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OBWALDEN: Biker sollen im Wald «gelenkt» werden

Die geltende Forstverordnung stammt von 1960. Mit einem zeitgemässen Gesetz will der Kanton den Wald erhalten, schützen und aufwerten.
Romano Cuonz
Der Wald liegt ihnen am Herzen: Notker Dillier, Projektleiterin Kathrin Zihlmann und Peter Lienert (von links) schicken den Entwurf für ein neues Waldgesetz in die Vernehmlassung. (Bild Romano Cuonz)

Der Wald liegt ihnen am Herzen: Notker Dillier, Projektleiterin Kathrin Zihlmann und Peter Lienert (von links) schicken den Entwurf für ein neues Waldgesetz in die Vernehmlassung. (Bild Romano Cuonz)

Romano Cuonz

Das Interesse am Wald ist im Kanton Obwalden ausserordentlich gross. Dies durfte Regierungsrat Paul Federer erfahren, als er in der bis auf den letzten Platz besetzten Kantonsschulaula Forstfachleute, Politiker und weitere interessierte Kreise zur Information über das neue kantonale Waldgesetz (KWaG) begrüsste. «Rund 40 Prozent unserer Kantonsfläche ist bewaldet», eröffnete Federer den Abend, «durch geeignete Pflege und Nutzung erfüllt der Wald seine Schutz-, Nutzungs- und Wohlfahrtsfunktionen.» Deshalb sei eine zeitgemässe Waldgesetzgebung für Obwalden ein «Muss».

Mit dem neuen Gesetz, das nun im Entwurf vorliege und in eine breite Vernehmlassung geschickt werde, wolle man zwei Ziele erreichen: Einerseits sollen die Waldfunktionen sichergestellt werden, andererseits gehe es darum, den zunehmenden Ansprüchen an den Wald gerecht zu werden.

Peter Lienert: Grosse Bedeutung

Peter Lienert, Leiter des Amts für Wald und Landschaft, fiel es nicht schwer, den Anwesenden aufzuzeigen, welch enorme Bedeutung der Wald für Obwalden hat. «Er ist eine sehr wichtige und nachhaltige Grundlage unserer Langfriststrategie», betonte Lienert. Ganz nach dem Slogan: «Obwalden in einmaliger Landschaft aufstrebend!» In den letzten 25 Jahren, so Lienert, habe die Waldfläche Obwaldens um die dreifache Fläche des Wichelsees zugenommen. Die Zunahme beschränkt sich jedoch auf höhere Lagen, weil dort die Landbewirtschaftung abnimmt oder neuer Schutzwald generiert wird. «Ohne Wald wären in Obwalden viele Flächen nicht bewohnbar», sagte Lienert. Wald schütze die Bevölkerung vor Hochwasser, Rutschungen, Steinschlag und Lawinen. Und dies bis zu 20-mal günstiger als technische Bauten. Zudem sei der Wald Arbeitsplatz für 100 sehr gut ausgebildete Berufsleute wie Forstwarte und Förster in sieben Forstbetrieben. Von seinem Nutzen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Erholungsraum für Menschen ganz zu schweigen.

Notker Dillier: Nötige Anpassung

Dass ein derart bedeutendes und lebenswichtiges Biotop auch gesetzlich geschützt werden müsse, verstehe sich von selbst, argumentierte Notker Dillier, Leiter Rechtsdienst. Grundlage des neuen Waldgesetzes seien Bundesgesetz und Verordnung über den Wald von 1991/1992. «Obwalden muss das neue Bundesrecht vollziehen und umsetzen, deshalb haben wir beschlossen, unsere Forstverordnung von 1960 durch ein Gesetz zu ersetzen», sagte Dillier.

Das neu erarbeitete, mit 38 Artikeln schlanke kantonale Waldgesetz regelt Rechte und Pflichten der natürlichen und juristischen Personen rund um den Wald.

Kathrin Zihlmann: An alle gedacht

Die eigentliche «Schöpferin» des Gesetzes ist als Projektleiterin Kathrin Zihlmann, Forstingenieurin in der Abteilung Wald und Natur. «Revierförster werden ihre hoheitlichen Aufgaben behalten und Holzzeichnungen im Schutzwald gemeinsam mit dem Kreisforstingenieur vornehmen», hob sie hervor. Damit bleibt Obwalden, zur Beruhigung vieler an der Veranstaltung Anwesenden, in dieser Hinsicht auf seinem jahrelang bewährten Weg. Eine wichtige Neuerung, so Zihlmann, betreffe den Waldabstand von Bauten: Bislang betrug er 20 Meter bis zur Fassadenmitte. Neu wird er – in Anlehnung an die heutige Praxis – 15 Meter bis zur nächstliegenden Fassadenlinie betragen.

Im Kantonsrat noch zu reden geben könnten allenfalls die neuen Vorschriften für Velofahrer und Reiter im Wald. Hier sieht das Gesetz – zum Schutz des Waldes und um Konfliktsituationen zu vermeiden – eine Beschränkung auf Waldstrassen, Waldwege sowie markierte und bewilligte Pisten vor. «Biken und Reiten im Wald werden damit nicht verboten, sondern gelenkt», sagte Zihlmann. Neu hält das Waldgesetz fest, dass die Planung und Erstellung von Schutzbauten in der Zuständigkeit des Amtes für Wald und Landschaft liege. «Dadurch entsteht keine finanzielle Mehrbelastung für den Kanton», beruhigte die Projektleiterin. Die Aufgabe kann auch an Gemeinden, Korporationen, Werkeigentümer oder Nutzniesser delegiert werden.

Die Vernehmlassung zum Gesetz läuft nun bis zum 15. April, der Kantonsrat soll sich im Herbst damit befassen. In Kraft tritt das neue kantonale Waldgesetz im besten Fall am 1. Januar 2016.

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