Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Bachforellen haben ein gutes Leben

Der Kanton setzt zurzeit in seinen Fischbächen ein fundiertes Bewirtschaftungskonzept um. Der Fischereiaufseher zeigte, wie man damit Bach- und Seeforellen künftig gezielter einsetzen wird.
Romano Cuonz
Fischereiaufseher Armin von Deschwanden orientierte über ein neues Bewirtschaftungskonzept für alle Obwaldner Bäche. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 19. Januar 2018))

Fischereiaufseher Armin von Deschwanden orientierte über ein neues Bewirtschaftungskonzept für alle Obwaldner Bäche. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 19. Januar 2018))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Seit Jahren wurden in der ganzen Schweiz grosse Mengen an Besatzfischen in die Gewässer eingesetzt, ohne damit den gewünschten Erfolg zu erzielen», erklärte Obwaldens Fischereiaufseher Armin von Deschwanden an der Generalversammlung der Angelfischer (siehe Kasten). Diese Erkenntnis habe dazu geführt, dass man nun die Besatzstrategie genau hinterfrage. Ja, man sei nicht mehr länger bereit, beispielsweise Bachforellen einfach nach dem Giesskannenprinzip oder nach Gutdünken in Fliessgewässer einzusetzen. Was ein sehr gut dokumentierter Fischereiaufseher nun in seinem Referat mit Bildern, Zahlen und Fakten belegte, war für die meisten Anwesenden erstaunlich neu und aufschlussreich.

«In der Fischzucht in Beckenried stehen mir nicht unendlich viele Besatzfische zur Verfügung, deshalb möchte ich die vorhandenen so sinnvoll wie möglich einsetzen», führte Armin von Deschwanden aus. Um dies zu können – etwa in den Obwaldner Bächen –, brauche es möglichst genaue Informationen über ihren Zustand und über Anzahl und Art von Fischen, die darin schon vorkommen. Solche Informationen sorgfältig zu erheben, kartografisch und statistisch festzuhalten, sei das Ziel des Bewirtschaftungskonzepts. «Dem Fischereiaufseher dient dieses als Leitfaden für Massnahmen. Auch zur Rechtfertigung, wenn er bestimmt, ob und warum man im einen Bach Besätze macht und im andern eher darauf verzichtet», erklärte von Deschwanden.

Durchaus erstaunliche Resultate

Und wie geht man bei Untersuchungen vor? Ein Bach nach dem andern wird untersucht und schliesslich in einer Art Steckbrief genau beschrieben. Einen Anfang hat man vergangenes Jahr beim Foribach zwischen St. Ni­klausen, Kerns und seinem Einfluss in die Sarneraa gemacht. Wichtig: Damit die Resultate nicht verfälscht werden, tätigte man dort im Frühjahr zuvor keinen Besatz. Um Auskünfte über den Zustand des Fischbestandes zu erhalten, wurden Abfischungen vorgenommen. Dies auf vier repräsentativ ausgewählten Streckenabschnitten von jeweils 100 Metern. Die gefangenen Fische wurden genau untersucht. Art, Länge, Gewicht, Deformationen, Anomalien – alles hielt man minutiös fest. Als von Deschwanden die besorgten Gesichter seiner Zuhörer sah, versicherte er schmunzelnd: «Nein, in meiner Gefriertruhe sind sie nicht gelandet. Sobald die Arbeiten gemacht, die Resultate eingetragen waren, haben wir die Fische wieder ins Gewässer zurückgesetzt.»

Schon die ersten Resultate zeigten ein ganz erstaunliches Bild. Man zog wunderschöne über 30 Zentimeter lange Bachforellen an Land. Auch die Auswertungen durch Melanie Hodel, Sachbearbeiterin Gewässerschutz, brachten Erfreuliches zutage: Die Altersstruktur, die Dichte der Bachforellen pro Hektare und die natürliche Verlaichung sind im Foribach intakt. Der Bestand überschreitet die «Sehr gut»-Marke gar ums Doppelte. In diesem Bach würden sich weitere Besätze denn wohl eher kontraproduktiv auswirken», ist von Deschwanden überzeugt.

Gespannt ist der Fachmann aber nun, was weitere Untersuchungen aufzeigen werden. Zum Vorgehen sagte er: «Jedes Jahr werden zwei bis drei Fliessgewässer bestimmt, die untersucht werden sollen.» Für dieses Jahr stünden etwa der Altibach und der Mülibach in Giswil auf dem Programm.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.