Obwalden

400 neue Laptops: Schule Sarnen wird digitaler – und rüstet sich für Homeschooling

Um sich für die digitale Zukunft zu rüsten und für ein erneutes Homeschooling bereit zu sein, will die Schule Sarnen bis zum kommenden Sommer für alle Schüler ab der fünften Klasse eigene Notebooks beschaffen. Auch andere Schulen rüsten nach.

Florian Pfister
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Die Schule Sarnen beschafft im nächsten Jahr 400 neue Laptops. Die Notebooks werden auf die verschiedenen Schulhäuser verteilt und dienen den Fünft- bis Neuntklässlern während ihrem täglichen Unterricht. Die Schule rüstet sich damit für die digitale Zukunft. Ausserdem ist die Aussicht auf erneutes Homeschooling ein wichtiger Grund für die Beschaffung der Notebooks zum jetzigen Zeitpunkt. Die bisherigen Geräte nutzt die Schule weiterhin. Die Sarner Bevölkerung hatte den Anschaffungskredit von 450'000 Franken an der Gemeindeversammlung vom September angenommen.

Die neuen Laptops geben der Schule Sarnen neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Die neuen Laptops geben der Schule Sarnen neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Symbolbild: Christian Beutler / Keystone

«Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie erfordert ein Umdenken in den Lernstrukturen», sagt Josef Allenbach, IT-Verantwortlicher der Schule Sarnen. «Die Kinder und Jugendlichen müssen lernen, kompetent mit den heutigen technologischen Entwicklungen und Medien umzugehen, und diese klug und verantwortungsvoll zu nutzen.»

Technologie bietet Mehrwert im Unterricht

Mit der Einführung des Lehrplans 21 im Jahr 2017 wurde der Modullehrplan Medien und Informatik erweitert und in alle Stufen und Fächer vom Kindergarten bis Oberstufe integriert. In der Oberstufe wurde zusätzlich das Fach Medien und Informatik in die kantonale Stundentafel aufgenommen. Die Schule hat die Aufgabe, neue Medien und Technologien situations- und stufengerecht als Lern- und Lehrwerkzeug im Unterricht einzusetzen.

«Diese technologische Entwicklung bietet neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung», sagt Josef Allenbach. Er nennt unter anderem den Einsatz von digitalen Lehrmitteln, erweiterte Übungsmöglichkeiten für verschiedene Fächer und die Bearbeitung und Gestaltung von Texten, Tabellen, Präsentationen, Videos und Bildern. Die Beschaffung der Laptops dient zudem als Vorbereitung für die Berufslehre.

Wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit

Die Schule Sarnen hat sich für das Modell «1to1» entschieden. Das bedeutet, dass jede Schülerin und jeder Schüler mit einem Gerät der Schule ausgestattet wird. Der Hauptvorteil gegenüber dem Modell «Bring Your Own Device», welches das Mitbringen eines eigenen Gerätes durch die Schülerinnen und Schüler vorsieht, ist laut Allenbach die einheitliche Integration der Technologie in jede einzelne Klasse.

«Die Geräte stehen nicht im Vordergrund, sondern sind Mittel zum Zweck und werden als Teil der Lernumgebung wahrgenommen», erklärt Allenbach. «Damit die Technik beim Lernen in den Hintergrund rückt, muss diese alltäglich werden. Das heisst aber auch, dass die Geräte ständig verfügbar sein müssen, also jedes Kind über ein Gerät verfügt.»

Jedes Kind der Mittelstufe II und der IOS erhält das gleiche Gerät. Dadurch wird verhindert, dass sich die Schule mit unterschiedlichen Gerätetypen und Betriebssystemen auseinandersetzen muss, die teilweise nicht kompatibel sind. Da die Geräte der Schule gehören, können die Sicherheitsstandards vollumfänglich definiert und besser umgesetzt werden. Da alle Schülerinnen und Schüler gleichwertige Geräte nutzen, wird zudem ein Beitrag zur Chancengleichheit geleistet.

Einsatz ist ab Sommer 2021 geplant

Während der Schulschliessung im Frühling dieses Jahres wurden digitale Hilfsmittel und Geräte verstärkt eingesetzt. Die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Lehrpersonen, konnten sich im Umgang mit Medien und Informatik verbessern. «Die noch nicht ausgebaute Infrastruktur erschwerte während des Fernunterrichts jedoch teilweise eine gute Beschulung», sagt Josef Allenbach. Das erworbene Wissen will die Schule Sarnen mit einer guten Infrastruktur erhalten und ausbauen.

Die Beschaffung der Laptops wurde ausgeschrieben, der geplante Liefertermin ist Ende April. Die Nachfrage nach mobilen Geräten sei zurzeit sehr gross. Daher sei nicht ganz sicher, ob die Lieferfrist eingehalten werden kann. «Deshalb rechnen wir viel Zeit ein für die Vorbereitung des Notebook-Einsatzes im Unterricht», sagt Josef Allenbach. «Dazu kommt noch, dass die Geräte, bevor sie eingesetzt werden können, auf unsere Bedürfnisse konfiguriert werden müssen.» Geplant ist der Einsatz ab Sommer 2021. Ob einzelne Klassen früher ausgestattet werden, kann die Schule im Moment noch nicht sagen.

Obwalden ist auf einem guten Weg

Die meisten Obwaldner Schulen planen im Jahr 2021 eine «1to1»-Ausstattung ab der fünften Primarstufe oder ab der 1. Orientierungsstufe oder haben die Ausrüstung im Jahr 2020 bereits vollzogen, teilt das Bildungs- und Kulturdepartement auf Anfrage mit. Zudem schaffen einige Schulen für die Unterstufe einen zusätzlichen Pool von iPads an, die den Klassen zur Verfügung steht. Die Obwaldner Schulen seien bezüglich Ausstattung auf einem sehr guten Weg.