OBWALDEN: Als Sportpreis gibt’s für Fabian Bösch ein «RS-Fresspaket»

Mit dem Obwaldner Sportpreis ist ein erfolgreicher Athlet einer jungen Sportart ausgezeichnet worden. Der bald 20-jährige Engelberger Fabian Bösch ist Weltmeister im Freeski-Slopestyle.

Robert Hess
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So strahlen Sieger: Fabian Bösch erhält von Bildungsdirektor und Landammann Franz Enderli den Obwaldner Sportpreis überreicht. (Bild: Robert Hess (Engelberg, 27. Mai 2017))

So strahlen Sieger: Fabian Bösch erhält von Bildungsdirektor und Landammann Franz Enderli den Obwaldner Sportpreis überreicht. (Bild: Robert Hess (Engelberg, 27. Mai 2017))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Eine fast familiäre Stimmung herrschte am Samstagabend im Engelberger Hotel Alpenclub. Angesagt war die Verleihung des Obwaldner Sportpreises 2016 an Fabian Bösch. «Du wirst heute sozusagen mit dem kantonalen Oscar für Sportler geehrt», sagte Engelbergs Tourismusdirektor Frédéric Füssenich in seiner Laudatio. Diesen «Oscar» verdiente sich der bald 20-Jährige als zielbewusster Profi, der sich «mit Talent und ausgesprochenem Siegeswillen in der Saison 2015/16 definitiv unter den weltbesten Freeskiern etablieren konnte», wie das Bildungs- und Kulturdepartement Obwalden in einer Mitteilung geschrieben hatte.

Mit 17 Jahren hatte sich Fabian Bösch für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi qualifiziert, «wo er aber noch etwas Lehrgeld zahlen musste», so André Kiser, Leiter Abteilung Sport beim Kanton. Bereits ein Jahr später sei ihm an der Elite-Freestyle-WM sein erstes Kunststück gelungen. Er wurde Weltmeister im Slopestyle. Die Erfolgsgeschichte ging weiter. An den prestigeträchtigen X-Games in Aspen schlug Fabian Bösch im Januar 2016 die gesamte Elite und gewann Gold im Big Air.

Die sportlichen Erfolge kamen für Bösch aber erst nach einer Kehrtwende, wie Laudator Frédéric Füssenich am Samstagabend berichtete. So hatte er ­seine Karriere als talentierter Alpinfahrer gestartet und sich 2011 gar den JO-Slalom-Schweizer-Meister geholt. Doch der junge Engelberger suchte eine andere Herausforderung. Seinen Eltern eröffnete Bösch, so Laudator Frédéric Füssenich, er habe am alpinen Skisport «keinen Spass mehr», und stellte sie vor die Wahl: «Entweder Freestyle oder nichts mehr.» Dies sei dann wohl ein Thema für den Familienrat gewesen, mutmasste Füssenich, und der habe zu einem Versuch Ja gesagt. Kurz vor der WM habe sich Bösch zudem entschlossen, die Sportmittelschule abzu­brechen, um mehr Kapazität für den Sport zu haben. Dass dies die Familie alles mitgetragen habe, so Füssenich, lasse sich mit dem abgewandelten Spruch zusammenfassen: «Hinter dem erfolgreichen Fabian steht eine starke Familie.» Keine Frage, dass die Eltern Markus und Michèle Bösch und ihre drei Töchter Seraina, Luana und Alessia stolz sind, dass ihr Fabian mit dem Sportpreis ausgezeichnet wurde.

Check, Urkunde und Lob vom Armeevertreter

Stolz auf die «ausserordentlichen Leistungen» des jungen Mitbürgers zeigte sich auch Landammann Franz Enderli. Er überreichte Fabian Bösch den Check im Wert von 5000 Franken und eine Urkunde, die ihn «als einen hervorragenden Sportbotschafter für den ganzen Kanton» bezeichnet. Zum Preis gehörte auch ein «Fresspaket», denn der Preisträger absolviert derzeit die Sport-Rekrutenschule in Magglingen. Diese war am Samstag durch Franz Fischer vertreten, der Fabian Bösch «eine grosse Einsatzbereitschaft und ein vorbildliches Verhalten» attestierte.

Der Freestyle-Crack blieb ob so viel Lobes locker und bescheiden und wollte auch seine derzeitige Fussgelenkverletzung nicht dramatisieren: «Es geht mehr oder weniger, und diese Woche konnte ich ja an der Flugshow auf dem Titlis wieder fahren.» (Siehe Ausgabe vom Freitag.)