OBWALDEN: 22'500 Franken für Soforthilfefonds bewilligt

Der Regierungsrat bietet Betroffenen von früheren fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in heutigen Notsituationen finanziell Unterstützung an. Zugunsten des Soforthilfefonds für die Betroffenen bewilligt er einen einmaligen Beitrag von 22'500 Franken zulasten des Swisslos-Fonds.

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Im April 2014 geschaffene Soforthilfefonds für Betroffene früherer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 wird auf freiwilliger Basis durch Kantone, Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Privatpersonen unterstützt, wobei die Kantone einen wesentlichen Beitrag leisten. Insgesamt sieben bis acht Millionen Franken sollen dabei zur Verfügung stehen, wie die Staatskanzlei Obwalden am Donnerstag mitteilte.

Ab Juni 2014 können Betroffene entsprechende Gesuche für Soforthilfe einreichen und ab September 2014 sind erste Auszahlungen geplant. Vorgesehen sind einmalige Beiträge zwischen 4000 und 12?000 Franken zur Unterstützung in prekären finanziellen Situationen, in denen sich Betroffene heute befinden. Die Soforthilfe gilt nicht als pauschale Entschädigung für erlittene Beeinträchtigungen.

Deshalb soll ein Solidaritätsfonds geschaffen werden. Da die Erarbeitung der gesetzlichen Grundlagen dafür voraussichtlich drei bis vier Jahre dauert, dient nun der Soforthilfefonds als Überbrückungshilfe für Betroffene.

Leistungsvertrag mit der Stiftung Juvenat

Des weiteren teilte die Staatskanzlei mit, dass der Regierungsrat einem für vorerst dreieinhalb Jahre abgeschlossenen Leistungsvertrag mit der Stiftung Juvenat, Flüeli-Ranft, für Leistungen im Bereich «Pflegefamilien im Kanton Obwalden für Kinder aus dem Kantone Obwalden» zustimmt. Die Stiftung Juventat führt gemäss diesem Leistungsvertrag die Fremdplatzierungen in Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche mit Wohnsitz im Kanton Obwalden durch. Dazu gehören neben der Suche und Auswahl der Pflegefamilien auch deren Ausbildung und Begleitung sowie regelmässige Standortgespräche. Die Stiftung Juvenat steht den Pflegefamilien auch rund um die Uhr für Interventionen bei Krisensituationen zur Verfügung.

Die Kosten für Fremdplatzierungen in Pflegefamilien werden je hälftig vom Kanton und der betroffenen Gemeinde bezahlt. Der nun eingeschlagene Weg ist gemäss Mitteilung sowohl für den Kanton als auch für die Gemeinden wesentlich kostengünstiger als die bisherigen Platzierungen in ausserkantonalen Institutionen oder im Schul- und Therapieheim Juvenat.

pd/zim