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OBWALDEN: Asylzentrum Glaubenberg: Schulbetrieb wird eingeführt

Weil das Asylzentrum länger bleibt, muss der Kanton auf dem Glaubenberg für drei Jahre einen Schulbetrieb für Kinder und Jugendliche aufziehen. Angesichts der ständig wechselnden Anzahl und Herkunft der Kinder keine leichte Aufgabe.
Deutschunterricht im Bundesasylzentrum Glaubenberg: Künftig muss der Kanton Obwalden dort auch ein Grundschulangebot organisieren. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Deutschunterricht im Bundesasylzentrum Glaubenberg: Künftig muss der Kanton Obwalden dort auch ein Grundschulangebot organisieren. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch

Der Kanton und der Bund haben sich darauf geeinigt, das Truppenlager auf dem Glaubenberg bis ins Jahr 2022 weiter als Bundesasylzentrum zu nutzen. Gleichzeitig hat Obwalden auch eine Vereinbarung mit Luzern abgeschlossen. Danach übernimmt Luzern die Wegweisung und Rückführung abgewiesener Asylbewerber. Die Unterkunft wird zudem um 100 auf 340 Plätze aufgestockt.

Die Weiterführung bringt laut Sicherheitsdirektor Christoph Amstad für Obwalden eine willkommene Planungssicherheit. «Wir wissen, dass wir bis Mitte 2022 keine neuen Zuweisungen von Asylsuchenden bekommen, und brauchen deshalb beispielsweise in dieser Zeit auch keine Liegenschaften für ihre Unterbringung zu suchen.» Um das Zentrum weiterführen zu können, musste Obwalden aber auch eine neue Aufgabe übernehmen.

Regulärer Schulbetrieb kaum möglich

Mit der Revision des Asylgesetzes, die an der Volksabstimmung vom Juni 2016 mit 66 Prozent angenommen wurde, sollen ab 2019 die Verfahren beschleunigt werden. Während der Glaubenberg bisher eine Art Durchgangszentrum für die weitere Zuweisung von Asylsuchenden war (Aufenthaltsdauer meist zwei bis drei Monate), werden diese künftig maximal 140 Tage auf dem Glaubenberg bleiben und dort auf ihren Asylentscheid warten.

Die Neustrukturierung des Asylwesens verlangt auch, dass in den Bundesasylzentren für Kinder und Jugendliche ab März 2019 vor Ort ein Grundschulunterricht aufgezogen wird, was ebenfalls ein Bestandteil des neuen Vertrages zwischen Obwalden und dem Bund ist. Keine leichte Aufgabe, meint Christoph Amstad. «Es handelt sich um eine schwierig zu schätzende und ständig wechselnde Anzahl Kinder aus den verschiedensten Ländern mit unterschiedlichem Alter und Herkunft. Ein Schulbetrieb, wie wir ihn kennen, ist gar nicht möglich.» Es gehe zwar um eine Art Grundschulunterricht, werde aber wohl eher eine lehrreiche Beschäftigung sein. Zuständig werde das kantonale Bildungs- und Kulturdepartement sein. «Am einfachsten wäre es, wenn die Betreuungsfirma im Glaubenberg oder die Schule Sarnen etwas machen könnten. Wir suchen für die drei Jahre eine möglichst pragmatische Lösung», so Christoph Amstad. Die Kosten für den Schulbetrieb bis Mitte 2022 trägt der Bund.

Bund zahlt zwei Polizisten

Ansonsten konnten im neuen Vertrag mit dem Bund die bisherigen Inhalte übernommen werden. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) bleibt beispielsweise weiterhin für die Sicherheit zuständig. Auch die Weiterführung des jährlichen Wintersportlagers zwischen Weihnachten und Neujahr sei garantiert und im Vertrag geregelt, sagt Christoph Amstad. Entschädigt wird Obwalden pro 100 Betten – Geld, dass auch für die Abgeltung der Polizei eingesetzt wird. Der eigentliche Bestand des Obwaldner Polizeikorps wäre 58 Polizisten, wegen der bisherigen 240 Betten sei der Bestand um zwei Polizisten auf 60 vergrössert worden. «Ob und wann wir wegen der Aufstockung auf 340 Plätze einen weiteren Polizisten einstellen, ist noch offen», so Amstad.

Konsequenzen wird die Aufgabe des Bundesasylzentrums im Jahr 2022 für den Unterhalt der Glaubenbergstrasse haben. Wegen des Zentrums und der Armee übernahm der Bund mit rund 330 000 Franken den grössten Teil des jährlichen Unterhalts der Gemeindestrasse zwischen Golpi und dem Truppenlager. Nach dem Rückzug des Bundes wird die Gemeinde Sarnen diese Kosten selber tragen müssen.

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