OBWALDEN: Albert Sigrist: «Es würde wohl nicht reichen»

Die SVP lässt den zweiten Wahlgang sausen und unter­stützt FDP-Kandidat André Windlin. Präsident Albert Sigrist erklärt, weshalb.

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Albert Sigrist, Präsident der SVP Obwalden. (Bild Corinne Glanzmann)

Albert Sigrist, Präsident der SVP Obwalden. (Bild Corinne Glanzmann)

Warum hat sich die SVP entschieden, nicht mehr anzutreten?

Albert Sigrist: Adrian Halter lag rund 2700 Stimmen hinter Erich Ettlin. Bei diesem Abstand würde es an ein Wunder grenzen, wenn Halter im zweiten Wahlgang plötzlich als Sieger hervorgehen würde.

Die Sitzung vom Montagabend zog sich bis tief in die Nacht. Es wurde offenbar einiges ausdiskutiert.

Sigrist: Das ist so. Es gibt uns schon zu denken, dass unsere beiden Kandidaten die Wahl klar nicht geschafft haben, zumal wir einen sehr grossen Einsatz geleistet haben.

Wäre Adrian Halter gern nochmals angetreten?

Sigrist: Nein. Wenn es der grosse Wunsch der SVP gewesen wäre, dass er nochmals antritt, hätte er es wohl getan. Aber er sagte selbst, der Abstand sei enttäuschend gross – zu gross.

Wurde auch die Möglichkeit diskutiert, Daniel Wyler als neuen Ständeratskandidaten aufzustellen?

Sigrist: Natürlich wurde diese Variante auch besprochen. Daniel Wyler sprach sich aber dagegen aus. Und auch die Partei ist der Meinung, dass es wohl nicht reichen würde.

Nun unterstützt die SVP den FDP-Kandidaten André Windlin. Weshalb?

Sigrist: Für uns ist in erster Linie wichtig, dass der Obwaldner Ständerat eine bürgerliche Politik vertritt. Zudem sicherte André Windlin uns zu, dass er als Ständerat für einen zweiten SVP-Bundesrat kämpfen würde.

Worte sind das eine, Taten das andere ...

Sigrist: Natürlich haben wir keine Garantie. Trotzdem war dieses Bekenntnis entscheidend für uns.

André Windlin erhielt im ersten Wahlgang den Support vom linken politischen Lager. Passt da nun die Unterstützung der SVP?

Sigrist: André Windlin ist Biobauer und hat Sonnenkollektoren auf dem Stall. Klar, dass er damit für einige Linke sehr sexy wirkt. Trotzdem: Windlin politisiert aus unserer Sicht bürgerlicher als CVP-Kandidat Erich Ettlin.

Steht die SVP geschlossen hinter Windlin?

Sigrist: Der Entscheid fiel grossmehrheitlich. Vielleicht ist dieser Schritt eine gute Idee – vielleicht auch nicht. Das werden wir am 15. November sehen.

Interview Adrian Venetz