat sich nun einmal mehr bestätigt. Mit dem 4. Rang der 15 besten Orchester der Schweiz und mit 185 von 200 möglichen Punkten darf es mehr als zufrieden sein, zumal die Bewertung in den vordersten Rängen sehr eng ist. Nur das Blasorchester Siebnen SZ, die Harmonie Concordia Fribourg und das Sinfonische Blasorchester Bern erreichten leicht mehr Punkte.

Bemerkenswert: Das Berner Blasorchester auf dem 3. Rang wird ebenfalls vom Sarner Dirigenten Rolf Schumacher geleitet. Bei der Marschmusik erreichte die Feldmusik Sarnen mit 89 von 100 Punkten eine der Besten der ganzen Schweiz und den 3. Kategorienrang. Was einmal mehr bestätigt: Im Gegensatz zu den meist regionalen Blasorchestern der Höchstklasse ist Sarnen ein «Dorfverein» geblieben und für Kenner der Szene gar «Die beste Dorfmusik» der Schweiz.

Obwaldner auch als Experten

Am weltgrössten Musikfest in Montreux sind nebst Musikanten aus sieben Musikkorps weitere Personen aus Ob- und Nidwalden im Einsatz. So wirkten am Wochenende die beiden Obwaldner Josef Gnos und Urs Ehrenzeller als Experten. Am nächsten Wochenende im Einsatz als Experten stehen Urs Ehrenzeller, Beat Blättler und Rolf Schumacher. Nächstes Wochenende reisen zudem weitere vier Musikkorps aus Unterwalden nach Montreux, nämlich jene aus Hergiswil, Stans, Buochs und Giswil.

Hinweis

Infos und Ranglisten: www.ffm2016.ch

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