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OBWALDEN: A-8-Leitplanke: Erneute Sperrung nötig

Es braucht noch mehr Bewegungs­elemente, um den verformten Leitplanken auf der A 8 Herr zu werden. Dies sorgt für Unverständnis – und wirkt sich auf einen allfälligen Aufprall aus.
Die verformten Leitplanken auf der A 8. (Bild Corinne Glanzmann)

Die verformten Leitplanken auf der A 8. (Bild Corinne Glanzmann)

«Da läuft etwas schief. Bei der Ausführung wurde fehlerhaft gearbeitet», ist für Leser Rolf Berger aus Oberkirch klar. Gemeint sind die Leitplanken auf der A 8 zwischen Sarnen und Alpnach: Unter dem Einfluss der Hitze hat das mobile und 1,5 Millionen Franken teure Leitsystem aus Beton und Stahl mancherorts Schlangenlinien gebildet. Laut der Obwaldner Polizei können diese irritierend auf Autofahrer wirken, das Bundesamt für Strassen (Astra) hält indes daran fest, dass die Verformungen kein Sicherheitsrisiko darstellen. «Bei einem Aufprall ist der Rückhalteeffekt unverändert», so Mediensprecherin Esther Widmer. Das Astra macht fehlende Erfahrungen mit dem System bei grossen Temperaturunterschieden geltend (wir berichteten). Diese Begründung findet Rolf Berger, diplomierter Metallbautechniker, wenig einleuchtend. Für ihn ist klar: Es handelt sich um einen Fehler am Werk, und dieser sei nicht durch die Staatskasse zu begleichen. «Jeder Konstrukteur weiss, dass sich Stahl und andere Materialien bei Hitzeeinwirkung ausdehnen. Das ist nichts Neues.»

32 Zentimeter pro Element

Ein erfahrener Ingenieur, der sich im Strassenbau auskennt, bestätigt dies auf Anfrage. Er möchte aber in unserer Zeitung nicht namentlich genannt werden. Für Rolf Berger steht weiter fest: «Bei der Konstruktion wurden zu wenig Bewegungspuffer eingebaut.» Zu diesem Schluss ist inzwischen auch das Astra gekommen – allerdings haben nach einem ersten Einbau flexibler Elemente neuerliche Verformungen stattgefunden.

Deshalb werden am kommenden Dienstag auf dem A-8-Abschnitt vier zusätzliche Bewegungselemente eingebaut. Kostenpunkt laut Astra: 25 000 Franken. «Jedes dieser Elemente kann Ausdehnungen von 32 Zentimeter ausgleichen», sagt Pierre Rime von der Sagérime SA aus Bulle, die das Bauwerk verantwortet. Am Ende sollen insgesamt zwölf dieser Puffer das 6616 Meter lange Rückhaltesystem in der Spur halten.

Springender Punkt: Der Winter

Rime räumt ein, dass bei der Ausführung offensichtlich nicht alles reibungslos gelaufen ist: Die Firma stellt bei den nun anfallenden Zusatzarbeiten lediglich die Materialkosten für die sogenannten Dilatationselemente in Rechnung. Auf die Verformungen der Leitplanke angesprochen, meint Pierre Rime: «Das eingesetzte System wird seit zwei Jahren hauptsächlich bei Baustellen eingesetzt, also in der Sommerzeit.» Auf der A 8 in Obwalden habe man das Rückhaltesystem jedoch bereits im November eingebaut. Aufgrund der Temperaturspanne zwischen Winter und Sommer hätten sich die Elemente aus Stahlbeton nun stärker ausgedehnt, sich gegenseitig auseinandergeschoben. Das habe man in diesem Ausmass erstmals beobachtet, obwohl das System auch bei Montreux, Nyon oder auch im Jura schon im Einsatz stehe.

Wirkung wird geschmälert

Im Nachhinein habe man erkennen müssen, dass es zwischen Alpnach und Sarnen doppelt so viele Bewegungselemente brauche wie angenommen. Dadurch sollte man dem Problem mit den Verformungen nun endgültig Herr werden. Zu bedenken gibt Rime allerdings, dass die höhere Anzahl der Bewegungselemente «den Wirkungsbereich des Systems bei einem Aufprall schmälert».

Christoph Riebli

Hinweis

Vom 21. auf den 22. Juli bleibt die A 8 zwischen Sarnen-Nord und dem Lopper-Tunnel wegen der Einbauarbeiten von 21 bis 4.30 Uhr gesperrt.

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