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OBWALDEN: 18-jährige Kantonsrats-Kandidatin: «Auch Junge wollen eine Stimme»

CSP-Frau Mirjam Hostetmann kandidiert mit 18 Jahren für den Kantonsrat. Die Sarnerin möchte damit Gleichaltrige motivieren, sich ebenfalls mit der Politik zu befassen.
Franziska Herger
Mirjam Hostetmann (18) ist die jüngste Kantonsratskandidatin. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 20. Februar 2018))

Mirjam Hostetmann (18) ist die jüngste Kantonsratskandidatin. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 20. Februar 2018))

«In meinem Umfeld sagen viele, Politik interessiere sie nicht. Das tut mir fast weh», sagt Mirjam Hostetmann. Die 18-jährige Sarnerin will am 4. März für die CSP als jüngste Kandidatin in den Kantonsrat – und damit Gleichaltrige motivieren. «In anderen Ländern würden die Leute alles geben für unser Mitspracherecht.»

Mirjam Hostetmanns Interessen waren schon immer aussergewöhnlich. «In der zweiten ­Klasse habe ich angefangen, die Zeitung zu lesen. Und das Abstimmungsbüchlein meiner Eltern habe ich studiert, lange bevor ich selber wählen konnte.» Die Politik liegt ihr im Blut; Vater Fritz Hostetmann ist Aktuar bei der CSP Sarnen. Als er nach Kandidaten für die CSP-Liste suchte, sagte seine Tochter ohne Zögern zu. «Die Exponierung macht mir nichts aus», sagt die Gymnasiastin. «Das will ich ja. Ich möchte vor allem auch mit anderen Jugendlichen über Politik reden.» Bei ihren Freunden stiess die Kandidatur auf Anklang. «Nachdem sie merkten, dass es mir ernst ist, fanden sie die Idee gut.»

Auch in der CSP sei sie als Neumitglied herzlich aufgenommen worden, sagt die Gymnasiastin. «Alle freuten sich, dass jemand so Junges kandidiert.» Wurde sie für ihren Ehrgeiz auch belächelt? «Wahrscheinlich schon», ist Hostetmanns nüchterne Antwort. «Aber das würden die Leute mir wohl kaum ins Gesicht sagen.»

«Bei mir geht es noch nicht immer um Geld»

Hostetmanns Mitkandidaten auf der CSP-Liste haben allesamt jahrelange berufliche und zum Teil auch politische Erfahrung. Doch: «Auch Junge sind ein Teil der Gesellschaft und wollen eine Stimme im Kantonsrat», findet die 18-Jährige. «Jeder weiss doch, was ihm wichtig ist.» Ihre Jugend habe auch Vorteile in der Politik. «Vieles beeinflusst mich noch nicht», meint Hostetmann. «Bei mir geht es noch nicht immer um Geld. Ich kann es mir leisten, zum Wohl der Obwaldner idealistisch zu sein.»

Wichtig ist Mirjam Hostetmann vor allem die Bildung. Die Violinistin im Jugendorchester Obwalden hat noch zwei Jahre an der Kantonsschule Musegg in Luzern vor sich, welche sie wegen dem Schwerpunktfach Musik dem Kollegi Sarnen vorzog. «In Luzern wird an der Bildung extrem gespart», erzählt sie. «Wir hatten mehrmals Zwangsferien und demonstrierten. Wegen dem Spardruck darf die Qualität der Bildung nicht abnehmen, schliesslich ist sie unsere einzige Ressource.» Auch in Obwalden wolle sie sich daher für die Bildung einsetzen und dafür, «dass jeder eine Chance bekommt. Mit den Werten meiner Partei kann ich mich sehr gut identifizieren».

Ihre Wahlchancen betrachtet die Sarnerin realistisch. «Ich hoffe natürlich auf möglichst viele Stimmen, würde aber all meinen Mitkandidaten die Wahl gönnen.» Ob mit oder ohne Kantonsratsmandat, an Plänen mangelt es Mirjam Hostetmann nicht. Sie hat sich für die Sarner Jugendkommission beworben und möchte nach der Matura Recht studieren. «Und wenn die Leute mich wollen, bin ich auch in Zukunft für politische Ämter zu haben.»

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

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