OBWALDEN: 62-mal rund um die Welt gefahren

Seit der Gründung vor 10 Jahren hat die Spitex geholfen, dass Pflegebedürftige zu Hause ihre Lebensqualität wahren konnten. Über 500 000 Kundenstunden wurden geleistet und 2,5 Millionen Kilometer gefahren.

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Die Spitex an der Kägiswilerstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 9. Mai 2012))

Die Spitex an der Kägiswilerstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 9. Mai 2012))

Die Spitex Obwalden, die diesen Monat ihr 10-jähriges Bestehen feiert, hat Beeindruckendes geleistet: Seit der Betriebsaufnahme 2007 hat sie jährlich jeweils 650 bis 700 Personen betreut. Die Obwaldner Einwohnergemeinden haben mit der Spitex Obwalden eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, welche die Versorgungspflicht für alle Obwaldner vorschreibt. Dies führt auch zu kurzen Einsätzen an teilweise entfernten Orten. Dabei ist in zehn Jahren die stattliche Anzahl von 2,5 Millionen zurückgelegten Kilometern mit den Fahrzeugen zusammengekommen – die Distanz von gut 62-mal rund um die Welt. Über die Jahre addiert, resultieren insgesamt mehr als 500 000 Kundenstunden. Und dabei handelt es sich nur um jene, die den Krankenversicherern oder der Kundschaft verrechnet werden können.

«Wenn wir die Qualität, den Leistungsausbau sowie die personellen und finanziellen Ressourcen betrachten, so war der Entscheid zur Gründung vor zehn Jahren richtig und wichtig», erklärt Hans Peter Wechsler, Präsident der Spitex Obwalden. Schon in den Anfängen der Organisation habe sich gezeigt, dass die Weiterentwicklung der bis dahin von den Spitex-Ortsvereinen angebotenen Dienstleistungen einem echten und grossen Bedürfnis entspreche.

Weiterentwicklung als Vorbereitung

Heute beschäftigt die Organisation rund 100 Voll- und Teilzeitmitarbeitende in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Mütter- und Väterberatung sowie Verwaltung. Das Fachpersonal kommt insbesondere dann zum Zug, wenn Einwohner des Kantons Obwalden Hilfe und Pflege beanspruchen, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Mit der professionellen Pflege, fachlichen Beratung und persönlichen Betreuung zu Hause ermöglicht die Spitex Obwalden kranken, behinderten und rekonvaleszenten Menschen eine Erhaltung ihrer eigenen Lebensqualität und derjenigen ihrer pflegenden Angehörigen. Zudem werden Familien und Einzelpersonen bei Haushaltsaufgaben unterstützt und entlastet. Die Übernahme dieser Aufgaben erfolgt stets auf ärztliche Anweisung.

«Die Aufgaben haben sich in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt», bilanziert Hans Peter Wechsler. Tatsächlich hätten die Ansprüche an die Hilfe und Pflege merklich zugenommen, bestätigt auch Geschäftsführerin Irène Röttger. Deshalb bildet die Spitex regelmässig Fachpersonen Gesundheit sowie Pflegefachpersonen HF aus. Auch bezüglich Dienstleistungen hat sich im ersten Jahrzehnt der Organisation einiges getan. So hat man insbesondere in den vergangenen sechs Jahren das Angebot erweitert: 2010 wurde der Abenddienst eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt können die Pflegeleistungen bis um 22.30 Uhr erbracht werden. «Weiter ist eine ganzheitliche Pflege und Betreuung von unheilbar kranken Personen – im Fachjargon Palliative Care genannt – ein immer grösseres Bedürfnis. Dazu haben auch die Bereiche Psychiatriepflege, Demenzpflege und Wundbehandlung an Wichtigkeit gewonnen», erklärt Irène Röttger. Mit der Erweiterung des Angebots hat die Spitex Obwalden zudem den Pikettdienst ausgebaut. Seit 2016 ist die Organisation auch nachts über die Hauptnummer erreichbar.

Der Blick in die Zukunft zeigt, wie nötig es ist, gut aufgestellt zu sein: «Die Herausforderungen im Gesundheitswesen werden weiter zunehmen. Mit der demografischen Entwicklung in der Schweiz – konkret dem Fakt, dass die Bevölkerung immer älter wird – werden die Bedürfnisse an die ambulante Gesundheitsversorgung noch grösser und spezifischer und folglich unsere Angebote immer wichtiger», betont Hans Peter Wechsler.

Neuer Präsident mit viel Erfahrung

Bis Ende 2011 war die Organisation auf verschiedene Stützpunkte verteilt. 2012 konnte das Spitex-Zentrum an der Kägiswiler­strasse in Sarnen bezogen werden. Die ganzen Prozesse und Abläufe konnten optimiert und die personellen und infrastrukturellen Ressourcen gezielter genutzt und eingesetzt werden. Aus geografischen Gründen besteht zudem ein weiterer Stützpunkt in Engelberg.

Im kommenden Jahr wird Hans Peter Wechsler, der 10 Jahre im Vorstand mitarbeitete, das Präsidium der Spitex Obwalden an Hans Wallimann übergeben. Als ehemaliger Finanzdirektor war dieser auch für das Gesundheitswesen und das Kantonsspital verantwortlich und bringt viel Erfahrung und Wissen aus dem Gesundheitsbereich mit. (pd/unp)