OBWALDEN: 5,3 Millionen für neue Industriestrassen

Es geht vorwärts mit der Planung im Gewerbegebiet Feld. Nicht mehr von Interesse ist der Standort für die Landi, die nun alternative Lösungen sucht.

Adrian Venetz/Markus von Rotz
Drucken
Teilen
Die Parzelle Feld in Sarnen. Ffür ds Gebiet konkretisieren sich die Pläne. (Archivbild Adrian Venetz / Neue OZ)

Die Parzelle Feld in Sarnen. Ffür ds Gebiet konkretisieren sich die Pläne. (Archivbild Adrian Venetz / Neue OZ)

Adrian Venetz/Markus von Rotz

Gemeindepräsident Manfred Iten sprach an einer Parteien- und Medienorientierung vor kurzem von einer «sehr wichtigen Gemeindeversammlung für Sarnen». Tatsächlich geht es neben der Genehmigung der Rechnung (siehe Ausgabe vom Freitag) um Geschäfte in der Grössenordnung von insgesamt 12 Millionen Franken (siehe auch Kästen). Der grösste Brocken dabei betrifft die Erschliessung des Gewerbegebiets Feld. Hier befinden die Stimmbürger über einen Kredit von 5,3 Millionen Franken. Eingezont wurde das noch unüberbaute Land, an dessen westlichem Ende die S-Bahn-Haltestelle Sarnen Nord entstehen wird, bereits vor fünf Jahren. Die Regierung hat den Quartierplan im Herbst 2013 genehmigt.

Die Haupterschliessung erfolgt durch eine neue Strasse, die dannzumal das Gewerbegebiet in der Mitte teilt und die Kägiswilerstrasse mit der Industriestrasse verbindet. Etwa dort, wo die Zentralbahn im Herbst 2015 mit dem Bau der Haltestelle beginnen möchte, wird die bestehende Industriestrasse verbreitert und neu geführt. Geplant ist hier eine Begegnungszone. Auf Höhe des Büntenparks («Otto’s») wird der Vorbereich als Parkplatz im Einbahnverkehr gestaltet.

Rampen für Velofahrer

Angepasst werden soll auch die Güterstrasse, um die Bedienung der dortigen Postschalter und den Verkehrsablauf im Bereich der Kreuzung zu verbessern. Zum Projekt gehört unter anderem auch der Bau von Rampen für Velofahrer und Fussgänger bei der Haltestelle der Zentralbahn. Die Unterführung selber zahlt hauptsächlich die Zentralbahn.

Die Bruttokosten für das Bauprojekt betragen schätzungsweise 5,3 Millionen Franken. Da die Grundeigentümer vertraglich verpflichtet sind, sich an den Kosten zu beteiligen, verbleiben der Gemeinde Sarnen letztlich aber nurmehr Nettokosten von 2,5 Millionen Franken. 475 000 Franken im ganzen Vorhaben sind Kosten für den Land­erwerb.

Sagt die Gemeindeversammlung Ja, folgt das Baubewilligungsverfahren, dann die Submission und die Ausführungsplanung. Der Baubeginn ist für Anfang 2016 vorgesehen. Die Arbeiten sollen koordiniert werden mit dem Doppelspurausbau und dem Haltestellenbau der Zentralbahn. «Mit dem vorgesehenen Projekt können das neue Gewerbegebiet Feld und die neu entstehende Haltestelle Sarnen Nord optimal erschlossen werden», schreibt die Gemeinde in der Botschaft. Dank der neuen Erschliessungsstrasse entstehe für die Quartiere Bünten und Feld eine alternative Verbindung in Richtung Ortszentrum.

Nicht mehr von Interesse ist das Vorhaben für die Landi. Diese hat sich bei der Suche nach einem neuen Standort Ende November 2014 von der Parzelle Feld zurückgezogen, wie es auf Anfrage heisst. «Die enorm hohen Auflagen und Einschränkungen des Quartierplans Feld verunmöglichen die Realisierung eines Neubaus», sagt Josef Lötscher, Leiter Areale und Technik der Fenaco-Genossenschaft. «Derzeit stehen wir im Kontakt mit der Gemeinde, um mögliche Alternativen zu prüfen», so Lötscher.

Hinweis: Gemeindeversammlung Sarnen: 12. Mai, 20 Uhr, Aula Cher.

2,1 Millionen für den Hintergraben

ve/mvr. Im Gebiet Hintergraben sollen für 2,1 Millionen Franken diverse Massnahmen an Bächen sowie zur besseren Entwässerung/Drainage ausgeführt werden. Zudem soll die öffentliche Erschliessung (Schlimbachstrasse) in Stand gestellt werden. Die Rutschung kam zwar im Sommer 2013 praktisch zum Stillstand (aktuell unter einem Zentimeter pro Monat), dennoch gelte es, das Schadenpotenzial weiter zu reduzieren und Folgeschäden zu verhindern, so die Gemeinde. An den Kosten dürfte sich der Bund zu 35 bis 45 Prozent beteiligen, 30 Prozent werden vom Kanton erwartet. Auf die Gemeinde entfielen noch 25 bis 35 Prozent oder 484 000 bis 677 000 Franken. Es ist vorgesehen, dass der Kantonsrat im September über den Kostenanteil und der Bund im Oktober über die Subvention entscheidet. Frühester Baubeginn ist Mitte Oktober 2015.

Neuer Dorfplatz und Landverkauf

ve. In Wilen soll der Dorfplatz neu gestaltet und die Wilerstrasse saniert werden. Kostenpunkt: 1,9 Millionen Franken. Aus einem kleinen Kunstwettbewerb zur Neugestaltung ist die gebürtige Obwaldnerin Judith Albert mit ihrem Team als Siegerin hervorgegangen. Um die Kapelle St. Michael soll eine Mauerskulptur gebaut werden, darin integriert sind Sitzgelegenheiten und ein Brunnen. Damit werde die Kapelle «nun wieder in das Dorf integriert», schreibt die Gemeinde. Morgen Dienstag wird darüber im Ladenlokal SunWilen (neben Kapelle) um 20 Uhr näher informiert.

Für 2,7 Millionen Franken will die Gemeinde in der Gügen in Kägiswil rund 10 000 Quadratmeter heute landwirtschaftlich genutztes Land an drei Firmen verkaufen. Das Geld soll fürs Hochwasserschutzprojekt Sarneraatal verwendet werden.