OBWALDEN: Ausbruch des Hochwasserstollens soll im See statt in Deponie landen

Deponien gehen wohl leer aus, wenn der Entlastungsstollen des Hochwasserschutzprojekts Sarneraatal ausgebrochen wird. Das verärgert Besitzer.

Franziska Herger und Markus von Rotz
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In rund zwei Jahren soll in Obwalden im Rahmen des Hochwasserschutzprojekts Sarneraatal mit dem Bau eines Entlastungsstollens begonnen werden. Doch wohin mit dem Ausbruchmaterial? Platz bieten würden die drei Obwaldner Deponien Hinterflue in Kerns, Stuechferich in Sarnen und Mutzenloch in Lungern. Doch nun zeichnet sich eine andere Lösung ab.

Ende August erhielten die Betreiber der drei Deponien einen Brief vom Amt für Wald und Landschaft. Darin gibt es Pläne bekannt, das in den nächsten Jahren im Kanton anfallende Aushub- und Ausbruchmaterial im Rahmen eines Revitalisierungsprojekts im oberen Alpnachersee aufzuschütten. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigt Hans Krummenacher, Geschäftsführer der PK Bau und Betreiber der Deponie Stuechferich, auf Anfrage.

Deponie ist ohne dieses Material nicht zu füllen

Für die geplante Aufwertung des Südufers seien bedeutende Mengen an Material nötig, schreibt das Amt für Wald und Landschaft. Hans Krummenacher hätte das Material lieber in seiner Deponie Stuechferich gesehen: «Wir haben schon etwas damit gerechnet. Gemäss Vorgabe müssten wir die Deponie im Jahr 2020 schliessen. Sie bis dahin zu füllen, ist aber ohne das erwartete Material aus dem Stollen unmöglich.» Krummenacher stört sich daran, hinten anstehen zu müssen: «Nach all den Vorschriften und Auflagen, die wir für eine Bewilligung erfüllen müssen, ist das für uns nicht akzeptabel.»

Man werde nun aber erst einmal die Informationsveranstaltung des Baudepartements abwarten. Eine solche ist für Donnerstag in Alpnach angesagt. Dem Vernehmen nach sollen vorher auch Grundeigentümer und Umweltverbände über die Pläne ins Bild gesetzt werden. Die Verantwortlichen der Deponie Hinterflue in Kerns wollen auf Anfrage keine Stellung nehmen. Auch die an der Deponie beteiligte Korporation, welche die Deponie mit der Aussicht auf Geld für eigene Projekte lancierte, will sich nicht dazu äussern.

Für Kanton hat neue Lösung finanzielle Vorteile

Der Kantonsrat machte kürzlich den Kanton Obwalden zum Bauherrn für das Teilprojekt Hochwasserschutz Alpnach. Die Verwendung des Materials für ein Renaturierungsprojekt hätte für ihn offenbar mehrere und vor allem auch finanzielle Vorteile: Die Deponiekosten würden wegfallen, die Bundesauflagen im Umweltbereich könnten besser erfüllt werden, und letztlich erhofft sich der Kanton wohl auch, weniger Land von Bauern beanspruchen zu müssen.

Franziska Herger und Markus von Rotz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch