Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Bauen im Dorfzentrum von Sarnen: Parlament übt Kritik

Acht Teams dürfen am Wettbewerb für die neue Zentrumsüberbauung in Sarnen teilnehmen. Diese Vorselektion stösst einer Mehrheit des Parlaments sauer auf. Die Regierung verteidigt nun das Vorgehen.
Adrian Venetz
Auf diesem Parkplatz (im Hintergrund der Landenberg) plant der Kanton eine Zentrumsüberbauung. (Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 17. März 2017))

Auf diesem Parkplatz (im Hintergrund der Landenberg) plant der Kanton eine Zentrumsüberbauung. (Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 17. März 2017))

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Auf dem grossen Parkplatz mitten im Sarner Dorfkern – zwischen dem Hotel Metzgern, dem Rathaus und der Sarneraa – soll eine Zentrumsüberbauung mit Wohnungen, Geschäften und Büros entstehen. Investiert werden 20 bis 25 Millionen Franken. Über diese Pläne hatte der Kanton als Grundstücksbesitzer im Spätsommer 2016 informiert und das sensible Bauvorhaben ausgeschrieben.

Aus den Bewerbungen von 45 Planerteams (Architekturbüros und Landschaftsarchitekten) hat eine Jury in einer sogenannten Präqualifikation mittlerweile acht Teams ausgewählt. Diese vorselektionierten Teams stehen sich nächstens im eigentlichen Projektwettbewerb gegenüber. In der ersten Phase haben sie lediglich nachweisen müssen, dass sie fähig sind, ein solches Projekt zu realisieren.

Warum sind nicht mehr Einheimische dabei?

Der Giswiler CVP-Kantonsrat Peter Wälti setzt in einem Vorstoss allerdings ein grosses Fragezeichen hinter die acht ausgewählten Planerteams. Grund: Offenbar sei «kein Obwaldner und kein Innerschweizer Büro» mit dabei «oder höchstens eine einzelne Obwaldner Beteiligung in einem Zürcher Büro». Wälti und 33 Mitunterzeichnende – also fast zwei Drittel des Parlaments – fragen die Regierung in der Interpellation nach den Gründen. «Ist der Regierungsrat auch der Meinung, dass neben auswärtigen Büros auch einheimische Büros miteingeladen werden sollen, die allenfalls weniger Vorzeigeprojekte haben und stattdessen die lokalen Bedingungen besser kennen?» Die Regierung zeigt ihrerseits wenig Verständnis für die Kritik. In ihrem fünfseitigen Antwortschreiben hält sie fest, dass die Teilnahmebedingungen von Anfang an klar kommuniziert wurden und sich damals niemand beschwerte. Auch sei das Vorgehen gesetzlich völlig legitim, ja sogar vorgeschrieben, und zwar in der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen. «In Obwalden sind in den letzten Jahren kaum ähnlich grosse komplexe Überbauungen in Dorfzentren entwickelt und realisiert worden», schreibt die Regierung. «Entsprechend konnten Obwaldner Architekturbüros, die nicht ausserhalb der Kantonsgrenze tätig sind und die nicht mit ausserkantonalen Büros zusammenarbeiten, kaum die passenden und gefragten Referenzen erarbeiten und vorweisen.» Der Projektwettbewerb sei im offenen Verfahren ausgeschrieben worden, betont die Regierung weiter. Und hier gelten klare Regeln: Der Kanton darf nicht einfach von sich aus einheimische Architekturbüros zum Wettbewerb einladen. Und er – beziehungsweise die Fachjury – darf auch nicht Architekturbüros und Planer bevorzugen, nur weil sie aus der Region stammen. Zudem stellt die Regierung die Gegenfrage, ob es denn gegenüber dem Steuerzahler vertretbar und sinnvoll wäre, wenn bis zu 50 Büros ein Projekt bearbeiten, letztlich aber nur eines gewinnen kann. «Eine vorgängige Reduktion der Teilnehmer auf acht Teams mit einer Präselektion ist deshalb das übliche Vorgehen.» Nicht zuletzt weist die Regierung auch darauf hin, dass bei einem von den acht vorselektionierten Teams ein Obwaldner Architekturbüro federführend beteiligt sei (Arbeitsgemeinschaft Seiler Linhart Architekten, Sarnen).

Regierung kann Ärger nicht nachvollziehen

Peter Wälti teilt der Regierung in seinem Vorstoss mit, dass sie mit ihrem Vorgehen «viel Ärger ausgelöst» habe. Auch diesen Vorwurf lässt der Kanton nicht auf sich sitzen. «Der Regierungsrat hält fest, dass sein Vorgehen absolut gesetzeskonform ist.» Das Vorgehen sei im Vorfeld bekannt gewesen. «Daher können negative Befindlichkeiten nicht nachvollzogen werden.»

Der Vorstoss wird an der kommenden Kantonsratssitzung vom 24. März behandelt. Gemäss Auskunft des Kantons dauert die Planungs- und Bewilligungsphase für dieses Grossprojekt 4 bis 5 Jahre. Gebaut wird also frühestens 2021.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.