Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: CVP und FDP müssen Wähler pflegen

Die CVP verlor einen Sitz im Kantonsrat. Die Analyse der Wahlen zeigt, dass ihre Wähler das hätten verhindern können, wären sie auch zur Urne gegangen.
Markus von Rotz und Andreas J. Kohlsche*)
Die beiden Kantonsräte Monika Brunner und Klaus Wallimann (rechts) analysieren am Wahlsonntag Resultate zusammen mit ihrem CVP-Co-Präsidenten Bruno von Rotz. (Bild Corinne Glanzmann)

Die beiden Kantonsräte Monika Brunner und Klaus Wallimann (rechts) analysieren am Wahlsonntag Resultate zusammen mit ihrem CVP-Co-Präsidenten Bruno von Rotz. (Bild Corinne Glanzmann)

Alle Parteien mussten bei den Kantonsratswahlen am Wochenende Verluste hinnehmen, weil Wähler von 2010 zu Hause blieben. Das ergaben Analysen des Instituts für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung in Ulm (Kasten links) im Auftrag unserer Zeitung. Das Ausmass der Einbussen ist unterschiedlich. Mit Abstand am stärksten traf es die CVP mit 2,4 Prozent.

Zusätzlich zu den hohen Abgängen an die «Partei» der Nichtwähler musste die CVP (inklusive CSP, siehe dazu Kasten unten links) auch erhebliche Verluste an SVP und FDP hinnehmen. Die bürgerlichen Parteien anderseits bescherten der SP trotz ihres Mobilisierungsdefizits einen positiven Saldo. Der Zugewinn an Stimmen kam allerdings nur aufgrund der zusätzlichen Liste in Alpnach zu Stande.

Dass die Wahlbeteiligung um 5 Prozentpunkte gesunken ist, dürfte wohl auch darauf zurückzuführen sein, dass 2010 gleichzeitig drei nationale Abstimmungen stattfanden. SP und SVP sind praktisch unverändert – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die SP 2010 in Alpnach nicht angetreten ist. CVP/CSP (4 Prozent) und FDP (2 Prozent) haben beide ein deutliches Minus eingefahren.

SP und SVP profitieren von Mitte

Die Wanderungsmuster zwischen den Parteien bieten keine grundsätzlichen Überraschungen, ähnliche Veränderungen dieser Art hat es schon mehrfach gegeben: SP und SVP profitieren beide von der bürgerlichen Mitte, die FDP – weil sie sich im Vergleich etwas besser gehalten hat – auch leicht von CVP/CSP.

Mehrheit der C-Parteien ist weg

Aussagekräftig sind ferner die langfristigen Trends: Hatten CVP/CSP bis 2010 zusammen eine Mehrheit im Parlament (28 von 55 Sitzen) – ähnliche Entwicklung wie im Wallis –, so ist diese seit Sonntag (26) Geschichte. Im Prinzip ähnlich ist der Verlauf bei der FDP: Seit Jahrzehnten geht es stetig bergab, wobei beide Parteien sowohl von der Wahlenthaltung als auch von der SVP in die Zange genommen wurden. Die Parallelen zu den anderen katholischen Kantonen der Innerschweiz sind offensichtlich: Die Ausdehnung der SVP seit den 90er-Jahren hat die angestammte Klientel gewaltig bröckeln lassen. Man geht nicht mehr in jedem Fall wählen.

Für CVP und FDP verheissen die kantonalen Wahlergebnisse in der ganzen Schweiz seit der Nationalratswahl 2011 kaum Lichtblicke, wenn man von guten Resultaten der FDP im Aargau 2012 und bei der Zürcher Gemeinderatswahl vor vier Wochen absieht. Für FDP und CVP heisst das im Hinblick auf künftige Wahlen: Grosser Einsatz mit so viel direkten Gesprächen mit dem potenziellen Wähler wie möglich ist angesagt, und das nicht nur im Wahlkampf, sondern während der gesamten Legislaturperiode. Die Mobilisierung liess bei diesen beiden Parteien auf jeden Fall heuer zu wünschen übrig.

*) Der Mitautor ist Leiter des Instituts für Wahl-, Sozial- und Methodenforschung in Ulm (siehe Kasten links). www.wahlforschung.de

CVP blieb zu Hause, SVP profitierte von anderen

Von keiner Partei blieben am Wochenende so viele Wähler von 2010 zu Hause wie von der CVP (inklusive CSP, siehe Kasten ganz links). Das zeigt die untere linke Grafik: 2,4 Prozent oder 598 Männer und Frauen weniger wählten bei den Kantonsratswahlen die CVP.

CVP profitierte von niemandem

Insgesamt sind ihr sogar gut 1000 Wähler abhandengekommen, aber nicht nur «Abstinente», sondern auch solche, die andere Parteien, im stärksten Mass die SVP, gewählt haben. Alles in allem kehrten 4 Prozent der früheren Wähler der Partei den Rücken – oder blieben eventuell einfach zu Hause, weil sie vielleicht annahmen, dass ihre beiden Regierungsräte wohl wiedergewählt würden. Die CVP ist die einzige Partei, die von keiner anderen profitieren konnte.

Nichtwähler schaden der FDP

Ausgerechnet die FDP, welche den zweiten Sitz in der Regierung zu verteidigen hatte, verlor bei den Kantonsratswahlen am zweitmeisten Stimmen durch Wähler, die zu Hause blieben. Sodann wählten je etwa gleich viele FDP-Leute SP oder SVP. Die Verluste an diese Parteien machte die FDP wett durch Zugewinne von der CVP. Unter dem Strich «schadeten» ihr also nur die Daheimgebliebenen.

SP hat den einzigen Plussaldo

Bei der SP blieben nur 0,34 Prozent zu Hause. Unter dem Strich machte sie aber doppelt so viele Stimmen dank den anderen Parteien wett, namentlich von der CVP, und erbte in der Schlussabrechnung 74 zusätzliche Wähler.

SVP profitiert von der CVP

Auf null aufgegangen ist die Nettorechnung bei der SVP. Zwar blieb hier trotz des intensiven Wahlkampfs um ihren Regierungsratskandidaten Albert Sigrist 1 Prozent der Wähler von 2010 zu Hause. Diese Verluste konnte die Partei aber auf den Punkt wieder ausgleichen, was sie zu drei Vierteln der CVP verdankt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.