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OBWALDEN: Abschlussfeiern sind wichtig fürs Image

Die Regierung befürchtet Schaden für die Berufsbildung im Kanton, sollte es keine zentralen Lehrabschlussfeiern mehr geben. Das antwortet sie auf eine Anfrage aus dem Kantonsrat.
Lehrabschlussfeier 2016 der gewerblich-industriellen Berufe und Anlehren in der Aula Cher in Sarnen. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. Juli 2016))

Lehrabschlussfeier 2016 der gewerblich-industriellen Berufe und Anlehren in der Aula Cher in Sarnen. (Bild: Roger Zbinden (Sarnen, 4. Juli 2016))

In diesen Tagen finden in den Zentralschweizer Kantonen die Lehrabschlussfeiern statt. In einer Anfrage an den Regierungsrat schreibt Kantonsrat Hans Unternährer (SVP, Kerns), der Kanton Luzern habe die Organisation der Lehrabschlussfeiern an das Gewerbe delegiert. Er interessiert sich dafür, was die kantonalen Lehrabschlussfeiern den Kanton Obwalden kosten und ob Kosten entstehen würden, wenn Obwalden das Luzerner Modell übernehmen würde.

In seiner Antwort hält der ­Regierungsrat fest, dass es ein «Luzerner Modell» nicht gebe. Luzern habe dieses Jahr aufgrund des budgetlosen Zustands den Verbänden die Möglichkeit geboten, die Lehrabschlussfeiern selber durchzuführen. Einige Berufsverbände hätten davon Gebrauch gemacht und erhielten einen finanziellen Beitrag vom Kanton. Wie die Situation im nächsten Jahr aussieht, sei zurzeit nicht bekannt.

Die Regierung weist weiter auf die lange Tradition der kantonalen Lehrabschlussfeiern hin. Diese werden seit 1935 durchgeführt. Die Feiern seien für die Lernenden, die Lehrbetriebe und die Angehörigen ein wichtiger Anlass und beliebt. Rund 2400 Personen nehmen jährlich an den Feiern teil, daher seien sie für die Berufsbildung auch ein wichtiger Imageträger. Würde der Kanton auf die Feiern verzichten und auf Verbandsfeiern setzen, so würden auf Basis der Erfahrungen im Kanton Luzern lediglich etwa 80 Lernende an eine Feier eingeladen. Die übrigen 290 erhielten die Abschlussdokumente per Post. Aufgrund der heutigen Gesetzeslage könnte Obwalden auch keine Beiträge an solche Verbandsfeiern ausrichten. Diese würden zum grössten Teil ausserkantonal durchgeführt. Damit würde auch das Medienecho schwinden. Die Regierung hält den Imageschaden für beträchtlich, was am Ende die Obwaldner Berufsbildung und das Obwaldner Gewerbe zu spüren bekämen. In Zeiten des Fachkräftemangels wäre dies ein unverständliches Zeichen. In ihrer Antwort listet die Regierung auch die Kosten für die Feiern auf. In den beiden vergangenen Jahren ­waren es durchschnittlich 9000 Franken pro Feier.

Ämter sollen ein wenig Grösse zeigen

Hans Unternährer zeigt sich auf Anfrage zufrieden mit der Antwort der Regierung. Er räumt allerdings ein, dass seine Fragestellung vielleicht nicht ganz den Punkt getroffen habe, um den es ihm gehe. «Bei der Sektion Zentralschweiz des Schweizerischen Carrosserie-Verbandes führen wir schon heute eine Verbandsfeier durch», sagt der Kantonsrat und Karossier, der beim Verband auch als Prüfungsexperte fungiert. Allerdings könnten sie den Lehrlingen dort das Fähigkeitszeugnis nicht übergeben. «Das behält sich der Kanton für seine eigene Feier vor», sagt Unternährer. Wenn wie im Fall des Karosserie-Gewerbes ein oder zwei Lehrlinge nicht an der kantonalen Feier teilnehmen, halte er das für nicht sehr gravierend. «Da müssten die Ämter ein wenig Grösse zeigen», findet er. Unternährer will nun einmal die Gesetzeslage hinsichtlich der kantonalen Feiern prüfen und überlegt sich, allenfalls mit einem weiteren parlamentarischen Vorstoss nachzudoppeln. «Ich mache das aber auch davon abhängig, ob der Kanton Luzern definitiv auf eigene Feiern verzichtet oder ob dies nur eine vorübergehende Folge ist, weil der Kanton kein gültiges Budget hat.»

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@obwaldnerzeitung.ch

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