Obwalden
Bruno Thürig verlässt die OKB

Der CEO der Obwaldner Kantonalbank wird im Juni 2022 Präsident des Vereins Schweizer Kantonalbanken.

Philipp Unterschütz
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Bruno Thürig soll im Juni 2022 Präsident des Verbands der Schweizer Kantonalbanken werden.

Bruno Thürig soll im Juni 2022 Präsident des Verbands der Schweizer Kantonalbanken werden.

Bild: Jakob Ineichen

«Nach zwanzig Jahren ist es an der Zeit, einer neuen Person Platz zu machen», so lässt sich Bruno Thürig in der Medienmitteilung der Obwaldner Kantonalbank (OKB) zitieren, mit der die Bank mitteilt, dass Thürig per 30. Juni 2022 seinen Posten als CEO und Direktor räumt. Das dürfte aber höchstens die halbe Wahrheit sein. Zeitgleich mit der OKB teilte nämlich am Donnerstag auch noch der Verband Schweizerische Kantonalbanken (VSKB) mit, dass Bruno Thürig neuer Präsident des Verbands werden soll. Dessen amtierender Präsident Urs Müller hat sich entschieden, nach zehn Jahren an der Spitze des Verbands, auf die nächstjährige Generalversammlung zurückzutreten. «Der Verwaltungsrat hat die Nachfolge bereits frühzeitig regeln können und nominiert Bruno Thürig als neuen VSKB-Präsidenten», heisst es in der Mitteilung. Die offizielle Wahl und der Amtsantritt finden an der Generalversammlung vom 9. Juni 2022 statt.

Als langjähriges Mitglied des Verwaltungsrats und des Verwaltungsratsausschusses habe Bruno Thürig die Ausrichtung des Verbands in den vergangenen Jahren mitgeprägt, so der VSKB. Er freue sich über die Nomination und das Vertrauen seiner Kantonalbankkolleginnen und -kollegen, wird Thürig zitiert. «Die Kantonalbanken sind im Verbund eine prägende Kraft des hiesigen Finanzplatzes. Ich freue mich, ihre Zusammenarbeit und Kooperation auf Ebene des Verbands weiter zu stärken», so Bruno Thürig.

Bilanzsumme mehr als verdoppelt

Die OKB ist unter der Führung von Bruno Thürig kontinuierlich und erfolgreich gewachsen. Am 1. Juli 2002 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsleitung und führte die Bank seither als CEO und Direktor. Die Bilanzsumme hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Das Eigenkapital hat sich seit 2002 von 234 auf 496 Millionen Franken erhöht. Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum insgesamt 191 Millionen Franken an PS-Dividenden, Ablieferungen an den Kanton sowie Abgaben für die Staatsgarantie bezahlt. Auch auf die Risikopolitik und die Kostenentwicklung habe der der Direktor stets ein wachendes Auge gehalten, schreibt die OKB in ihrer Mitteilung weiter.

Thürig hat die Bank auch für die Zukunft positioniert. «Nebst den zusätzlichen digitalen Dienstleistungen legen wir grossen Wert auf den persönlichen Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden», betont er. Deshalb habe die OKB in den letzten Jahren nicht nur in die Digitalisierung, sondern auch in das Filialnetz investiert.

Bankratspräsident Daniel Dillier (v.l.), CEO Bruno Thürig und Architekt Patrik Seiler zeigen voll Stolz das Modell der Holzkonstruktion für die neue OKB im Sarner Feld.

Bankratspräsident Daniel Dillier (v.l.), CEO Bruno Thürig und Architekt Patrik Seiler zeigen voll Stolz das Modell der Holzkonstruktion für die neue OKB im Sarner Feld.

Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 29.10.2018)

Und ein zentrales und wichtiges Projekt des abtretenden CEO befindet sich aktuell in der Endphase: Quadrum – der neue Hauptsitz der OKB. Seinen Anfang nahm das Neubauprojekt im Jahr 2005, als der Dorfkern von Sarnen überflutet wird. Nach neun Jahren im Provisorium bezieht die OKB Ende August dieses Jahres das neue Gebäude in Sarnen Nord.

Mit dem Abgang geht in der OKB eine Ära zu Ende

Auch persönlich hat der Direktor die OKB stark geprägt. «Für Bruno Thürig war immer klar, dass die Bank nur erfolgreich sein kann, wenn die Mitarbeitenden motiviert und die Kundinnen und Kunden zufrieden sind», sagt Bankratspräsident Daniel Dillier. «Dafür hat er sich unermüdlich und mit viel Leidenschaft eingesetzt.»

Weil Bruno Thürig den Bankrat bereits früh über seine Zukunftspläne in Kenntnis gesetzt hat, habe er optimale Voraussetzungen für die Nachfolgeplanung durch den Bankrat geschaffen.