OBWALDEN: Bruder Klaus zurück ins Kollektivgedächtnis holen

2017 jährt sich der Geburtstag von Niklaus von Flüe zum 600. Mal Obwalden will mit Anlässen das Leben und Wirken von Bruder Klaus im Kollektivwissen der Bevölkerung verankern. Geplant sind etwa eine Ausstellung auf Rädern, Feiertage, Theater und Vorträge.

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Obwaldner Schulklassen und Vereine erhalten während zwei Jahren kostenlos Führungen Museum Bruder Klaus Sachseln. (Bild: PD)

Obwaldner Schulklassen und Vereine erhalten während zwei Jahren kostenlos Führungen Museum Bruder Klaus Sachseln. (Bild: PD)

Das Jubiläum zum 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe feiert der Kanton Obwalden unter dem Motto «Mehr Ranft». Im Zentrum der von einem Trägerverein mit Vertretern des Kantons und der Kirche in Obwalden steht das «Wesentliche des Menschseins».

Ein erstes Projekt dazu startet bereits 2015. Unter dem Titel «MEHR zu Niklaus von Flüe» bieten Obwaldner Schulklassen und Vereine während zwei Jahren kostenlos im Museum Bruder Klaus Sachseln und im Flüeli-Ranft Führungen an, wie der Trägerverein «600 Jahre Niklaus von Flüe» am Dienstag bekannt gab.

Ein weiteres Kernprojekt der Erinnerungsfeierlichkeiten ist ab 2016 eine Ausstellung auf Rädern. Diese soll an mehreren Orten in der Schweiz zu sehen sein. An den Etappenorten sind dazu Inszenierungen, Vorträge und Begegnungsanlässe vorgesehen. 2017 sollen Ende April zudem ein Volksfeiertag und Ende September Gedenktage stattfinden.

Weiter erhofft sich der Trägerverein weitere Anlässe von Dritten aus kirchennahen Institutionen, der Wissenschaft, der Kultur und des Tourismus. Bereits geplant sind eine Gedenkpublikation, ein Jugendbuch und eine Theaterinszenierung zu Niklaus von Flüe.

Mit 50 Familie verlassen

Niklaus von Flüe lebte von 1417 bis 1487 im Kanton Obwalden. Der Bauer gehörte später zum höchsten Führungszirkel Obwaldens. Mit seiner Frau Dorothea Wyss hatte er zehn Kinder. Mit 50 Jahren entsagte er seinem bisherigen Leben und wurde Einsiedler in der Ranft – wenige hundert Meter von seinem Wohnhaus entfernt.

Freunde bauten ihm in Flüeli-Ranft bei Sachseln eine Kapelle und eine Klause. Die Klause des Bruder Klaus ist noch heute eine wichtige Pilgerstätte. Von Flüe wird als Mystiker und Mittler gefeiert.

Gemäss des Historischen Lexikons der Schweiz hatte Niklaus von Flüe 1481 einen vermittelnden Einfluss, als es bei der Tagsatzung in Stans zu einem schweren Konflikt zwischen den Stadt- und Landkantonen kam («Stanser Verkommnis»). Bekannte dem Einsiedler zugesprochene politische Ratschläge sind "Macht den Zaun nicht zu weit" oder «Mischt euch nicht in fremde Händel». (sda)