OBWALDEN: «Betrieb der Asylunterkunft verlief problemlos»

Das Bundesamt für Migration hat die Asylunterkunft in Alpnach geschlossen und zieht ein positives Fazit – trotz einigen Zwischenfällen.

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Asylbewerber reissen am Steinibach in Wilen bei Giswil invasive Neophyten aus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Asylbewerber reissen am Steinibach in Wilen bei Giswil invasive Neophyten aus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Die Asylbewerber-Unterkunft Kleine Schliere in Alpnach stand wie vorgesehen während sechs Monaten Asylbewerbern offen und bot Platz für maximal 100 Personen. Wie das Bundesamt für Migration am Freitag mitteilt, ist der Betrieb «weitgehend unproblematisch» verlaufen. Es hätten sich «einige, wenige Zwischenfälle» ereignet.

Diebstahl und Ruhestörungen

Auf Anfrage präzisiert eine BFM-Sprecherin die Medienmitteilung: Bei den Zwischenfällen handelte es sich unter anderem um einen Einschleichdiebstahl, um Schwarzfahren im öffentlichen Verkehr und um Ruhestörungen.

Im Durchschnitt war die Anlage zu 75 Prozent ausgelastet. Die grosse Mehrheit der Asylbewerber befand sich in einem Dublin-Verfahren und wartete auf die Überstellung in einen anderen Dublin-Staat. Im Schnitt hielten sich die Asylbewerber sechs Wochen in Alpnach auf.

Asylbewerber beschäftigt

Im Rahmen von Beschäftigungsprogrammen bereiteten die Asylbewerber beispielsweise Schwemmholz als Brennholz für die öffentlichen Feuerstellen auf, entfernten invasive Neophyten in Alpnach und Umgebung, säuberten Wege und die Uferbereiche des Vierwaldstättersees von Abfall und räumten Äste aus Waldstücken weg.

Das Bundesamt setzte auch in Alpnach eine Begleitgruppe ein, die sich sowohl aus Vertretern der Bevölkerung als auch der Gemeinde und der Kantonspolizei zusammensetzte und für optimale Abläufe sorgte. Die Begleitgruppe stellte sicher, dass rasch auf Vorfälle oder auf Meldungen aus der Bevölkerung reagiert werden konnte.

Die Eröffnung der Unterkunft in Alpnach sorgte für Kritik durch die Obwaldner Regierung an den Bundesbehörden. Der Regierungsrat warf dem Bund etwa mangelnde Sensibilität in der Vorbereitungsphase vor.

Das Bundesamt hatte eine Vereinbarung mit der Gemeinde Alpnach wenige Tage vor der Eröffnung der Asylunterkunft präzisiert. Demnach durften Asylbewerber Schul- und Sportanlagen werktags zwischen 7 und 18 Uhr «aus organisatorischen Gründen» nur nach Absprache mit den Gemeindebehörden nutzen. In einem früheren Entwurf der Vereinbarung hatte es geheissen, dass die Asylbewerber gewisse Areale nicht betreten dürften.

rem/sda