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OB-/NIDWALDEN: Umzug: Polizei fährt mit

Die Fasnachtswagen sind kreativ und ausgefallen. Damit sie auch sicher sind, kontrolliert die Polizei – und schreitet notfalls ein.
Umzugschef Pius Willi (links) kontrolliert mit Polizist Martin Kathriner in Giswil die Bauarbeit von Marcel Enz (rechts), Chef der Gemschigusler. (Bild Geri Wyss)

Umzugschef Pius Willi (links) kontrolliert mit Polizist Martin Kathriner in Giswil die Bauarbeit von Marcel Enz (rechts), Chef der Gemschigusler. (Bild Geri Wyss)

Monströse Fasnachtswagen, die sich mit Darbietungen, Schall und Rauch ihren Weg durch die Menschenmassen bahnen. Solche Bilder wiederholen sich jedes Jahr an den Umzügen. Häufig ziehen Traktoren Anhänger, oder sogar Lastwagen sind im Einsatz.

In Obwalden und Nidwalden benötigen Fasnachtswagen Spezialbewilligungen, damit sie auf die Strasse dürfen. Das Verkehrssicherheitszentrum hat die Richtlinien dafür festgeschrieben, die in einem Merkblatt nachzulesen sind. Es spricht auch die Bewilligungen aus. Die Kantonspolizeien Obwalden und Nidwalden unterstreichen, dass es primär um die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge auf ihrem Weg von und zu den Umzügen geht.

Wagen rasch von der Strasse weg

«Wir haben immer wieder etwas zu kämpfen, dass die Wagen möglichst rasch von den Strassen verschwinden und den übrigen Verkehr nicht behindern», sagt Hansruedi Röthlisberger, Pikettchef der Verkehrssicherheitspolizei Nidwalden. «In der Regel klappt es aber gut.» Peter von Flüe, stellvertretender Abteilungsleiter Verkehrssicherheit bei der Obwaldner Polizei, erwähnt den Fasnachtsumzug Giswil.

Jeweils am Samstag vor dem Umzug besucht mit Martin Kathriner seit Jahren ein Polizist die Wagenbauer, begleitet von einem Mitglied des Fasnachtskomitees Giswil (Fakogi). Meist ist das Pius Willi, seit 30 Jahren im Fakogi, davon rund 20 Jahre Umzugschef. Er sagt: «Es kommt immer mal wieder vor, dass die Wagenbauer ihre Gefährte noch anpassen müssen.» Peter von Flüe nennt zwei Beispiele: «Wenn ein Traktor so eingeschalt ist, dass der Fahrzeuglenker kaum mehr etwas sieht, oder ein Fahrzeug ungenügend beleuchtet ist, intervenieren wir.»

Gute Zusammenarbeit

«Der Giswiler Umzug ist bekannt für skurrile Fahrzeuge», sagt Peter von Flüe. Und weil auch immer wieder neue junge Wagenbauer ausgefallene Gefährte konstruieren, müssen die Verantwortlichen wiederholt aufs Neue auf die Auflagen hinweisen. «Die Zusammenarbeit mit der Polizei und den Wagenbauern ist sehr positiv», lobt Pius Willi. Das Lösen von Problemen stehe im Vordergrund, und es spiele der gesunde Menschenverstand. «Es braucht aber schon Konsequenz und Fingerspitzengefühl, damit bei den meist jungen Leuten das Bewusstsein für die Sicherheit geschärft wird.»

Wie wichtig die Arbeit des Fasnachtskomitees und der Polizei ist, hat sich in Giswil im vergangenen Jahr gezeigt. Während des Umzugs hatte ein Gefährt Feuer gefangen. Dank Feuerlöschern auf dem Wagen und dem raschen Eingreifen der Feuerwehr, die während des Umzugs immer auf Pikett ist, konnten die Flammen schnell gelöscht werden. «Es war quasi die unfreiwillige Feuertaufe für unser Konzept, das es schon seit vielen Jahren gibt», erzählt Pius Willi.

2006 war an der Basler Fasnacht ein sechsjähriger Knabe überfahren worden, der schliesslich gestorben ist. Er hatte ein Leckerli holen wollen. In Giswil werden solche von Hand verteilt. Die Region blieb bisher von schweren Unfällen verschont. In Ennetbürgen fiel vor Jahren ein Teil eines Fasnachtswagens herunter und verletzte eine Person leicht. Und in Sarnen war es 2007 zu einer Streifkollision zwischen einem Auto und einem Fasnachtswagen gekommen.

Polizei verzeigt Fehlbare

Der Besuch von Martin Kathriner bei den Wagenbauern will Peter von Flüe als Prävention für grösstmögliche Sicherheit verstanden wissen. Und Berufskollege Hansruedi Röthlisberger ergänzt, dass auch die Nidwaldner Polizei vor Umzügen stichprobenweise Wagen kontrolliert. Beide erwähnen, dass es schon zu Anzeigen gekommen ist. «Man kann sie aber an einer Hand abzählen», sagt Peter von Flüe. «Wir haben auch nicht mehr den Wildwuchs an Fasnachts­wagen wie früher.» Die Gespräche mit Wagenbauern und Umzugsveranstaltern hätten Früchte getragen.

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