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OBWALDEN: Als Skiwelt nach Engelberg blickte

Alpine Skiweltmeisterschaften in Engelberg – vor 80 Jahren war dies das Grossereignis schlechthin. Heute hätte Engelberg wohl keine Chance mehr, eine solche Mammutveranstaltung zu stemmen.
Beat Christen
Der Schweizer Heinz von Allmen zählte zu den elegantesten Skirennfahrern der damaligen Zeit. (Bild: Archiv Walter Kuster)

Der Schweizer Heinz von Allmen zählte zu den elegantesten Skirennfahrern der damaligen Zeit. (Bild: Archiv Walter Kuster)

Beat Christen

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Engelberg präsentierte sich zu Beginn des Monats März 1938 tief verschneit. Schon von weitem grüsste von der Alp Zieblen unterhalb vom Hahnen herab die mit Asche auf dem Schnee angebrachte Abkürzung des Internationalen Skiverbandes (FIS) die vielen Gäste und vor allem die Hauptakteure, die weltbesten Skifahrer. Die Aufgabe wurde den Engelberger Organisatoren allerdings nicht leicht gemacht. Der nasse Märzschnee musste mit Füssen durchgetreten werden. Dass man wie heute bei weichen Pisten mit Harnstoffen nachhelfen kann, davon hatte man noch keinen Schimmer. Was man zu dieser Zeit in Engelberg allerdings schon wusste, war, wie man attraktive Rennstrecken anlegt. So zum Beispiel die Abfahrtsstrecke von Trübsee hinunter nach Engelberg.

Wettkämpfer aus 22 verschiedenen Nationen waren für diese Weltmeisterschaften gemeldet. Die Abfahrt führte vom Kreuzhubel auf Trübsee auf einer Länge von vier Kilometern hinunter zu der etwas ausserhalb des Dorfes gelegenen Liegenschaft Eggli und wies eine Höhendifferenz von 835 Metern auf. Im Fachmagazin «Sport» war unter anderem zu lesen: «Das ganze Abfahrtsrennen hat grossen Sport gezeigt. Es war ein wirklicher Kampf gegen die normalen Hemmungen des Menschen. Aber wenn man die Riesenschüsse nachdenklich in Betracht zieht, muss man sagen, dass hinsichtlich der Steilheit und Länge derartiger Flugfelder wohl die Grenze der Geschwindigkeitssteigerung erreicht sein dürfte.» Von fliegenden Leibern war in den Medien nachzulesen und das Sport-Tagblatt in Österreich berichtete über die Schlüsselstelle: «Das Kanonenrohr mit seinem 100 Kilometer-Schuss war mehr, als man bei einem vernünftigen Abfahrtslauf verlangen dürfte. Es war ein überaus riskantes Stück.»

Geburtsstunde zweier Skistars

Spektakuläre Stürze im Kanonenrohr gehörten in der Abfahrt zur Tagesordnung. Und wer keinen Skibruch hatte, der stand auf und setzte das Rennen fort. Die Weltmeisterschaften in Engelberg boten Skisport vom Feinsten und sie waren mit dem Franzosen Emile Allais und der Deutschen Christel Cranz die Geburtsstunde zweier Skistars der damaligen Zeit. Allais musste sich sowohl in der Abfahrt (Sieger James Couttet aus Frankreich) wie auch im Slalom, diesmal vom Schweizer Rudolf Rominger, geschlagen geben. Doch die Addition der ­Zeiten von Abfahrt und Slalom reichten dem Franzosen zum überlegenen Kombinationsweltmeistertitel, was damals die Krone des Alpinen Skirennsports war. Musste sich bei den Damen in der Abfahrt die Deutsche Cranz hinter ihrer Teamkollegin Lisa Resch noch mit Platz zwei begnügen, war sie im Slalom eine Klasse für sich. Mit Gold im Slalom krönte sie sich zur Engelberger Skikönigin.

Die WM kostete 40000 Franken

Die Alpinen Skiweltmeisterschaften von 1938 in Engelberg waren ein voller Erfolg. Auch im Ausland war man über die Arbeit der Engelberger Organisatoren des Lobes voll. Doch diese Titelkämpfe sollten bis heute einmalig in der Geschichte der grössten Zentralschweizer Wintersportstation bleiben. Der Grund liegt in den gestiegenen Anforderungen an einen WM-Organisator. Die Zufahrt zum Zielgelände muss für die Fernsehübertragungswagen gewährleistet sein. Beim Slalom wäre dies zwar noch machbar, bei der Abfahrt jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Ganz zu schweigen von den Kosten. Die vor einem Jahr in St. Moritz ausgetragenen Skiweltmeisterschaften operierten mit einem Budget von rund 65 Millionen Franken. Die Endabrechnung der WM 1938 wies Ausgaben in der Höhe von 40191 Franken aus. Damals wie heute jedoch gleich geblieben ist die kaum messbare Werbewirksamkeit, die ein solcher Anlass mit sich zieht.

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