OBWALDEN: Auf Pilotgemeinde Sachseln folgen weitere

Die neue Online-Grundstückschätzung lief nicht reibungslos an. Doch die Kinderkrankheiten sind Geschichte, hiess es an der Versammlung der Hauseigentümer.

Markus Villiger
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Die Umsetzung ist gut aufgegleist. So beurteilte Marianne Nufer, Vorsteherin der Steuerverwaltung Obwalden, zusammen mit den Fachleuten von Wyl und Martin Bertschinger die aktuelle Situation bei der neu geregelten Grundstückschätzung im Kanton. Klar wurde aber auch an der 40. Generalversammlung des Hauseigentümerverbandes Obwalden (HEV) in Sarnen, dass zuerst die Kinderkrankheiten überwunden werden mussten. Ende November 2014 hatte die Bevölkerung das entsprechende Gesetz mit 65 Prozent Ja-Stimmen angenommen.

Schwierigkeiten zeigten sich unmittelbar nach dem Start der Pilotgemeinde Sachseln im Herbst 2016: «Die Einführung des Kundenportals hatte ihre Tücken, es funktionierte nicht alles auf Anhieb», räumte Marianne Nufer im Gespräch mit unserer Zeitung ein. «Die Probleme sind nun behoben, wir haben uns verbessert.» Nach Sachseln sind Kerns, Alpnach und Lungern an der Reihe. Total sind im Kanton rund 22000 Grundstücke für die Neuschätzung betroffen, am meisten in Engelberg (6500) und Sarnen (5000). Für landwirtschaftliche Objekte können keine Daten online zur Verfügung gestellt werden. Deren Schätzung erfolgt wie bisher mittels Augenschein vor Ort, wie Marianne Nufer sagte.

Online geht die Bearbeitung schneller

Ziel der Neuregelung ist es, Grundstückschätzungen auf einen einheitlichen Stand zu bringen und Ungleichheiten zwischen älteren und neueren Schätzungen sowie älteren und neueren Gebäuden zu beseitigen. Ausgehend von den Landwerten und weiteren vorhandenen Daten hat die Steuerverwaltung für jedes Grundstück einen Steuerwert vorermittelt. Den Grundeigentümern kommt eine Mitwirkungspflicht zu, indem sie diesen Wert prüfen und wenn nötig korrigieren oder ergänzen. Dazu erhalten sie von der Steuerverwaltung einen Brief mit Zugangscode fürs Kundenportal. Die Online-Abwicklung ermöglicht sowohl den Eigentümern als auch der Verwaltung eine effiziente Bearbeitung. Bei besonderen Verhältnissen – etwa einer besonderen Bauart, Umgebung oder einer Villa – oder bei unrealistischen Ergebnissen aufgrund der Berechnungsgrundlagen wird weiterhin eine Schätzung vor Ort durchgeführt. «Sie erfolgt von Amtes wegen und kostet die Grundeigentümer nichts», erklärte Marianne Nufer. Falls keine besonderen Verhältnisse vorherrschen, sei eine erwünschte Schätzung vor Ort hingegen kostenpflichtig.

Die Neuregelung sieht keine generelle Erhöhung der Steuerwerte vor. Im Einzelfall sei dies aber aufgrund der neuen Schätzungen möglich, während in anderen Fällen tiefere Steuerbelastungen resultieren können.

Markus Villiger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch