OB-/NIDWALDEN: Kreisel: Zu viel Überblick kann gefährlich sein

In Kerns und Dallenwil entstehen neue Kreisel. Beim Bau müssen verschiedene Sicherheits­aspekte miteinander abgewogen werden.

Lukas Tschopp
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Zu viel Übersicht: Kreisel nahe dem Hotel Krone in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Zu viel Übersicht: Kreisel nahe dem Hotel Krone in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Zu viel Übersicht: Kreisel nahe dem Hotel Krone in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Zu viel Übersicht: Kreisel nahe dem Hotel Krone in Giswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Kreisel sind aus dem Strassenverkehr nicht mehr wegzudenken: Im Gegensatz zu Lichtsignalen oder ganz allgemein zu Kreuzungen halten sie den Verkehr flüssig und erhöhen die Verkehrssicherheit. Kein Wunder also, entstehen laufend neue solcher Kreisverkehrsplätze, sei es als Ersatz für bestehende Kreuzungen oder in Form von Neubauprojekten. So zurzeit auch an der Sarner­strasse in Kerns oder an der Engelbergerstrasse in Dallenwil.

Nur die nötige Übersicht: Kreisel beim Länderpark in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Nur die nötige Übersicht: Kreisel beim Länderpark in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Empfehlungen und Normen

Gemäss den Empfehlungen der nationalen Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ist ein Kreisel so zu bauen, dass er «übersichtlich, gut sichtbar, begreifbar und gut befahrbar» ist. Dabei sollte die «Durchsicht durch die Mittelinsel in der Regel unterbunden werden», ohne jedoch die Sicht auf die benachbarte Zufahrt von links zu beeinträchtigen.

Zu viel Übersicht: Karli-Kreisel in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Zu viel Übersicht: Karli-Kreisel in Stans. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Gleiches schreibt der Verband für Forschung und Normierung im Strassen- und Verkehrswesen (VSS) in seinen Normen: «Bei nicht verhinderter Durchsicht über die Mittelinsel können die einfahrenden Fahrzeuglenker zur Vernachlässigung ihrer Aufmerksamkeit nach links und zu Vortrittsmissachtungen verleitet werden.» Will heissen: Wer den ganzen Kreisel überblicken kann, konzentriert sich zu wenig auf die vortrittsberechtigten Fahrzeuge von links. Fährt man mit seinem Auto nun etwa in Giswil auf der Brünigstrasse vom Bahnhof in Richtung Hotel Krone, so ist beim Kreisel die «Unterbindung der Durchsicht» nicht gewährleistet.

«Die Empfehlungen des BFU und die Normen des VSS bezüglich einer durch die Mittelinsel verhinderten Durchsicht sind uns bekannt», sagt der Obwaldner Kantonsingenieur Jörg Stauber. Doch gerade bei kleineren Kreiseln müsse man auch andere Aspekte berücksichtigen – etwa, dass auch ein langer Spezialtransport den Kreisel befahren könne.

Nur die nötige Übersicht: Kreisel Brünig-/Nordstrasse in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Nur die nötige Übersicht: Kreisel Brünig-/Nordstrasse in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)