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OBWALDEN: Biken im Wald: Was ist erlaubt?

Biker dürfen weiterhin auf Waldwegen fahren. Aber wie ist es auf Wanderwegen? Auch um diese Frage will sich die Regierung bald kümmern.
Adrian Venetz
Biker unterwegs auf einem Wanderweg. Obwalden will ein gutes Miteinander. (Bild Maria Schmid)

Biker unterwegs auf einem Wanderweg. Obwalden will ein gutes Miteinander. (Bild Maria Schmid)

Adrian Venetz

Nach einer breiten Vernehmlassung und gründlicher Überarbeitung ist es nun so weit: Die Regierung präsentiert ihr neues Waldgesetz. Am 28. Januar wird der Gesetzesentwurf dem Parlament vorgelegt. Das neue Waldgesetz sei «schlank und zeitgemäss», schreibt die Regierung in einer Medienmitteilung. Es ersetzt die bisher geltende Forstverordnung aus dem Jahr 1960.

In Vernehmlassung missverstanden

Für Diskussionen sorgte im Rahmen der Vernehmlassung vor allem das Thema Velofahren/Mountainbiken im Wald (wir berichteten). In einem ersten Gesetzesentwurf hatte die Regierung festgehalten, dass Mountainbiker zwar nicht abseits der Waldwege fahren dürfen, sich sonst aber auf bestehenden Wegen und Pfaden frei bewegen können. In einigen Kreisen innerhalb der Schweizer Mountainbike-Szene sorgte diese Randbemerkung für Begeisterungsstürme. «Der Kanton Obwalden öffnet auf Gesetzesstufe den Mountainbikern sein gesamtes Netz an Wanderwegen», hiess es vergangenen Frühling im Internet. Das sei nicht im Sinne des Erfinders, konterte der Obwaldner Baudirektor Paul Federer bereits damals und kündigte umgehend Präzisierungen an.

Erlaubt war es auch bisher nicht

Das Problem wurde im neuen Waldgesetz nun quasi «ausgelagert», dies mit einem Verweis auf die Verordnung zum Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege. Der Grund: Biker sind nicht nur im Wald unterwegs, sondern auch auf Alp- und Wanderwegen. Im Waldgesetz ist dazu nun einzig festgehalten, dass das Velofahren, Mountainbiken und Reiten nur auf Waldstrassen und Waldwegen erlaubt ist sowie auf signalisierten und bewilligten Pisten. Damit möchte man nicht nur verhindern, dass Biker nach Lust und Laune durchs Gehölz fahren, sondern auch, dass sie im Wald eigene Bike-Trails (Wege) errichten.

Man muss sich allerdings klar vor Augen halten: Erlaubt war das auch bisher nicht. Wer mit dem Velo ohne Rücksicht auf Verluste durch Wälder rast, gerät nicht nur mit dem eidgenössischen Waldgesetz in Konflikt, sondern verletzt auch andere Normen (beispielsweise Eigentumsrechte und Naturschutz).

Neue Ausführungsbestimmungen

Das Waldgesetz beschränkt sich also explizit auf Waldgebiete, nicht aber auf alle anderen Wanderwege und -pfade. Was aber gilt in Obwalden nun generell für das Thema Biken auf Wanderwegen? Der erwähnte Verweis auf die «Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege» führt in eine Sackgasse – vorderhand. Die Verordnung wird nämlich um einen Artikel erweitert. Darin wird die Regierung «beauftragt, die Mitbenützung von signalisierten Fuss- und Wanderwegen durch Velofahrer, Mountainbiker und Reiter in Ausführungsbestimmungen zu regeln», heisst es in der Botschaft.

Wie diese Ausführungsbestimmungen aussehen, ist noch offen. Die Stossrichtung ist aber klar, wie aus der Botschaft der Regierung hervorgeht: Inhaltlich werde man sich «auf das Positionspapier ‹Koexistenz Wandern und Velo/Mountainbike› stützen, welches ausgereifte Vorschläge zur gemeinsamen Nutzung von Fuss- und Wanderwegen durch die verschiedenen Interessengruppen enthält».

Ein Blick in dieses Positionspapier, das im Januar 2015 schweizweit publiziert wurde, zeigt allerdings, dass hier lediglich Empfehlungen abgegeben werden, wie ein Miteinander von Bikern und Wanderern möglich ist. Ziel des Kantons ist es nun, anhand dieser Empfehlungen einige rechtsverbindliche Normen für Obwalden auszuarbeiten. «Wie das konkret aussehen wird, ist noch offen», betont Kathrin Zihlmann, kantonale Projektleiterin Waldgesetz. Im neuen Waldgesetz aber erhalte die Regierung den klaren Auftrag, sich um die Problematik zu kümmern.

IG Bike setzt auf Toleranz

Mit diesem Lösungsvorschlag kann auch die IG Bike Obwalden gut leben, wie IG-Sprecher Reto Wallimann sagt. Er glaube nach wie vor daran, dass ein friedvolles Nebeneinander von Bikern und Wanderern auf den Obwaldner Wanderwegen möglich sei. Die IG Bike werde die von der Regierung angekündigten weiteren Schritte und Massnahmen genau verfolgen und prüfen. Ein Katalog von Verboten bringe nichts, stellt Wallimann klar. Die Losung bei der IG Bike laute: «Biken mit Toleranz.» Er könne sich beispielsweise vorstellen, dass man entlang von Wanderwegen Schilder aufstellt, auf denen Wanderer und Biker zu gegenseitiger Rücksichtnahme angehalten werden. «Wir sind zuversichtlich, dass man hier einen Konsens findet», so Reto Wallimann.

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