OB-/NIDWALDEN: Schmerzmittel belasten Alpnachersee

Spuren von Medikamenten und Reinigungsmitteln belasten den Alpnachersee stark. Die ARAs müssen aufrüsten.

Geri Wyss/Robert Knobel
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Der Wirkstoff Diclofenac, der in Schmerzmitteln wie auf unserem Bild vorkommt, findet sich in hohen Dosen auch im Alpnachersee. (Bilder Corinne Glanzmann/Oliver Mattmann)

Der Wirkstoff Diclofenac, der in Schmerzmitteln wie auf unserem Bild vorkommt, findet sich in hohen Dosen auch im Alpnachersee. (Bilder Corinne Glanzmann/Oliver Mattmann)

Der aktuelle Newsletter der Zentralschweizer Umweltdirektoren bringt es an den Tag: Inhaltsstoffe von Medikamenten, Körperpflegeprodukten, Reinigungsmitteln, aber auch Pflanzenschutzmitteln belasten den Alpnachersee. Die Konzentration dieser Schadstoffe ist im Alpnachersee viel höher als in den übrigen Becken des Vierwaldstättersees, heisst es im Schreiben der Umweltdirektoren. Das belegt das Beispiel des Schmerzmittels Diclofenac. Die Konzentration ist mit 10 bis 40 Nanogramm pro Liter mindestens zehnmal höher als in den anderen Bereichen des Sees.

Rückstände aus Spitälern

Die pharmazeutischen Mikroverunreinigungen stammen wohl zum grössten Teil von den beiden Kantonsspitälern in Stans und Sarnen, sowie von weiteren Institutionen wie Altersheimen, in denen Medikamente im grösseren Stil verabreicht werden. Die Spitalabwasser sind somit ein Hauptgrund der erhöhten Konzentrationen im Alpnachersee. Ein weiterer ungünstiger Faktor ist die mit maximal 35 Metern geringe Tiefe, verglichen mit den anderen Becken des Vierwaldstättersees. Durch das geringere Volumen werden die Spurenstoffe weniger verdünnt als anderswo. Daran vermag auch die relativ grosse Zufuhr von frischem Wasser durch die Sarneraa nicht viel ändern.