Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

OBWALDEN: Bildung auf die Schnelle gibt es nicht

48 junge Frauen und Männer haben am Samstag in der Kantonsschule Sarnen ihr Reifezeugnis erhalten. Die erste Etappe ist damit geschafft. Nun liegt es an den Absolventen, ihre Landkarte weiter zu gestalten.
Birgit Scheidegger
Die erfolgreichen Absolventen strahlen vor Freude. (Bild: Roger Zbinden)

Die erfolgreichen Absolventen strahlen vor Freude. (Bild: Roger Zbinden)

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Sechs Jahre haben sie gelernt, über 300 Wochen auf dieses Ziel hingearbeitet. Ein Ziel, das den Maturae und Maturi jetzt die Grundbausteine der Ausrüstung zum Weltenbürger gibt, wie Rektor Patrick Meile in seiner Ansprache unterstrich. «Nutzt jetzt euer Weltenbürgerdasein, um die Welt in eine gute Zukunft zu führen, denn unser Alltag zeigt, dass diese Welt zu einem Dorf zusammengerückt ist und die Globalisierung alle fest im Griff hat.» Entsprechend der weltweiten Verknüpfung des täglichen Handels brauche es gut gerüstete junge Menschen, die sich der Aufgaben der Welt annehmen und über kosmopolitische Kompetenzen und Fertigkeiten verfügen würden. «Die Grundbausteine habt ihr mit der Matura erworben. Weitere werdet ihr euch in eurer künftigen und weiterführenden Ausbildung aneignen.»

Martin Röthlisberger, Mitglied der Maturitätsprüfungskommission, erklärte, dass es keine Bildung auf die Schnelle gäbe. Es brauche einen langen Atem. Das Fundament sei mit der Matura geschaffen, alles weitere Wissen müsse jetzt selber aufgebaut werden. Bevor Bildungsdirektor Franz Enderli zum Höhepunkt, der Abgabe der Reifezeugnisse, schritt, ehrte Constantin Gyr, Vorstandsmitglied im Verein Freunde des Kollegiums, die drei Besten des diesjährigen Jahrgangs. Jonas Wolfisberg aus Alpnach Dorf erreichte mit 5,77 eine Traumnote, gefolgt von den beiden jungen Frauen Gabriela Krasnopolska, ebenfalls Alpnach Dorf, und Tabea von Wyl aus Kägiswil (siehe Kasten rechts unten). Die diesjährige Durchschnittsnote lag mit 4,67 etwas höher als im letzten Jahr.

Alle angetretenen Schüler bestehen die Matura

Zwei weitere Maturaabsolventinnen ehrte Patrick Meile: Lea Estermann aus Giswil handelte in ihrer Maturaarbeit die Grimm-Hoffmann-Affäre in der «Berner Tagwacht» und in der NZZ ab und belegte damit beim Schweizer Geschichtswettbewerb Historia den 3. Rang. Alina De Col erhielt den Theologie-Preis der Uni Basel für ihre Maturaarbeit, die vom «Kopftuch in der Schweizer Gesellschaft» handelte und für die sie eine Podiumsdiskussion durchgeführt hatte. «Wir als Schule sind stolz auf euch beide», betonte Patrick Meile. Stolz zeigte sich auch Landammann Franz Enderli, vor allem, weil alle 48 Angetretenen bestanden hätten. Er gratulierte den Maturae und Maturi zu den grossartigen Leistungen und riet ihnen, sich an diesem besonderen Tag ordentlich feiern zu lassen. Enderli erinnerte die jungen Leute daran, wie sie mühsam lesen und schreiben gelernt hätten und was für eine Welt sich ihnen damit aufgetan habe. Das Reifezeugnis ist mehr als nur ein Papier.

Als der Obwaldner Bildungsdirektor diese feierlich überreichte, strahlten die jungen Menschen, und die Erleichterung über den guten Abschluss war ihnen anzusehen. Am Schluss der schön gestalteten Feier, die musikalisch von Livio Ettlin, Raphael Relja, Felix Wannemacher und Joel Michel umrahmt wurde – am Schluss ergänzt durch einen kleinen Chor –, gab Lea Estermann Eindrücke aus der Sicht einer Maturandin preis. «In den letzten sechs Jahren ist einiges passiert, und heute verlassen wir diese Schule als andere Menschen», erklärte sie. Die Prüfungen seien zwar der Höhepunkt, aber sehr intensiv und kräftezerrend gewesen. «Sie haben uns viel abverlangt, aber jetzt haben wir es alle geschafft. Jetzt sind wir Reisende, welche die erste Etappe geschafft haben, und unsere Landkarte ist hier zu Ende. Alles Weitere müssen wir jetzt selber gestalten.»

In ihrer Ansprache vergass Estermann nicht, Eltern, Kollegen und Lehrpersonen zu danken. Sei seien ihnen stets zur Seite gestanden und hätten sie unterstützt. 28 der 48 Maturanden werden ein Zwischenjahr einlegen, die anderen werden alsbald mit ihrer weiteren Ausbildung beginnen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.